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03.06.2013

16:22 Uhr

Familienunternehmer

Kampagne gegen rot-grüne Vermögensteuerpläne

ExklusivDie Familienunternehmer machen gegen die „rot-grüne Steuererhöhungsorgie“ mobil. Verbandspräsident Lutz Goebel lässt zunächst Plakate kleben. Dann wollen die Unternehmer Mitarbeiter und Betriebsräte ins Boot holen.

Lutz Goebel: „Familienunternehmer werden ihre Mitarbeiter und Betriebsräte ansprechen“. PR

Lutz Goebel: „Familienunternehmer werden ihre Mitarbeiter und Betriebsräte ansprechen“.

BerlinDie deutschen Familienunternehmer wollen mit einer massiven Kampagne gegen rot-grüne Pläne für eine Erhöhung der Vermögensteuer protestieren. Mit den am Dienstag startenden Aktionen solle Politik, Arbeitnehmern und den Betriebsräten die Folgen der „rot-grünen Steuererhöhungsorgie“ klar gemacht werden, sagte Lutz Goebel, Präsident des Verbands der Familienunternehmer, dem Handelsblatt. SPD und Grüne wollen im Falle eines Wahlsiegs die Vermögensteuer zwischen ein bis eineinhalb Prozent erhöhen.

Die Kampagne, die sich bis zur Bundestagswahl am 22. September erstrecken soll, ist breit angelegt. Den Start macht am heutigen Dienstag eine Plakataktion in Berlin. Hinzu kommt Werbung gegen die Vermögensteuer auf über 600 Taxis in der Hauptstadt, die Unternehmer verschicken einen Brandbrief an alle Bundestagabgeordneten. Mitte Juni wird dann ein Anti-Vermögensteuer-Kongress folgen. Pikant dabei: Die Unternehmer wollen nicht nur bei der Politik Widerstand leisten. „Viele Familienunternehmer werden ihre Mitarbeiter und Betriebsräte ansprechen“, sagte Goebel. Er persönlich werde die Folgen der Vermögensteuer für seinen Betrieb seinen Mitarbeitern vorrechnen.

Die 20 ältesten Weltmarktführer Deutschlands

Achenbach Buschhütten

Gegründet 1452

Branche: Maschinenbau/ Walzwerke

Umsatz 2011: 59,92 Millionen Euro

Isabellenhütte Heusler

Gegründet 1482

Branche: Metallverarbeitung

Umsatz 2011: 96,99 Millionen Euro

Deutsche Post

Gegründet 1490

Branche: Logistik

Umsatz 2012: 55,5 Milliarden Euro

William Prym

Gegründet 1530

Branche: Druckknöpfe

Umsatz 2011: 380,05 Millionen Euro

Voith Turbo BHS Getriebe

Gegründet 1532

Branche: Autozulieferer

Umsatz 2011: 110,00 Millionen Euro

Stahlwerke Annahütte

Gegründet 1537

Branche: Gewindestahl

Umsatz 2011: 224,00 Millionen Euro

Leoni

Gegründet 1569

Branche: Kabel

Umsatz 2012: 3,81 Milliarden Euro

Pfeifer Holding

Gegründet 1579

Branche: Seil- und Hebetechnik

Umsatz 2011: 217,50 Millionen Euro

Hahnemühle FineArt

Gegründet 1584

Branche: Künstlerpapier

Umsatz 2011: 25,43 Millionen Euro

Saxonia EuroCoin

Gegründet 1612

Branche: Blankmünzen

Umsatz 2011: 84,40 Millionen Euro

Heinz Holding

Gegründet 1622

Branche: Glasflakons

Umsatz 2011: 292,87 Millionen Euro

Merck KGaA

Gegründet 1668

Branche: Pharma und Flüssigkristalle

Umsatz 2012: 10,741 Milliarden Euro

WIV Wein International

Gegründet 1675

Branche: Wein-Direktvertrieb

Umsatz 2011: 482,90 Millionen Euro

Metrica Interior Gruppe

Gegründet 1681

Branche: Luxus-Innenausbau

Umsatz 2009: 82,65 Millionen Euro

Lukas Meindl

Gegründet 1683

Branche: Outdoor-Schuhe

Umsatz 2009: 62,00 Millionen Euro

Dillinger Hütte Gruppe

Gegründet 1685

Branche: Stahl/ Grobbleche

Umsatz 2011: 2,498 Milliarden Euro

Lambertz

Gegründet 1688

Branche: Backwaren

Umsatz 2011: 552,40 Millionen Euro

Zapp

Gegründet 1701

Branche: Stahl

Umsatz 2011: 338,60 Millionen Euro

Goldhofer

Gegründet 1705

Branche: Transportfahrzeuge

Umsatz 2011: 141,60 Millionen Euro

Römheld Friedrichshütte

Gegründet 1707

Branche: Fertigungstechnik

Umsatz 2011: 36,00 Millionen Euro

Nicola Leibinger-Kammüller, Chefin des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf, hat durchrechnen lassen, was die bereits vorliegenden Vermögensteuermodelle ihre Firma gekostet hätten, wenn sie bereits während der Krise nach 2008 gegolten hätten. „Uns wären je nach Modell zwischen 50 und 75 Millionen Euro entzogen worden – und dies in einer Zeit, in der der Umsatz um 40 Prozent eingebrochen war“, sagte Leibinger dem Handelsblatt.

Den Beteuerungen von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, er wolle eine Vermögensteuer einführen, die die Substanz der Unternehmen unangetastet lasse, glauben die Familienunternehmer nicht. Wolfgang Herges aus St. Ingbert im Saarland, der eine Stahl- und Blechbau-Firma betreibt, warnt: „Auch wenn die SPD und Grüne behaupten, die Substanz nicht angreifen zu wollen, entzieht ihre Vermögenssteuer oder- abgabe den Betrieben schleichend Eigenkapital, weil wir weniger thesaurieren können.“

Von

sig

Kommentare (1)

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Skalve

03.06.2013, 21:28 Uhr

Steuererhöhungen vor der Wahl zu versprechen scheint kein großes Risiko, wenn man es psychologisch klug anpackt. Einerseits erschleicht man sich einen gewissen Vertrauensbonus, werden solche Vorhaben ins soziale Mäntelchen verpackt und an die Adresse der Wähler gerichtet veröffentlicht, verbunden mit der Erklärung, dass diese Steuererhöhungen ja nur die anderen treffen, müsste der Wahlerfolg sicher sein.


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