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04.12.2014

12:29 Uhr

Fall Haderthauer

Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen aus

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen wegen Verdacht auf Steuerbetrug gegen Bayerns Ex-Staatskanzleichefin Haderthauer einem Zeitungsbericht zufolge ausgeweitet. Ein Untersuchungsausschuss nimmt seine Arbeit auf.

Bayerns Ex-Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU). In der sogenannten „Modellbauaffäre“ hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen die Politikern einem Zeitungsbericht zufolge ausgeweitet. dpa

Bayerns Ex-Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU). In der sogenannten „Modellbauaffäre“ hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen die Politikern einem Zeitungsbericht zufolge ausgeweitet.

MünchenDie Münchner Staatsanwaltschaft hat einem Zeitungsbericht zufolge in der „Modellbauaffäre“ ihre Ermittlungen gegen die frühere bayerische Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) ausgeweitet. Die Ermittler gingen mittlerweile zusätzlich dem Verdacht nach, dass die Politikerin in den Jahren 2005, 2006 und 2008 Steuern hinterzogen haben könnte, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der „SZ“ zufolge geht es bei dem Verdacht der Steuerhinterziehung um eine Gesamtsumme von etwa 55.000 Euro. So seien die Ermittler bei der CSU-Landtagsabgeordneten im Jahr 2005 auf drei Schecks über insgesamt 17.000 Euro gestoßen, die von Haderthauer auf das gemeinsame Konto mit ihrem Ehemann eingezahlt worden seien.

In den Büchern der von den Haderthauers mit geführten Firma Sapor Modelltechnik seien die Beträge jedoch nicht aufgeführt worden, obwohl die Ermittler davon ausgingen, dass es sich um Erlöse für Modellautos gehandelt habe.

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, dauern die Ermittlungen gegen Haderthauer nach wie vor an. Ein mögliches Ende der Ermittlungen konnte er nicht nennen.

Haderthauer war Anfang September wegen der sogenannten Modellbauaffäre zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt seit Anfang August gegen die Politikerin. In der Affäre geht es um hochwertige Modellautos, die von psychisch kranken Straftätern für geringes Entgelt für ein Unternehmen von Haderthauers Mann angefertigt und dann zum Teil für mehrere tausend Euro weiter verkauft wurden. Haderthauer war früher Gesellschafterin der Firma.

Der Fall Haderthauer

Die Chronologie

Als junge Rechtsanwältin steigt Bayerns heutige Staatskanzleichefin Christine Haderthauer 1990 in das Modellauto-Geschäft ein. Ein knappes Vierteljahrhundert später steht sie unter Betrugsverdacht. Eine Chronologie.

16. Mai 1988

Der dreifache Sexualmörder Roland S. wird vom Landgericht Nürnberg zu lebenslanger Haft und Unterbringung verurteilt. Im Maßregelvollzug lernt S. den Assistenzarzt Hubert Haderthauer kennen.

1990

Der Dreifachmörder baut Modellautos. Haderthauers Frau Christine wird Teilhaberin der Firma Sapor Modelltechnik, die die Autos verkauft. Ein Mitgesellschafter ist der Franzose Roger Ponton. Das Geschäft läuft schlecht, Ponton soll Geld nachschießen. Laut Haderthauer antwortet er nicht auf entsprechende Kontaktversuche und ist seit 1996 nicht mehr erreichbar.

2004

Haderthauer überträgt nach ihrem Einzug in den bayerischen Landtag ihren Firmenanteil an Ehemann Hubert.

2008

Christine Haderthauer wird Ministerin, Hubert Haderthauer, inzwischen Landgerichtsarzt in Ingolstadt, verkauft die Firma.

6. April 2011

Der nach Darstellung der Haderthauers jahrelang nicht erreichbare Ponton meldet sich und verlangt eine Abfindung für seinen Anteil. Die Parteien einigen sich auf 20 000 Euro.

2013

Der „Spiegel“ berichtet über die Modellauto-Geschäfte. Die bayerische Landesanwaltschaft führt unter anderem wegen der früheren Modellauto-Geschäfte ein Disziplinarverfahren gegen Dr. Haderthauer.

Mai 2014

Ponton erstattet Betrugsanzeige. Er vermutet, dass die Haderthauers ihn bei der Abfindung um rund 30 000 Euro prellten.

1. August 2014

Die Staatsanwaltschaft München II leitet förmliche Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gegen die Staatskanzleichefin ein. Gegen ihren Mann wurde bereits vorher ermittelt.

Am Donnerstag sollte auch ein Landtagsuntersuchungsausschuss zu der Affäre seine Arbeit aufnehmen. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob Haderthauer Fragen der Opposition zu ihrer Arbeit für die Modellbaufirma in ihrer Zeit als Ministerin wahrheitsgemäß beantwortet hat.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Old Harold

04.12.2014, 13:45 Uhr

Die Auswahl des Fotos zeugt nicht gerade von gutem Journalismus!

Frau Margrit Steer

04.12.2014, 16:22 Uhr

Unser Land ist verfault bis in die tiefste Wurzeln.
Und diese Wurzeln müssen wir ziehen.
Das geht abefr nur, wenn der detusche Michl endlich mal wach wird

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