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06.01.2012

08:49 Uhr

FDP-Dreikönigstreffen

Rösler ist zum Wunder vollbringen verdammt

Ein Dreikönigstreffen im Zeichen der wohl schwersten FDP-Krise: Wegen Personalquerelen und mieser Umfragewerte muss Parteichef Rösler mit seiner Rede an die demoralisierte Truppe fast ein Wunder vollbringen.

Philipp Rösler. Reuters

Philipp Rösler.

StuttgartDer FDP-Vorsitzende Philipp Rösler will heute beim traditionellen Dreikönigstreffen seine am Boden liegende Partei wieder aufrichten. Der 38-jährige Parteichef ist angesichts verheerender FDP-Umfragewerte vor seiner mit Spannung erwarteten Rede im Stuttgarter Staatstheater selbst angeschlagen. Der Bundestags-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle wird bereits als Nachfolger gehandelt.

Brüderle rief die FDP am Donnerstag beim Landesparteitag in Stuttgart zum Kampf und zum Kurshalten auf. Das Dreikönigstreffen ist für die FDP seit Jahrzehnten der Aufgalopp ins neue Jahr und eine Gelegenheit, Selbstbewusstsein zu demonstrieren.

Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) kritisierte das Erscheinungsbild seiner Partei: „Der Neuanfang vom Mai letzten Jahres war kein Neuanfang“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). „Ich erwarte, dass dieser Neuanfang jetzt wirklich geschieht. Denn diese sogenannte „Boygroup“, die jungen Leute, die seit Mai eine große Chance hatten, die haben es ja nicht gebracht. Sie sind auseinandergefallen, sie haben nicht zusammengearbeitet.“

Auf die Frage, ob Rösler der richtige Vorsitzende für die Partei sei, antwortete Baum: „Das wird sich zeigen.“ Im neuen ARD-Deutschlandtrend komme die FDP gerade noch auf zwei Prozent - „schlimmer kann es nicht werden“. Entscheidend für Rösler sei nun das Abschneiden der FDP bei der Wahl in Schleswig-Holstein im Mai.

Der tiefe Fall der FDP - eine Chronologie

September 2009

Die FDP mit ihrem Spitzenkandidaten Guido Westerwelle erzielt bei der Bundestagswahl am 27. September mit 14,6 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis auf Bundesebene. Vor allem dank des starken Abschneidens der Liberalen kommt es zu einer schwarz-gelben Koalition.

Dezember 2009

Die Koalition bringt mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz ihr erstes großes Gesetz durch, das die vor allem von der FDP vorangetriebene Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen enthält. Den Liberalen wird fortan Klientelpolitik vorgeworfen.

Februar 2010

In Umfragen sackt die FDP deutlich ab. Westerwelle löst mit Äußerungen in der Hartz-IV-Debatte heftige Kritik aus. In einem Zeitungsbeitrag schrieb der Parteichef: „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“

Mai 2010

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verliert die schwarz-gelbe Landesregierung ihre Mehrheit. Einen Tag nach der Wahlschlappe rückt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von den Steuersenkungsplänen ab, dem zentralen Wahlversprechen der FDP. Forderungen werden laut, Westerwelle solle sich wegen der Doppelbelastung in Regierung und Partei vom FDP-Vorsitz trennen.

Dezember 2010

Die parteiinterne Kritik an Westerwelle wird zunehmend öffentlich geäußert. Auch die Wikileaks-Enthüllungen schaden Westerwelle: Laut der Enthüllungsplattform wurde er von der US-Botschaft als „inkompetent“ beschrieben.

März 2011

Eine Serie von Landtagswahlen wird für die FDP zum Fiasko: In Sachsen-Anhalt schafft sie es nicht ins Parlament, ebenso ergeht es ihr eine Woche später in Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg kommt sie auf magere 5,3 Prozent.

April 2011

Während Westerwelle nach den Wahlschlappen als Außenminister in Asien unterwegs ist, mehrt sich die Kritik an seiner Person. Nach seiner Rückkehr kündigt er den Rückzug vom Parteivorsitz an, will aber Außenminister bleiben. Kurz darauf einigen sich die Führungsgremien von Partei und Fraktion auf Gesundheitsminister Philipp Rösler als neuen FDP-Chef.

Mai 2011

Die designierte Spitze um Rösler setzt eine Personalrochade durch: Rösler wechselt vom Gesundheits- ins Wirtschaftsministerium, der bisherige Ressortchef Rainer Brüderle wird Fraktionschef, die bisherige Fraktionschefin Birgit Homburger wird auf einen Vizeposten in der Parteiführung weggelobt. Rösler gelingt es bei seiner Wahl auf dem Parteitag in Rostock, Aufbruchstimmung zu erzeugen.

September 2011

Die Schwäche der FDP hält an. Zum fünften Mal in diesem Jahr verpasst die FDP den Wiedereinzug in ein Landesparlament: Bei der Wahl in Berlin stürzt sie auf 1,8 Prozent ab. Die Aufbruchstimmung nach der Wahl der neuen Parteispitze verfliegt zusehends.

Oktober 2011

Eine Gruppe um den FDP-Abgeordneten Frank Schäffler sammelt mehr als 3500 Unterschriften von Parteimitgliedern und erzwingt damit einen Mitgliederentscheid zur Europapolitik. Schäffler will die FDP in dem Entscheid gegen den Willen der FDP-Führung um Rösler auf ein Nein zum geplanten Euro-Rettungsfonds ESM festlegen.

November 2011

Erfolg für die FDP: Auf ihr Drängen einigt sich die Koalition auf Steuererleichterungen ab 2013. Rösler kündigt an, die Liberalen weg vom Image der reinen Steuersenkungspartei führen zu wollen. Der Mitgliederentscheid läuft an.

Dezember 2011

Der Entscheid stiftet Unruhe in der Partei. Die Initiatoren werfen der Parteispitze Behinderung vor. Rösler und Lindner ziehen heftige Kritik auf sich, als sie vor Ablauf des Entscheids öffentlich die Erwartung äußern, dass die nötige Mindestbeteiligung von einem Drittel der Mitglieder verfehlt werde. Am Tag nach Einsendeschluss für die Stimmunterlagen erklärt Lindner seinen Rücktritt. Rösler gerät zunehmend in die Kritik.

Kommentare (3)

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Alfred_H

06.01.2012, 09:18 Uhr

Rösler? FDP? Nie gehört.

Man muss sich schon wundern, warum die Medien einer Partei, die unter "sonstige" geführt wird, soviel Beachtung schenken. Diese Partei sollte so behandelt werden, wie die anderen, die unter "sonstige" von den Medien abwertend zusammengefasst werden. Oder die Medien könnten im Umkehrschluss mal den anderen Parteien, die absichtlich in den Medien kleingehalten werden, größere Beachtung schenken. Bekommt die Presse Geld von der FDP oder ist das Mitleid, was durch unsere Medien geistern.

Account gelöscht!

06.01.2012, 10:05 Uhr

Neus Motto für den Parteitag- frei nach Helge
Es gibt Reis , Baby ...
".....Ich
weiß du findst mich scheiße! Doch komm
heut abend zu mir, es gibt etwas Leckeres zu
essen. Ich habe eingekauft, ich habe eingekauft,
ich hab uns was leckeres eingekauft. Es gibt Reis!
Es gibt Reis! Es gibt Reis! "

Na denn, frohes WOK-Kochen bei der 3%-Show

Account gelöscht!

06.01.2012, 12:04 Uhr

Rösler ist ein sich selbst überschätzender eitler Fatzke, er sit ein dummer Bubi sonst nichts

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