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25.02.2014

09:09 Uhr

Fall Edathy

BKA-Chef wehrt sich

BKA-Chef Ziercke verteidigt sich gegen die Vorwürfe im Fall Edathy. Die „Bild“-Zeitung müsse sich wegen ihrer „absurden“ Theorien entschuldigen. Außerdem gebe es einen guten Grund für die lange Dauer der Aufarbeitung.

„Mutmaßungen, Spekulationen und Verschwörungstheorien, das BKA hätte bewusst Informationen zu Herrn Edathy zurückgehalten, sind absurd“, sagte BKA-Chef Jörg Ziercke. dpa

„Mutmaßungen, Spekulationen und Verschwörungstheorien, das BKA hätte bewusst Informationen zu Herrn Edathy zurückgehalten, sind absurd“, sagte BKA-Chef Jörg Ziercke.

WiesbadenDas Bundeskriminalamt (BKA) hat sich gegen „Verschwörungstheorien“ aus der Medienwelt und Politik im Zusammenhang mit der Affäre um den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy verteidigt. „Das hat mit seriöser Berichterstattung und verantwortungsvoller politischer Oppositionsarbeit nichts zu tun“, kritisierte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Montag. Es sei „ungeheuerlich“, den Beamten des Amtes „mit diesen Spekulationen strafbare Handlungen zu unterstellen und sie öffentlich zu beleidigen“.

Zierckes Zorn richtete sich gegen einen Bericht in der Montagsausgabe der „Bild“-Zeitung und darin enthaltene Äußerungen mehrerer Politiker. Angedeutet wurde von der „Bild“, dass das BKA möglicherweise „Informationen zurückhielt, um Material gegen Edathy in der Hand zu haben“, falls der Vorsitzende im NSU-Ausschuss das Bundeskriminalamt belasten sollte.

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In der Edathy-Affäre gerät das BKA in Bedrängnis. Obwohl die Behörde im Besitz eindeutiger Informationen war, wurde die Brisanz des Falls nicht erkannt. Nach der Opposition äußert nun auch die Koalition Kritik.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki wurde mit den Worten zitiert: „Entweder da waren Trottel am Werk oder man wollte einen Skandal vermeiden.“ Linkspartei-Chef Bernd Riexinger nannte es in dem Artikel „absolut nicht plausibel“, dass das BKA Edathys Namen im vorliegenden Datenmaterial zu den Kunden eines kanadischen Kinderporno-Versandhändlers erst nach zwei Jahren entdeckt haben wolle. Wahrscheinlicher sei da schon, dass die Amtsleitung über das belastende Material Bescheid gewusst habe, als sie vom NSU-Ausschuss unter Vorsitz Edathys befragt wurde.

Das BKA verteidigte sich nun mit dem Hinweis, dass im November 2011 insgesamt 450 Gigabyte an Datenmaterial zu rund 800 deutschen Kunden inklusive zehntausender Bilder von der kanadischen Polizei übermittelt worden sei. Generell sei die Belastung für die Ermittler hoch. Ziercke sagte am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“: „Es geht um Tausende von Fällen. Ich kann meine Mitarbeiter nicht klonen. Wir haben viele Spezialisten. Aber gegen die Massen, die aus dem Internet auf uns zukommen, ist man letztlich machtlos.“

Kommentare (15)

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Loherian

25.02.2014, 08:13 Uhr

Argumentative Verstopfung

Hr. Ziercke ist empört, BILD müsse sich entschuldigen, man hätte 450 GB Material aus Kanada bekommen - das benötigt schon mal Jahre zur Aufarbeitung.

Die Daten aus Kanada waren längst aufgearbeitet. Die Namen und die IP`s, und die Kreditkartennummern sauber gelistet.
Aufgabe des BKA wäre es gewesen, über die Kreditkartennummern die Personen zu ermitteln (Name, Anschrift, etc. steht eh schon drauf), die Personalbögen auszudrucken und nach örtlicher Zuständigkeit die Sachen dann an die zuständigen Staatsanwaltschaften (StA) abzugeben.
Die zuständigen StA hätten dann noch von sich aus die Generalstaatsanwaltschaft unterrichtet, ob diese den Fall wegen der Schwere und des Umfanges übernehmen möchte - die hätte mit Sicherheit abgelehnt.
So, Klappe zu, Affe tot, Arbeit für das BKA erledigt!
Den Umfang dieser Bearbeitung schätze ich, als ehemaliger Unternehmensberater, auf nicht länger als 14 Tage!

Hr. Ziercke, was hatten Sie seit Erhalt der Daten in 2011 damit gemacht?
Hatten Sie sich vorgenommen, die 450 GB Videomaterial in einsamen Nachtstunden bei Rotwein und einer Packung Kleenex-Tücher im Alleingang zu sichten?!

Die Argumente des BKA-Chefs lassen mich das Schlimmste befürchten - entweder Hr. Ziercke ist definitiv komplett ahnungslos, also unfähig, oder er ist korrupt bis ins Mark!
Als Chef des BKA ist er auf jeden Fall nicht zu halten!

Seine Argumente, er sei empört, andere müssten sich entschuldigen, soviel Bildmaterial zu sichten, sind kindisch und unglaubwürdig - zudem sind es gar keine Argumente.

Hr. Ziercke, Sie schulden uns eine Erklärung!
Seit 2011 - wie exakt wollen Sie das verantworten?
Sie setzen sich in einen Untersuchungsausschuß, wohl wissend, dass Sie deren Vorsitzenden nach Belieben manipulieren/erpressen könnten - und sagen nichts?!

Herr Ziercke, in der Privatwirtschaft dürften Sie nach solchen Böcken nicht einmal mehr dann die Räume des Vorstandes betreten, wenn Sie nur die Mülleimer raustragen wollten!

StatistikIstAlles

25.02.2014, 09:00 Uhr

Wenn es schon Probleme gibt bei 450gb, warum will unsere Regierung dann mit der Vorratsdatenspeicherung noch mehr undurchdringlichen Datenwust haben ? Scheint ja nicht wirklich schneller oder effizienter die Strafermittlung zu unterstützen ?

neunundneuzigproznet

25.02.2014, 09:00 Uhr

Ich denke es gibt eine grosse Zahl nicht nur pädophiler
Menschen,sondern auch anderer nicht normaler sexueller
Neigungen entsprechender Menschen in den oberen Etagen.Solche Menschen aber auch Steuerbetrügeretc.pp sind
erpressbar und lenkbar,und machen sich gut um grosse Ziele
irgendwann einmal durchzusetzen.Das ist auch eine Arbeit von Geheimdiensten wie der NSA oder anderen,um Schwachpunkte aufzusprüren und bei einem gewissen Bedarf und Zeitpunkt es dann an die Öffentlichkeit kommen zu lassen.
Es ist immer eine Frage" Qui bono".
Wer das nicht verstehen will ist meiner Meinung nach naiv!

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