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11.04.2011

10:51 Uhr

„Familienurlaub mit Vollpension“

Junge Unternehmer feiern Schröders Elterngeld-Stopp

Schlechte Nachrichten für werdende Familien: Ministerin Köhler kassiert die geplante Ausweitung des Elterngelds. Die Wirtschaftsjunioren sind erfreut, dass nun kein "Familienurlaub mit Vollpension" gewährt wird.

Ein Ehepaar unternimmt mit seinen beiden Kindern einen Ausflug. Quelle: dpa

Ein Ehepaar unternimmt mit seinen beiden Kindern einen Ausflug.

Berlin

Die Wirtschaftsjunioren Deutschland begrüßen die Entscheidung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), eine Ausweitung des Elterngelds von der politischen Tagesordnung zu verbannen. "Als Vertreter der jungen Generation sind wir große Anhänger des Elterngelds", sagte Tobias Schuhmacher, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland. "Das Elterngeld darf aber kein verlängerter Familienurlaub mit Vollpension werden" Im Vordergrund müsse immer das Ziel stehen, Anreize für eine Berufstätigkeit zu setzen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Das sei bei einer weiteren Ausweitung des Elterngelds nicht mehr gegeben.

"Wichtiger als mehr Elterngeld ist deshalb, alle Anstrengungen in den Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten zu stecken und diese für alle bezahlbar zu machen", sagte Schuhmacher. Es könne nicht sein, dass sich für Familien mit niedrigem Einkommen eine Berufstätigkeit nicht lohne, weil das Einkommen größtenteils in die Kinderbetreuung fließe. "Um im Job den Anschluss nicht zu verlieren, muss es außerdem attraktiver werden, während des Bezugs von Elterngeld zu arbeiten", sagt der Verbandsvorsitzende. Die Wirtschaftsjunioren Deutschland fordern deshalb, dass das Elterngeld bis zur Höhe des bisherigen Nettogehalts aufgestockt werden kann, ohne dass das hinzuverdiente Einkommen auf das Elterngeld angerechnet wird. "So wird ein Anreiz gesetzt, zumindest einen Fuß in der Tür des Unternehmens zu lassen", sagte Schuhmacher.

Die Wirtschaftsjunioren sind mit rund 10.000 aktiven Mitgliedern aus allen Bereichen der Wirtschaft der größte Verband junger Unternehmer und Führungskräfte in Deutschland. Die Mitglieder sind zwischen 18 und 40 Jahre alt.

Schröders Sprecher hatte zuvor einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigt, dass entgegen den Ankündigungen im Koalitionsvertrag "eine Weiterentwicklung des Elterngeldes im Moment aus finanziellen Gründen nicht darstellbar" sei.

Bisher können Eltern nach der Geburt eines Kindes maximal 14 Monate Elterngeld bekommen. Zwölf Monate sind für den einen Partner vorgesehen; zwei weitere Monate finanziert der Staat nur, wenn der andere Partner - meist der Vater - ebenfalls Elterngeld beantragt.

Diese Vätermonate sollten laut Koalitionsvertrag ausgeweitet werden. Unionsabgeordnete hatten 2009 dafür plädiert, dass aus zwei Vätermonaten vier werden sollten. Der Anspruch der Mütter wäre damit gleich geblieben; Väter hätten ihre Babypause verlängern können. Das hätte jedoch die Kosten des Elterngeldes - derzeit etwa vier Milliarden Euro jährlich - erhöht, weshalb das Familienministerium dem Blatt zufolge diesen Plan nun nicht mehr verfolgt.

Kommentare (6)

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11.04.2011, 11:18 Uhr

Wer ist Ministerin Köhler????

AngeloMurkel

11.04.2011, 11:44 Uhr

Und schon wieder ein Wahlflopp von CDU/CSU und FDP. Versprechen aus dem Koalitionsvertrag werden zurückgenommen. Politik, Wahlversprechen und deren Realisierung erfolgen willkürlich nach dem Baukastenprinzip.

Konzeptionslos, orientierungslos steuert Merkels Politikerkaste von einem Desaster ins nächste.

Tricksen, täuschen und lügen um jeden Preis. Hauptsache der Wähler macht sein Kreuzchen an der richtigen Stelle und der Machterhalt ist für eine weitere Legislaturperiode gesichert. Was dann folgt, können wir leibhaftig in Deutschland jeden Tag miterleben.

Merkels Kriegsschiff bekommt jeden Tag mehr Schlagseite. Die FDP hat´s vorgemacht und CDU/CSU werden ihr folgen. Wer den Wähler irreführt, bekommt seine Quittung. Das große Zittern hat längst in Bayern und dem Rest der Republik in den Reihen für die letzten treuen CDU/CSU-Anhänger begonnen. Auch aus diesem erlesenen Kreis werden noch viele Prozentpunkte zu anderen Parteien überlaufen.

Frau Dr. Angela Merkel sei es gedankt. Wenigsten dass kann sie gut!

Orakel.von.Berlin

11.04.2011, 12:06 Uhr

Das ganze Wahlprogramm dieser Regierungskoalition bestehend aus CDU,CSU und FDP ist geprägt von Konzeptionslosigkeit. Nichts ist bis zum Ende durchdacht. Nichts wird zu Ende geführt.
Blender, Trickser und ein Kabinett mit deutlich mangelnden Profiqualitäten geführt von einer machtbesessenen Stockmutter.
Seit Bestand dieser Regierungskoalition sind zwei Konstanzen deutlich sichtbar:
1. reihenweise Wahlschlappen der CDU und FDP
2. Fortgang kompetenter CDU-Politiker (Merz, Koch etc.)
3. ein Wahlversprechen nach dem anderen wird gekippt

Und das Ende der Geschicht´
A. Merkels Regierungskoalition gibt´s bald nimmer nicht!

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