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09.04.2011

10:32 Uhr

Fahrplan der Koalition

Sechs Schritte bis zum Ende des Atomzeitalters

Zügiger Netzausbau, bessere Energieeffizienz: Die schwarz-gelbe Regierung hat ein Sechs-Punkte-Programm für die Energiewende ausgearbeitet. Damit soll der Ausstieg aus der Atomkraft beschleunigt werden.

Windpark in der Nordsee. Quelle: dpa

Windpark in der Nordsee.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat nach Medienberichten einen Fahrplan für eine Energiewende mit einem schnelleren Ausstieg aus der Atomkraft entwickelt. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hätten sich auf ein Sechs-Punkte-Programm verständigt, berichten übereinstimmend die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Stuttgarter Zeitung“.

Gesetzt werde auf die Förderung erneuerbarer Energien, einen zügigen Ausbau von Netzen und Speichern, bessere Energieeffizienz, flexible Kraftwerke, eine Neuausrichtung der Energieforschung und auf Bürgerbeteiligung. Das Konzept sei auch die Grundlage für die Gespräche der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder in der kommenden Woche.

Den Berichten zufolge sieht das neunseitige Papier vor, das Zusammenspiel konventioneller Kraftwerke mit der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu optimieren. Zum Ausbau der Windenergie sei eine gemeinsame Offensive von Bund und Ländern zur Ausweisung neuer Standorte für Windkraftanlagen geplant. Um den Bau von Offshore-Anlagen auf See zu fördern, solle das bereits beschlossene Fünf-Milliarden-Euro-Sonderprogramm der KfW-Bankengruppe noch in diesem Frühjahr starten. Zudem sollen Offshore-Windparks leichter genehmigt werden und sich schneller refinanzieren. An Land sollen ältere Windräder verstärkt durch leistungsfähigere Neuanlagen ersetzt werden.

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Um mehr Energieeffizienz zu erreichen, will der Bund den Berichten zufolge das Gebäudesanierungsprogramm der KfW schrittweise auf zwei Milliarden Euro aufstocken. Die energetische Sanierung soll steuerlich gefördert und der Energie- und Klimafonds, in den die Atomkraftwerksbetreiber einzahlen, im kommenden Jahr auf eine Milliarde Euro aufgestockt werden. Vorgesehen ist ferner der schnellere Ausbau der Infrastruktur wie der Stromnetze, um etwa den Windstrom vom Norden in den Süden zu bringen. Investiert werden soll auch in flexiblere Kraftwerke und Speicher, die der Stabilisierung der Stromversorgung dienen. Intelligente Netze sollen helfen, den Verbrauch durch die Endkunden so zu steuern, dass nicht alle zur selben Spitzenzeit Strom beziehen.

Von

dpa

Kommentare (28)

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Island

09.04.2011, 11:03 Uhr

Text:
Intelligente Netze sollen helfen, den Verbrauch durch die Endkunden so zu steuern, dass nicht alle zur selben Spitzenzeit Strom beziehen.

Ich empfehle den Besuch bei der Edertalsperre und die Eder 2 zu besuchen. Dort gibt es auch Unterlagen über den Täglichen Verbrauch mit der Spitzenlast. Dabei wird kein „Intelligentes Netz“ die Ursache der Spitzenlast ändern können.

Text:
Um mehr Energieeffizienz zu erreichen, will der Bund den Berichten zufolge das Gebäudesanierungsprogramm der KfW schrittweise auf zwei Milliarden Euro aufstocken.

Das klingt gut, wir werden aber derzeit jedes Jahr 200.000 Deutsche weniger, das heißt die Häuser werden abgerissen. Es wurde z. b. in Mitteldeutschland Schornsteine saniert, nach der Sanierung wurden die ganzen Komplexe abgerissen.

Das heißt diese Sanierung darf nur in Regionen genehmigt werden, die eine Geburtenrate von mindestens 1,85-2,11 besitzt.

Die Möglichkeiten der Energieeinsparung müssen weiter genutzt werden, es helfen keine AAA Geräte sondern die Abschaffung dieser Geräte.

Dieses Programm kann nur Beiwerk sein und nicht die Versorgung von preiswerter Energie garantieren. Dabei sehe ich ihn diesen Papier eine reine Lobbyistenarbeit der Solar- und Windenergiebranche, die nur von Subventionen lebt.

Damit werden die Subventionen weiter steigen, alleine das EEG kostete letztes Jahr 12 Mrd. Euro. Damit verlieren wir weiter Arbeitsplätze in anderen Branchen, der Arbeitsplatzgewinn in dieser „Subventionsbranche“ kann die Verluste nicht auffangen.

Wir haben dadurch weniger Arbeitsplätze und einen viel teuren Strom!

Das ist Lobbyismus PUR!

heinrich

09.04.2011, 11:55 Uhr

Hat jemand etwas anderes erwartet? Ich jedenfalls nicht. Man nutzt die Gunst der Stunde, um dem Bürger weitere Kosten aufzuhalsen. Gebäudesanierung anstatt genügend Strom bereitzustellen? Ausreichend Strom wird es nur zu bestimmten Zeiten geben, wie es scheint.

kurzda

09.04.2011, 12:24 Uhr

Intelligente Netze sollen helfen, den Verbrauch durch die Endkunden so zu steuern, dass nicht alle zur selben Spitzenzeit Strom beziehen.

heist: Strom wird reglementiert. Zustände wie in der DDR

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