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02.08.2014

10:10 Uhr

FDP-Imagekrise

Die Partei, die Chancen ermöglicht

Die FDP steckt tief in der Krise. Der Ausweg: Die Boston Consulting Group soll die Marke „revitalisieren“. Dafür müssen nach einer Untersuchung von Boston Consulting nicht einmal die Inhalte geändert werden.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner schaut nach unten. Seine Partei schaut fortan nach vorne. dpa

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner schaut nach unten. Seine Partei schaut fortan nach vorne.

DüsseldorfDie tief in der Krise steckende FDP hat einem Medienbericht zufolge Hilfe der Boston Consulting Group angenommen, um ihr Image in der Öffentlichkeit zu verbessern. Ein Partner der Unternehmensberatung, der selbst Mitglied der FDP ist, hatte nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ Parteichef Christian Lindner angeboten, das Image der Liberalen bei Mitgliedern und Wählergruppen zu untersuchen und eine Strategie für die „Revitalisierung der Marke“ zu liefern.

In einem eintägigen Strategieworkshop für das FDP-Präsidium hätten die Berater die Lage der Liberalen analysiert. Eines der Ergebnisse: Die Marke FDP sei noch erstaunlich intakt, die Inhalte müssten im Wesentlichen nicht geändert werden. Herausgekommen sei als neues Leitbild die „Partei, die Chancen ermöglicht“, berichtet das Blatt. Dazu müsse die FDP selbst aus dem Jammertal heraus, so das Präsidium.

Chronologie der FDP im Bundestag

1949

Die FDP erzielt bei der Bundestagswahl 11,9 Prozent und verhilft Konrad Adenauer (CDU) zur ersten Kanzlerschaft.

1953

Die Partei rutscht auf 9,5 Prozent ab und regiert weiterhin als stärkster Partner der Union unter Adenauer.

1957

Die Liberalen gehen mit 7,7 Prozent in die Opposition.

1961

Die FDP legt auf 12,8 Prozent zu und bildet mit der Union die erste rein schwarz-gelbe Koalition, zunächst unter Adenauer, ab 1963 unter Ludwig Erhard.

1965

9,5 Prozent reichen zur Fortsetzung des Bündnisses unter Erhard. Ein Jahr später scheidet die FDP aus der Regierung aus, als Union und SPD die erste große Koalition eingehen.

1969

Mit schwachen 5,8 Prozent ermöglicht die FDP die erste sozial-liberale Koalition unter SPD-Kanzler Willy Brandt. Walter Scheel (FDP) wird Vizekanzler.

1972

8,4 Prozent; das rot-gelbe Bündnis regiert weiter.

1976

7,9 Prozent trägt die FDP zur sozial-liberalen Regierung unter Helmut Schmidt bei. Starker Mann der FDP ist Hans-Dietrich Genscher.

1980

10,6 Prozent für Genschers Partei; Rot-Gelb bleibt – noch.

1982

Bruch der Koalition mit der SPD und Wechsel in ein Regierungsbündnis mit der Union unter Kanzler Helmut Kohl (CDU).

1983

Bei der vorgezogenen Wahl fällt die FDP auf 7,0 Prozent. Doch es reicht für die Fortsetzung des gerade erst gebildeten christlich-liberalen Bündnisses. Es hält 16 Jahre.

1987

Die FDP steigert sich auf 9,1 Prozent, das Bündnis bleibt.

1990

FDP-Außenminister Genscher gilt als einer der Väter der Wiedervereinigung. Bei der ersten gesamtdeutschen Wahl stimmen 11,0 Prozent für die Liberalen.

1994

Die FDP sinkt auf 6,9 Prozent – die letzte Phase von Schwarz-Gelb beginnt.

1998

6,2 Prozent – die FDP muss wie die Union für elf Jahre in die Opposition. Das erste rot-grüne Bündnis startet unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder.

2002

7,4 Prozent reichen nicht für den erhofften Machtwechsel.

2005

9,8 Prozent sind wieder zu wenig: Die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) koaliert mit der SPD.

2009

Ein 14,6-Prozent-Rekord sichert den Liberalen fünf Ministerämter in einer schwarz-gelben Regierung unter Merkel.

2013

Die FDP stürzt unter Parteichef Philipp Rösler auf 4,8 Prozent und gehört erstmals dem Bundestag nicht mehr an.

Von

dpa

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