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05.11.2012

16:28 Uhr

Fast 16.000 ohne Stelle

Mehr Jugendliche ohne Ausbildungsplatz

Die Zahl offener Ausbildungsplätze ist höher als die der Bewerber – dennoch suchten zuletzt mehr Jugendliche vergeblich eine Stelle. Der Ausbildungspakt von Bundesregierung und Wirtschaftsverbänden soll das ändern.

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist insgesamt positiv. dpa

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist insgesamt positiv.

BerlinAuf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind in Deutschland zuletzt deutlich mehr Jugendliche unversorgt geblieben als noch im Vorjahr. Zum 30. September waren 15.700 Bewerber ohne Ausbildungsplatz - 38,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Montag in Berlin berichtete. Diesen Bewerbern will der Ausbildungspakt, ein Bündnis aus Bundesregierung und deutschen Wirtschaftsverbänden, jetzt verstärkt unter die Arme greifen.

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„Wir werden die Zahl der präventiven Maßnahmen erhöhen“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Wichtig sei die Qualifizierung und Begleitung derer, die sich schwertäten und Beratung bräuchten.

Jugendliche sollen gezielt beim Übergang in den Beruf unterstützt werden, wie die Bündnispartner am Montag nach der Sitzung des Lenkungsausschusses des Paktes erklärten. Rund 270 000 junge Leute sind nach Angaben der Arbeitsagentur derzeit im Übergangsbereich zwischen Schule und Beruf. Sie machen zum Beispiel ein Praktikum oder nehmen an Fördermaßnahmen teil.

Ein weiteres Ziel des Ausbildungspaktes ist es, mehr leistungsstarke Jugendliche für die duale Ausbildung zu gewinnen. „Berufliche Bildung ist gleichwertig mit der akademischen Bildung“, sagte Schavan. Sie dürfe nicht der Plan B sein.

Wer bekommt wie viel?

Oberarzt

5 202 Euro - Beamter, 48 Jahre, A15, Stufe 6

Professor

4 230 Euro - Beamter, W2, wohnhaft in Hessen, aktueller Stand

Polizeimeisterin

2 329 Euro - Beamte, 29 Jahre, A7

Unteroffizier

1 937 Euro - Beamter, 26 Jahre, einfacher Dienst, A5, Stufe 3

Arzt

4 281 Euro - Angestellter im öffentlichen Dienst, tätig an einem Universitätsklinkum, 34 Jahre, mit Berufserfahrung

Lehrer

3 537 Euro - Angestellter im öffentlichen Dienst, an einem Gymnasium tätig, 32 Jahre, mit Berufserfahrung

Krankenschwester

2 426 Euro - Angestellte im öffentlichen Dienst, 27 Jahre, mit Berufserfahrung

Müllerwerkerin

2 093 Euro - Angestellte im öffentlichen Dienst, 45 Jahre, mit Berufserfahrung

Die Zahl der Bewerber für eine Ausbildung ist trotz des demografischen Wandels gestiegen. 559 900 Jugendliche suchten im Jahr 2011/12 eine Stelle, das sind 3,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund dafür seien die doppelten Abiturjahrgänge, sagte Becker. Die Zahl der Ausbildungsstellen ist mit 517 000 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Insgesamt sei die Situation auf dem Ausbildungsmarkt positiv.

2,8 Prozent der Bewerber blieben zum 30. September unversorgt und 33 300 Ausbildungsplätze unbesetzt. Damit ist ihre Zahl der offenen Stellen höher als die der Bewerber - der Überhang liegt bei 17 600 Stellen. In vielen Branchen und Regionen haben die Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden.

Die Chance für Jugendliche, eine Stelle zu finden, sei von Region zu Region sehr verschieden, sagte Becker. Insgesamt kämen auf eine Ausbildungsstelle in Deutschland 1,17 Bewerber. Während die Situation in Bayern, Baden-Württemberg oder Mecklenburg-Vorpommern relativ gut sei, gebe es in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Berlin deutlich mehr Bewerber als offene Stellen. „Trotz der an sich guten Situation ist es in vielen Regionen nicht einfach für Jugendliche, Ausbildungsplätze zu finden“, sagte Becker.

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, sagte, die Einstellungsbereitschaft in den Betrieben sei hoch. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen bereit sind, etwas zu leisten.“ Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ties Rabe (SPD), sieht die Kluft zwischen unbesetzten Ausbildungsplätzen und unversorgten Bewerbern als Herausforderung. Eine Maßnahme sei es, die Berufsorientierung als Regelangebot der Schule einzubinden. Auch die beruflichen Übergangsmaßnahmen müssten verbessert werden.

Von

dpa

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