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13.01.2014

06:55 Uhr

Familienfreundlichere Bundeswehr

Grüne kritisieren von der Leyens Vorstoß

ExklusivMehr Teilzeit, weniger Versetzungen: Die Verteidigungsministerin will den Soldaten das Leben erleichtern. Viele finden das gut, von der Opposition kommt aber auch Kritik.

Von der Leyen Vorstoß

Familienfreundlicher Arbeitgeber Bundeswehr?

Von der Leyen Vorstoß: Familienfreundlicher Arbeitgeber Bundeswehr?

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BerlinDer Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner mahnt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Finanzierbarkeit ihrer geplanten Attraktivitätsoffensive für die Bundeswehr zu sichern. „Die Umsetzung der Maßnahmen wird viel Geld kosten, das bislang nicht im Verteidigungshaushalt zur Verfügung steht“, sagte Lindner dem Handelsblatt (Montagausgabe). „Die Ministerin muss sagen, wie sie das finanzieren will.“

Allein ein flächendeckendes Kita-Angebot würde eine zweistellige Millionensumme erfordern, schätzt der Grünen-Politiker, der auch im Haushaltsauschuss der Bundestags sitzt. Für flexiblere Arbeitszeiten sei zudem die Einstellung zusätzlichen Personals notwendig.

Dagegen hatte neben dem Koalitionspartner SPD auch der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus die Initiative begrüßt. Gerade weil der Militärdienst immer auch von persönlichen Härten geprägt sei, müsste das Möglichste getan werden, um das Arbeitsumfeld familienfreundlich zu gestalten, sagte der Freidemokrat dem „Handelsblatt“ (Montag).

Von der Leyen bekräftigte ihren Vorstoß für familienfreundlichere Bedingungen in der Bundeswehr und verteidigte ihn gegen Kritik. „Natürlich ist der Soldatenberuf kein Beruf wie jeder andere“, sagte die CDU-Politikerin am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Bei Kampfeinsätzen wie in Afghanistan gebe es keine Teilzeit. „Aber im Grundbetrieb (...), da müssen die Rahmenbedingungen optimal sein.“

Von der Leyen wies darauf hin, dass auf einen Soldaten in Afghanistan 35 Soldaten zu Hause kämen, die zum Beispiel für Logistik, Technik und Sanitätswesen zuständig seien. „Wir haben keine Wehrpflicht mehr. Niemand muss zur Bundeswehr, sondern alle kommen freiwillig. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein, wie bei allen anderen Berufen auch“, sagte die Ministerin.

Künftig sollen Soldaten nach dem Willen der Ministerin ganz selbstverständlich Teilzeitmöglichkeiten nutzen können, etwa die Option einer Drei- oder Viertagewoche in einer Familienphase, ohne Karriererückschritte. „Ich denke auch an Lebensarbeitszeitkonten, auf die Überstunden eingezahlt werden und von denen Freizeiten abgehoben werden können, sei es für die Betreuung von kleinen Kindern oder alter Eltern“, hatte sie in der „Bild am Sonntag“ erklärt. Die häufigen Versetzungen der Soldaten will von der Leyen auf das Notwendige begrenzen. Als eine der ersten Maßnahmen plant von der Leyen den Ausbau der Kinderbetreuung in den Kasernen. Für die Betreuung in Randzeiten sollte stärker mit flexiblen Tagesmüttern gearbeitet werden.

Kommentare (12)

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kfvk

13.01.2014, 08:40 Uhr

Die Dame scheint sich im Ministerium geirrt zu haben -- für die sozialen Wohltaten sind andere zuständig. Aber jeder macht das, was er/sie am besten kann.
Ich frage mich, ob diese Dinge nun allerwichtigste Aufgabe der Ministerin sind. Da gibt es doch Probleme mit der Bewaffnung, der Organisation und, und und ...
Die Kommunen sind doch inzwischen verpflichtet genügend Kitaplätze zur Verfügung zu stellen. Weshalb nun Parallelstrukturen erfinden? Und Halbtagsarbeitsplätze in der BW? Wie sieht das im Einsatz aus? Moment lieber Taliban, Kollege kommt gleich ... Das mag ja bei den Zivilangestellten gehen, aber bei der Truppe?
Von den Kosten will ich lieber nicht reden. Die könnten natürlich über die Autobahnvignette finanziert werden. Schließlich gibt es keine zweckgebundenen Steuern. Mit dieser Regierung und ihrem Kuschelzwang im Kabinett und nach außen steht uns noch einiges bevor.

AfDWaehlen

13.01.2014, 09:19 Uhr

Vön der Leyens macht das, was sie vorher gemacht hat,
Familienpolitik in der Bundeswehr.
Aufgabe der Bundeswehr ist es nicht !!!!!!!!!!
sich als einen guten Arbeitgeber darzustellen und damit zu werben.
Sie hat die Aufgabe Europa und USA vor den Demokratiefeinden (Islamismus) zu schützen und dafür müssen Soldaten bereit sein, ihr Leben einzusetzen und eventuell zu sterben.
Daher hat sie sich um Absicherung der Familien, als auch um technisch hochwertige Ausrüstung zu sorgen und
den Soldaten in Afghanistan kein G36 zu spendieren, das um die Ecke schießt .
Die Unfähigkeit und Verkommenheit der Politischen Kaste
zeigt sich wieder einmal, insbesondere wenn man für sich selbst ein warmes Plätzchen besorgt, wie Profalla.

N_K

13.01.2014, 09:35 Uhr

"Grüne kritisieren von der Leyens Vorstoß"

Man braucht nicht farblich angehaucht zu sein, um den ganzen Schwachsinn widerlich zu finden. Immer mehr Auslandseinsätze einer ursprünglich nur zur Verteidigung installierten Armee zu forcieren und gleichzeitig etwas von "familienfreundlich" zu faseln ist schon ein starkes Stück. Wie vereinbaren sich denn Tote und Verletzte mit Familienfreunlichkeit? Oder werden künftig nur noch Schokoladenkugeln geworfen? Dann kann Papa (oder Mama) sie künftig einsammeln und den Kindern als Souvenir nach hause mitbringen.

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