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08.01.2007

09:58 Uhr

Fall Kurnaz

Justiz ermittelt gegen KSK-Soldaten

Neue Entwicklung im Fall Kurnaz: Gegen zwei namentlich bekannte Soldaten der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte (KSK) ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Die Vorwürfe gegen die Männer wiegen schwer.

Der Ex-Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz. Foto: dpa dpa

Der Ex-Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz. Foto: dpa

HB TÜBINGEN. Den Angehörigen des Bundeswehr-Kommandos Spezialkräfte (KSK) werde gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung im Amt vorgeworfen, teilte die Behörde am Montag mit. Damit ist die drohende Verjährung abgewandt, ein späteres Strafverfahren bleibt möglich.

„Die Ermittlungen dauern an“, hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Insbesondere sollen die beiden Verdächtigen vernommen werden. Kurnaz hatte ausgesagt, ein KSK-Mann habe ihm im Januar 2002 in einem Gefangenenlager in Afghanistan den Kopf auf den Boden geschlagen. Außerdem sei er getreten worden. Bei den Misshandlungen sei ein zweiter Soldat anwesend gewesen.

Einfache Körperverletzung verjährt nach fünf Jahren. Die Behörden hatten sich deshalb bemüht, bis Januar Beschuldigte zu ermitteln. Dafür wurden Kurnaz am 28. Dezember vergangenen Jahres 48 Fotos gezeigt, darunter Aufnahmen von 14 KSK-Soldaten, die Kontakt zu Kurnaz gehabt haben könnten. Kurnaz habe angegeben, den Soldaten erkannt zu haben, der ihn an den Haaren gepackt und seinen Kopf auf den Boden geschlagen haben soll. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Soldaten ein. Der zweite Beschuldigte hatte zur gleichen Zeit Wachdienst.

Kurnaz war Ende 2001 in Pakistan festgenommen worden. Er wurde nach Afghanistan verschleppt und schließlich vier Jahre lang im US- Lager Guantánamo auf Kuba festgehalten. Im August 2006 kam Kurnaz frei. Der Verteidigungsausschuss und der BND-Untersuchungsauschuss des Bundestages wollen sich noch Anfang dieses Jahres mit dem Fall befassen.

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