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12.03.2011

03:18 Uhr

FDP-Finanzexperte:

Bankenschließung bei Missmanagement

FDP-Finanzexperte Schäffler will Banken nicht retten. Insolvenz sein eine sinnvolle Maßnahme der Regulierung.

Frank Schäffler, Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion. Quelle: PR

Frank Schäffler, Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion.

DüsseldorfDer Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, plädiert für ein hartes Vorgehen gegen Banken, die durch Missmanagement zu einem Risiko für die Finanzmärkte werden. „Die sinnvollste Regulierung ist der Marktaustritt bei Insolvenz“, sagte Schäffler Handelsblatt Online. „Dies muss gemeinsam mit einer marktwirtschaftlichen Geldordnung die Antwort auf die Krise sein.“

Kritisch äußerte sich Schäffler in diesem Zusammenhang zu einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF), in der ein Neustart bei der Bankenregulierung, insbesondere eine Größenbeschränkung für Kreditinstitute, vorgeschlagen wird. „Der IWF verwechselt Ursache und Wirkung der Überschuldungskrise von Staaten und Banken“, sagte Schäffler. Die Ursache liege vielmehr im derzeitigen Geldsystem, das Banken erlaube, mit Hilfe der Notenbanken, Kredite und damit Geld aus dem Nichts zu schaffen. „Die Notenbanken sind durch ihre Politik des billigen Geldes die Verursacher für die Vermögensblasen, die jetzt den Banken Probleme bereiten“, sagte der FDP-Politiker und fügte hinzu: „Derzeit werfen sie mit billigen Zinsen immer neue Brandbeschleuniger ins Feuer.“

Der IWF kommt in einem Diskussionspapier zu dem Schluss, dass das globale Finanzsystem noch immer weit weniger gegen Finanzkrisen gewappnet ist als erwartet. "Die Regierungen müssen neu darüber nachdenken, wie sie die Bedrohung verringern wollen, die von großen Banken ausgeht", heißt es in der internen Studie, die am Donnerstag in Washington veröffentlicht wurde. "Das Finanzsystem ist immer noch krisenanfällig, aber die Finanzinstitute sind noch größer und komplexer geworden", schreiben die Experten des Währungsfonds unter Führung ihres Chefvolkswirts Olivier Blanchard. Sie fordern, die Banken in ihrer Größe zu beschränken.

Kommentare (3)

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sven

12.03.2011, 13:59 Uhr

Vollkommen Richtig.Aber leider wird Herr Schäffler keinen Rückhalt von "unserer Regierung"zu erwarten haben.Aber schön soetwas hier lesen zukönnen.

Systemkenner

12.03.2011, 21:30 Uhr

Bravo, der einzige Politiker im Bundestag der die Zusammenhänge verstanden und die wirklichen Ursachen der Finanzkrise im Geldsystem und der unverantwortlichen Politik der Zentralbanken erkannt hat.
Jetzt muss er nur noch Westerwelle von seinen Erkenntnisse überzeugen. Herr Schäffler befindet sich leider mit seiner Meinung in der FDP in einer Minderheitspositon.
Desweiteren könnte er den sogenannten Fachjournalisten der Mainstream-Presse mal Nachhilfeunterricht geben, denn diese haben leider keine Ahnung wie unsere heutige Realität tatsächlich aussieht.

Pessimisthoch2

12.03.2011, 21:37 Uhr

Herr Frank Schäffler in seiner Eigenschaft als 'Experte' glaubt tatsächlich; ein krankes Pferd, dass noch zu therapieren ist, zu reiten.
Er und sein gesamtes politisches Umfeld hat aber noch nicht realisiert, dass ein totes Pferd (Weltweite Staatsverschuldungen und z. Zt. deren Monetisierung ) geritten wird. Was will uns nun dieser Beitrag eigentlich sagen?
>> Ein Hund bellt und die Karawane zieht weiter!<<
Ach übrigens, die Erde ist doch eine Scheibe.

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