Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.08.2011

17:26 Uhr

Fall Gäfgen

Innenminister prüft Verzicht auf Berufung

Um Gäfgen keine weiteren Möglichkeiten zur Selbstdarstellung zu geben, wird der hessische Innenminister Boris Rhein vorerst keine Berufung gegen die Entschädigungszahlung an den Kindsmörder einlegen.

Der hessische Innenminister Boris Rhein will verhindern, dass der Fall Gäfgen weiterhin Aufsehen erregt. Quelle: dpa

Der hessische Innenminister Boris Rhein will verhindern, dass der Fall Gäfgen weiterhin Aufsehen erregt.

WiesbadenHessens Innenminister Boris Rhein (CDU) wird möglicherweise keine Berufung gegen die Entschädigungszahlung für den verurteilten Kindsmörder Magnus Gäfgen einlegen. Er werde zwar zunächst die Urteilsgründe abwarten, sagte Rhein heute zu einem Bericht der „Bild“-Zeitung.

Er wolle aber „nicht verhehlen, dass es mir persönlich widerstrebt, auch aus Rücksicht auf die Familie des Opfers, einem Kindermörder erneut eine Bühne zur Selbstdarstellung zu bieten“.

Das Land Hessen muss Gäfgen nach einem Urteil des Frankfurter Landgerichts rund 3000 Euro Entschädigung zahlen, weil Gäfgen in einem Polizeiverhör Folter angedroht worden ist. Dies sei eine schwere Verletzung der Menschenwürde gewesen, „die nicht auf andere Weise befriedigend ausgeglichen werden kann“, befand das Gericht vergangene Woche.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft kündigte an, zu prüfen, ob mit dem Geld ein Teil der Außenstände des Landes ausgeglichen werden kann, wenn das Urteil rechtskräftig ist. Nach Angaben der Behörde hat Gäfgen aus seinem Mordprozess noch 71 000 Euro Schulden bei der Justizkasse. Gäfgen muss dem Zivil-Urteil zufolge vier Fünftel der Gerichtskosten übernehmen, bekam aber auch Prozesskostenbeihilfe. Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer hatte am Montag angekündigt, notfalls vor Gericht zu ziehen, wenn die Entschädigung für seinen Mandanten mit dessen Schulden verrechnet wird.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Nachwuchs

09.08.2011, 18:37 Uhr

Nur ein weitere Schritt unserer Politiker um zu beweisen: In Deutschland lohnt es sich für Kriminelle. Sie sind die wichtigsten Staatsbürger, die man unter allen Umständen fördern und belohnen muss.

Account gelöscht!

10.08.2011, 08:10 Uhr

Dies ist eine Bankroterklärung des Rechts-Staates gegen über einem Verbrecher.
Was für ein schwacher, ängstlicher Minister!!! Treten sie sofort zurück.
Basta.
Danke

Account gelöscht!

11.08.2011, 12:02 Uhr

Ich bin natürlich auch dafür, daß man diesen Typen lieber an seinen beiden Eiern aufhängt, anstatt Ihm noch Geld in seinen A.... zu blasen. Vermutlich denkt auch 99% der Bevölkerung inkl. der Richter so. Diese Urteil unterscheidet uns allerdings von Ländern wie die USA, Simbawne, Russland u.s.w. Es gibt nicht ein bisschen Folter. Folter ist Folter! Androhung von Folter bleibt Androhung von Folter! Und die ist in Deutschland nicht erlaubt. In diesem Fall hat der Rechtsstaat funktioniert. Und das ist auch gut so. ANSTATT sich über solche rechtmäßigen Urteile aufzuregen sollten wir lieber mal nach Karlsruhe schauen. Dort wird wohl bald ein wirklich wichtiges Urteil gesprochen. Und ich fürchte es wird auf politischem Druck hin gegen das deutsche Volk ausfallen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×