Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.12.2011

10:43 Uhr

FDP-Generalsekretär

Lindner stürzt über den Euro-Mitgliederentscheid

Im Streit um den Euro-Kurs seiner Partei zieht Christian Lindner die Konsequenz: Der FDP-Generalsekretär tritt zurück, „um eine neue Dynamik" zu ermöglichen. Damit wächst der Druck auf Parteichef Philipp Rösler.

Christian Lindner (l.) mit Parteichef Philipp Rösler. Reuters

Christian Lindner (l.) mit Parteichef Philipp Rösler.

BerlinMitten in einer heftigen Krise der Liberalen ist Christian Lindner als FDP-Generalsekretär zurückgetreten. Es gebe den Moment, „in dem man seinen Platz frei machen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen“, sagte der 32-Jährige am Mittwoch in Berlin bei der Bekanntgabe seines Rücktritts.

Die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen hätten ihn in dieser Einschätzung bestärkt, fügte der wegen seines Vorgehens beim Mitgliederentscheid zum ESM in die Kritik geratene Politiker hinzu, ohne den Entscheid zu erwähnen. Allerdings hieß es in Parteikreisen, Lindners Entscheidung habe nichts mit dem Mitgliederentscheid zu tun, sondern sei schon länger gereift. Jetzt, nach Abschluss des Entscheids sei der Schritt möglich gewesen.

Wegen des Mitgliederentscheids steht auch Rösler in seiner Partei in der Kritik. So war auf Unmut gestoßen, dass er mehrere Tage vor Fristende erklärt hatte, das Quorum werde wohl nicht erreicht.

Rösler in Nöten: Wirtschaftselite lässt FDP fallen

Rösler in Nöten

Wirtschaftselite lässt FDP fallen

Mit seiner Äußerung zum Mitgliederentscheid hat sich Rösler ins Abseits manövriert.

Lindner sagte, mit seinem Schritt ermögliche er es dem Parteivorsitzenden Rösler, die Bundestagswahl 2013 mit einem neuen Generalsekretär vorzubereiten und mit neuen Impulsen zu einem Erfolg zu machen. Das Verhältnis zu Rösler galt aber schon seit längerem als angespannt. Lindner war noch von Ex-Parteichef Guido Westerwelle in das Amt geholt worden.

Seit Monaten liegt die FDP in Umfragen unter der Fünf-Prozent- Hürde. In diesem Jahr ist sie aus mehreren Landtagen geflogen. Lindner hatte das Amt des Generalsekretärs der Liberalen am 14. Dezember 2009 übernommen. Eine Nachfolge ist noch nicht in Sicht, hieß es in Parteikreisen. Sein Bundestagsmandat will Lindner aber behalten.

In einer schriftlichen Erklärung Lindners, die im Internet zirkuliert, heißt es „Auf den Tag genau zwei Jahre habe ich als Generalsekretär die Politik meiner Partei in schwieriger Zeit erklärt, verteidigt und mit zu gestalten versucht. Ich bin dankbar für die Zusammenarbeit mit den Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle und Philipp Rösler. Vor allem aber danke ich den vielen Mitgliedern meiner Partei, die mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben.“

Kommentare (32)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.12.2011, 09:59 Uhr

Das ist doch sehr schön, wenn sich diese illiberale Laienspielgruppe selbst auflöst. Das schafft Platz für eine wirklich liberale Partei!

Favola

14.12.2011, 10:07 Uhr

Gott sei Dank!

Account gelöscht!

14.12.2011, 10:12 Uhr

Das ist kein Beinbruch, weder für die FDP noch für Deutschland. Vielleicht kann sich die FDP neu erfinden. Dann müssen aber noch eine Menge anderer gehen, wie z.B. Rösler.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×