Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.04.2011

18:15 Uhr

"Falsch und infam"

Deutsche Bank empört über SPD-Chef Gabriel

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, in der Euro-Schuldenkrise vor allem die Interessen der Deutschen Bank zu schützen. Das Geldinstitut weist die Vorwürfe scharf zurück.

SPD-Chef Sigmar Gabriel. Quelle: dapd

SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Berlin/Frankfurt SPD-Chef Sigmar Gabriel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, in der Schuldenkrise Politik für die Deutsche Bank statt für die breite Mehrheit der Bevölkerung zu machen. "Natürlich vertritt Frau Merkel die Interessen der Deutschen Bank, wenn sie sich gegen eine Gläubigerbeteiligung und gegen eine Umschuldung wehrt", sagte Gabriel am Freitag in Berlin. Die Hilfen für Portugal seien auch nach Überzeugung der SPD nötig. Merkel aber verlagere das Risiko einseitig auf die Schultern der Steuerzahler, "nur um die Gläubiger, und damit im Wesentlichen in Deutschland die Deutsche Bank, zu schützen", sagte Gabriel.

Das Geldhaus wies Gabriels Äußerung als "falsch und infam" zurück. Der SPD-Chef solle sich an die Fakten halten, sagte ein Bank-Sprecher: "Diese machen deutlich, dass die Deutsche Bank von einer solchen Gläubigerbeteiligung und Umschuldung nur in sehr begrenztem Umfang direkt betroffen wäre."

Gemeinsam mit dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger plädierte Gabriel dafür, dass Portugal für Hilfen aus dem Rettungsschirm nicht auch noch Strafzuschläge zahlen sollte. "Der Steuerzahler (in Deutschland) zahlt am Ende mehr, wenn die Zinsen in diesen Ländern die Sparerfolge wieder auffressen", sagte der SPD-Chef. Bofinger und Gabriel forderten Pläne für eine Umschuldung, um den Krisenländern Wachstumsperspektiven zu eröffnen. "Man muss dringend darüber nachdenken, wie man eine Umschuldung in Gang setzen kann, um für diese Länder auch wieder eine Zukunftsperspektive zu schaffen", sagte Bofinger.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×