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15.06.2011

07:03 Uhr

Fachkräfte-Engpass

Super-Aufschwung bringt Handwerk in die Bredouille

Dass Deutschland sein Fachkräfteproblem nicht bewältigt hat, wird durch den Superaufschwung offenkundig. Vor allem das Handwerk klagt: In einigen Branchen übersteigen die offenen Stellen die Zahl der Arbeitslosen.

Industriemechaniker-Lehrlinge in einer Lehrwerkstatt in Bremen. Quelle: dapd

Industriemechaniker-Lehrlinge in einer Lehrwerkstatt in Bremen.

BerlinDas geht aus einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) unter 14.000 Betrieben hervor, aus der die „Stuttgarter Zeitung“ zitiert. Dies treffe auf Elektrotechniker, Elektromaschinenbauer und Kälteanlagenbauer zu. Knapp ein Drittel der Betriebe gab an, dass sich kein Bewerber auf ihr Stellenangebot gemeldet habe.

Quer durch alle Bereiche suche das Handwerk händeringend Personal. Rund ein Viertel der Betriebe wolle in den kommenden Monaten Fachkräfte einstellen. Der Personalbedarf sei laut Studie größer als in früheren Aufschwungphasen. Im Schnitt hätten die befragten Betriebe zwei offene Stellen im Angebot. An der Umfrage hätten vor allem mittlere und große Betriebe teilgenommen, hieß es. Besonders gravierend sei der Fachkräftebedarf in den Baugewerken. Hier wollten rund ein Drittel der Betriebe Fachkräfte einstellen.

Der ZDH-Präsident Otto Kentzler sagte der Zeitung, für die Betriebe werde es immer schwerer, gut ausgebildetes Personal zu finden. Wenn es Probleme mit der Besetzung von Stellen gebe, werde vor allem die unzureichende Qualifikation der Bewerber beklagt. Nur ein Drittel aller Betriebe gab demnach an, kein Problem mit der Mitarbeitersuche zu haben.

Vor fünf Jahren habe der Anteil der Handwerker ohne Personalprobleme noch doppelt so hoch gelegen. Gefragt seien neben qualifizierten Gesellen beispielsweise auch kaufmännische Mitarbeiter, Meister und Hochschulabgänger. Engpässe gebe es auch bei Auszubildenden. Jeder zehnte Handwerksbetrieb meldete, dass er Ausbildungsplätze unbesetzt lassen müsse.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Alfred_H

15.06.2011, 07:37 Uhr

Alles eine Frage der Bezahlung. Da wo anständig bezahlt wird, herrscht kein Fachkräftemangel. Aber der Super-Mega-Spitzenaufschwung soll ja nur den Unternehmern und dem Finanzamt dienen. Lasst uns alle mithelfen, sonst ist der Aufschwung in Gefahr. Seht ihr nicht, wie schlimm das ist?

Account gelöscht!

15.06.2011, 07:52 Uhr

Bitte nicht noch mehr Ausländer! Das Problem muss an ganz anderer Stelle angepackt werden: Mit Einschränkung der Elternrechte und massiver Einmischung des Staates in die Aufzucht unserer Jugend. Ja, das kostet viel Geld. Mindestens halb so viel wie die "Rettung" Griechenlands.

Wenn das Handwerk seine Lehrstellen nicht besetzen kann, dann ist das in erster Linie auf das Versagen vieler Eltern zurückzuführen. Das gilt übrigens nicht nur für die Unterschicht. Ein krasses Beispiel ist die Erziehung von Alfred Krupp, den seine Mutter zum geistigen Krüppel machte: "Ein Krupp macht keine Fehler!"

Account gelöscht!

15.06.2011, 07:58 Uhr

Das stimmt nur teilweise. Der Lehrlingsmangel im Handwerk ist ganz klar darauf zurückzuführen, dass die Lehrer eben nicht die Pflichten der Eltern übernehmen können. Wenn sich also jemand aufregt, wenn Lehrer die intensive Mitarbeit der Eltern einfordern, dann geht mir die Hutschnur hoch.

Ja ich weiß: In der Unterschicht kommen Kinder völlig ohne Vorwarnung auf die Welt und sind zwei Wochen nach der Geburt schulpflichtig. Die Eltern haben also überhaupt keine Chance, sich z.B. mit ihrem eigenen Quali an der Volkshochschule dafür fit zu machen, ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen.

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