Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.07.2015

14:44 Uhr

Facebook-Posting mit Franz-Josef Strauß

„Fanboy“ Markus Söder kassiert Spott für Jugendposter

VonTina Halberschmidt

Zwischen geschickter Strategie und Shitstorm: Für ein Foto, das ihn in seinem Jugendzimmer vor einem Franz-Josef-Strauß-Poster zeigt, kassiert Markus Söder im Netz viel Spott. Doch der Preis könnte es ihm wert sein.

Auf seiner Facebook-Page hat Markus Söder ein Foto aus alten Tagen gepostet, das ihn vor einem Franz-Josef-Strauß-Poster zeigt. (Screenshot)

Daumen hoch!

Auf seiner Facebook-Page hat Markus Söder ein Foto aus alten Tagen gepostet, das ihn vor einem Franz-Josef-Strauß-Poster zeigt. (Screenshot)

DüsseldorfWelches Poster schmückte Ihr Jugendzimmer? Ein lebensgroßer Bravo-Starschnitt vom Sänger der Lieblingsband? Ein Fußballspieler im Trikot des Heimatvereins? Oder vielleicht ein Porträt von Franz-Josef Strauß? Letzteres klingt vielleicht skurril. Tatsächlich hing aber exakt ein solches Poster bei Markus Söder an der Wand.

Auf seiner Facebook-Fanpage hat Söder ein altes Foto gepostet. Zu sehen ist der bayerische Finanzminister darauf mit einer Krawatte, die man bestenfalls „interessant“ nennen kann, weißem Hemd und dunklem Anzug, der Daumen der linken Hand in „Like-Pose“. Mit der anderen Hand zeigt Söder auf ein Bild, das mit ein paar Reißzwecken in die weiße Raufasertapete geheftet wurde und den CSU-Übervater Franz-Josef Strauß zeigt. „Das war das Poster über dem Bett in meiner Jugendzeit“, hat Söder dazugeschrieben und fragt seine Fans: „Was hing bei Euch?“

Die reagieren irritiert: „Rubrik Realsatire?“ wundert sich einer. „Lieber schlechte Presse als gar keine Presse? Wer so was ernsthaft postet, den kann man doch nicht mehr ernst nehmen“, wettert eine andere Kommentatorin.

Doch Söder versteht es, sich geschickt zu inszenieren – und sich so für die Nachfolge von CSU-Chef Horst Seehofer warmzulaufen. Der wiederum liegt mit seinem ehemaligen Generalsekretär über Kreuz, würde lieber Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner als Erbin sehen, und keinesfalls den Franken Söder – und hat das in den vergangenen Wochen wieder deutlich gemacht.

Wann immer sich Söder zu Wort meldete, er bekam vom Parteichef eins drüber. Bei der kalten Progression, bei seiner Idee einer „Schengen-Auszeit“ sowie dem Vorschlag, Flüchtlingen das Taschengeld von 140 Euro zu streichen: Seehofer machte klar, wer politisch am längeren Hebel sitzt. Nur bei seinen öffentlichkeitswirksamen Aktionen hat Söder die Nase vorn. Das könnte sich am Ende auszahlen.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Ingo Tietz

20.07.2015, 15:02 Uhr

Manchen Politikern, ist wirklich nichts zu dämlich, um wieder medial präsent zu sein. Braucht der Mann dies für sein Ego, oder warum geht Söder mit so einem fragwürdigen Facebookposting an die Öffentlichkeit, um sich dem Spott und Hohn der Netzgemeinde auszusetzen.
Ist der Mann Masochist, oder doch nur ein eitler Selbstdarsteller mit Profilneurose?

Account gelöscht!

20.07.2015, 15:38 Uhr

Welcher Vernunft und Verstand Mensch wählt den in Bayern noch diese Bettvorleger Seehofer-Söder CSU Partei der grün-sozialistischen CDU-Werteverrat Merkel?!

Account gelöscht!

20.07.2015, 15:41 Uhr

Ein Franz-Josef-Strauß würde in der heutigen Zeit nicht mehr in die CSU, sondern in die AfD eintreten.
Hr. Söder sollte sich fragen, ob dieser noch in der Richtigen Partei ist. Danke!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×