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24.09.2012

20:28 Uhr

„Familienmonitor 2012“

Familie und Beruf sollen besser funktionieren

Familie und Beruf müssen besser zu vereinbaren sein: Da sind sich laut einer neuen Studie die meisten Deutschen einig. Nur dass die Regierung hier hält, was sie versprochen hat – das wird von vielen bezweifelt.

Ein Kind mit seinem Vater auf einem Spielplatz. dapd

Ein Kind mit seinem Vater auf einem Spielplatz.

BerlinImmer mehr Deutsche wollen Familienleben und Beruf besser vereinbaren. 87 Prozent finden es wichtig, dass der Staat die Bedingungen für berufstätige Eltern verbessert, wie der "Familienmonitor 2012" des Allensbach-Instituts für das Bundesfamilienministerium zeigt. Drei von vier Deutschen sehen das Thema nach dem am Montag in Berlin vorgestellten Bericht als wichtigste Aufgabe der Familienpolitik. "Die Frage 'Kind oder Beruf' wird tendenziell mit 'Kind und Beruf' beantwortet", sagte Familienministerin Kristina Schröder (CDU).

Allerdings hat eine Mehrheit der Befragten Zweifel, ob die Bundesregierung die selbstgesteckten Ziele erreichen kann. 59 Prozent sind skeptisch, ob der bundesweite Ausbau der Kindertagesstätten wie geplant gelingt. Den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für unter Dreijährige ab August 2013 halten drei Viertel aber für richtig. Breite Zustimmung gibt es für das 2007 eingeführte Elterngeld. 64 Prozent sind der Meinung, die meisten Eltern seien auf die Förderung angewiesen.

Von den Unternehmen wünschen sich Eltern vor allem flexiblere Arbeitszeiten (96 Prozent der Mütter) und Sonderurlaub, wenn ein Kind krank wird (81 Prozent der Mütter). Bei Vätern sind diese Bedürfnisse ähnlich stark ausgeprägt. 58 Prozent der nicht berufstätigen Mütter würden gerne wenigstens in Teilzeit arbeiten.

Bei der Rollenverteilung in den Familien zeichnet der Bericht ein traditionelles Bild. 70 Prozent der Mütter erledigen Arbeiten im Haushalt weitgehend allein. Mehr als die Hälfte der Väter gab an, beruflich stärker eingespannt zu sein. 46 Prozent sagten, sie müssten häufiger Überstunden machen. Trotzdem haben 69 Prozent der Bevölkerung den Eindruck, Väter würden sich heute stärker an der Kindererziehung beteiligen als vor 10 bis 15 Jahren.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

25.09.2012, 01:44 Uhr

Wer behauptet, dass Kind und Beruf funktioniert, der arbeitet wohl in einer Bundesbehörde, wo man pünktlich um 16:00 Uhr den Griffel fallen lässt. Als Ingenieur in F&E komme ich fast nie vor 21:00 Uhr aus der Firma raus, oft laufen Versuchsreihen an Wochenenden und Feiertagen durch. Familie zu haben ist da eine völlig weltfremde Idee von Politikern abseits jeglicher Realitäten.

Krise

25.09.2012, 12:24 Uhr

@Andre: So sieht es aus!!!

aber die Vielzahl der Kommentare im Vergleich zu anderen Themen zeigt mir, dass dieses Thema den Menschen in diesem Land am verlängerten Steiss vorbei geht!

Leider, bzw. dumm nur, dass unser System immer noch auf unserem Nachwuchs basiert! Da hilft es auch wenig z.B. 5000 € im Monat zu verdienen während die Frau nichts verdient und sich um das kind kümmert...

ab 2030 sind wir dann doch bei der Sozialhilfe, denn von 1.320 € können wir dann nicht leben...

Account gelöscht!

02.10.2012, 14:01 Uhr

Was ist nötig um die Balance von Familie und Beruf zu verbessern? Andere Arbeitsbedingungen, bessere Vereinbarkeitsbedingungen von Beruf und Familie, und insgesamt eine weniger zentrale Stellung von Erwerbsarbeit – für Frauen und für Männer. Einen interessanten Artikel dazu gibt es hier http://www.atkearney361grad.de/2012/09/27/doppelkarriere-paare-zwischen-arbeit-und-liebe/

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