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25.05.2013

12:28 Uhr

Fanmeilen in Deutschland

BKA warnt vor Anschlagsplänen gegen Fußballfans

Ganz Deutschland fiebert dem Anstoß entgegen – doch eine Terrorwarnung trübt die Vorfreude. Laut „Spiegel“ hat das BKA einen Hinweis, dass ein Anschlag geplant ist. Innenminister Friedrich will davon nichts wissen.

Absperrgitter für die Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin: Das BKA hat eine Terrorwarnung weitergegeben. dpa

Absperrgitter für die Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin: Das BKA hat eine Terrorwarnung weitergegeben.

BerlinDas Bundeskriminalamt (BKA) hat nach Informationen von „Spiegel online“ Hinweise auf Anschlagpläne gegen Fußball-Fans in Deutschland. Islamisten hätten die Fanmeilen zur Übertragung des Champions-League-Finales am Samstagabend ins Visier genommen. Das habe BKA-Chef Jörg Ziercke den Innenministern von Bund und Ländern in einer vertraulichen Sitzung am Freitag berichtet, meldet „Spiegel online“. Besucher der Spektakel müssten sich auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Am Samstagabend treffen im Finale in in London die Mannschaften von Borussia Dortmund und Bayern München aufeinander.

Ziercke habe gegenüber den Innenministern von einem „ernstzunehmenden Hinweis“ gesprochen, hieß es. Ähnliche Hinweise hätten sich in der Vergangenheit allerdings als falsch herausgestellt. Auch in London herrscht seit Tagen Alarmbereitschaft, nachdem zwei mutmaßliche Islamisten einen britischen Soldaten auf offener Straße ermordet hatten. Mitte April waren bei einem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon drei Menschen getötet worden. Mehr als 200 wurden verletzt.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat nach eigenen Angaben keine konkreten Erkenntnisse über Anschlagspläne auf Fußball-Fanmeilen. „Deutschland steht seit längerem im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Es gibt derzeit keine Hinweise auf Anschlagspläne oder Anschlagziele in Deutschland“, sagte Friedrich am Samstag nach Angaben seines Ministeriums. „Bei Großereignissen wie dem heutigen Champions-League-Finale in London stehen die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern im intensiven Austausch mit ihren europäischen Partnern.“

Die größten Fanmeilen

Dortmund

Dortmund erwartet bis zu 45.000 Menschen zum Public Viewing. Allein in den ausverkauften Westfalenhallen werden 18.000 vorwiegend schwarz-gelbe Fans das Endspiel der Königsklasse verfolgen. Wer keine Karte hat, muss auf die kostenlose Freiluft-Variante ausweichen. Die mit 40 Quadratmetern größte Leinwand wird auf dem Friedensplatz stehen, kleinere Leinwände stehen an der Reinoldikirche und auf dem Hansaplatz. Bei einem Sieg für den BVB wird der Autokorso durch die Stadt ebenfalls übertragen.

München

In München werden rund 45.000 Fans das Finale in der Allianz-Arena erleben. Der FC Bayern hat die Eintrittskarten verschenkt, das Spiel gegen den BVB wird auf zwei 100 Quadratmeter großen Monitoren übertragen. Weitere 30.000 Karten hat die Stadt für die Übertragung auf der Theresienwiese pro Stück verkauft. Beide Veranstaltungen sind bis auf den letzten Platz ausgebucht. Fast alle Biergärten, Bars und Wirtshäuser zeigen das Finale am Samstag. Wenn der FC Bayern gewinnt, dürften Tausende zur Siegesparty auf die Feiermeile zwischen Siegestor und Münchner Freiheit strömen.

Berlin

Berlin empfängt Fußballbegeisterte wie schon zu Weltmeister- und Europameisterschaften auf der Fanmeile am Brandenburger Tor. Fünf Videoleinwände stehen auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor bereit und zeigen die Übertragung aus dem Londoner Wembleystadion. Auch ein Musikprogramm ist für die Hauptstadt-Fanmeile geplant.

Auch das nordrhein-westfälische Innenministerium hat nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass Anschläge auf öffentliche Veranstaltungen geplant sind. „Es gibt keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne“, sagte Ministeriumssprecherin Birgit Axler am Samstag in Düsseldorf. „Wir haben weiterhin eine abstrakte Gefahrenlage.“

Allerdings sei den Behörden an diesem Freitag noch einmal ein Erlass in Erinnerung gerufen worden, der nach dem Anschlag auf den Marathon von Boston ergangen sei. „Wir in NRW haben die Behörden unmittelbar nach den Anschlägen von Boston bereits sensibilisiert für die Gefahrenlage bei Großveranstaltungen“, sagte Axler. Der Mordanschlag auf einen britischen Soldaten in London in dieser Woche habe die Aufmerksamkeit für die grundsätzlich bestehende Gefahrenlage noch einmal erhöht. „Man hat das Ganze sehr eng im Blick“, sagte Axler.

Kommentare (3)

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Zaungast

25.05.2013, 13:00 Uhr

Die Ignoranz von Leuten wie dem Friedrich wird einmal unser Untergang sein.
Klar, es geht immer um Geld und da will man sich die Märkte natürlich nicht verprellen.
Der Dax ist ja sooo sensibel! Ein paar Menschenleben interessieren unsere "Machteliten" einen Dreck! Hauptsache Wachstum!

Wahrheitsfindung

25.05.2013, 13:33 Uhr

Ach liebe Leute, vielleicht ist das BKA ja selber am Anschlag beteiligt. In Benghasi war es auch nicht der Mob, der angeblich auf die Mohammed Karrikatur reagierte. Die amerik. Regierung wusste bescheid und hat den eigenen Mann geopfert. Es wird uns hier ein übles Spiel vorgespielt. Es gibt Topenthüllungsjournalisten. Man möge sich unter: www.alpenparlament.tv unter Politik und Gesellschaft schlau machen. Sollte der Beitrag, wie beim Axel Springer Verlag wegzensiert werden, muss man sich langsam fragen, ob hier einige Journalisten bereit sind, die eigene Großmutter zu verkaufen.

cashca

25.05.2013, 13:58 Uhr

Der eine sieht Gefahr, der andere sieht keine, die Angstmacherei geht weiter.
Mir ist das mittlerweile sowas von wurscht, solle die doch machen was sie wollen. ich bleibe gefährdeten plätzen fern.
Wieviel davon auf da Konto der Geheimdienste selber gehen, möchte ich nicht wissen.
Da wird wieder was inszeniert, dann in letzter Sekunde verhindert, alle sind gerettet und die Retter rühmen sich. Alles nur noch Gangsterbanden.
Was echte Gefahr und was getürkte Gefahr ist, weiß doch heute kein Mensch mehr.
False Flag ist überall. Wer sind wohl heutzutage die größten Terroristen?

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