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01.01.2015

14:19 Uhr

FDP kritisiert Pegida-Nähe von AfD-Vize

„Professor Lucke darf sich nicht länger wegducken“

ExklusivUngewohnt scharf hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache vor der Protestbewegung Pegida gewarnt und damit harte Kritik von AfD-Vize Alexander Gauland geerntet. Die FDP hält das für inakzeptabel.

Anhänger von Pegida bei einer Demonstration kurz vor Weihnachten in Dresden. dpa

Anhänger von Pegida bei einer Demonstration kurz vor Weihnachten in Dresden.

BerlinDie FDP hat den Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, aufgefordert, in der Debatte um die Anti-Islam-Bewegung Pegida Stellung gegen seinen Stellvertreter Alexander Gauland zu beziehen. „Ich finde es unerhört, was AfD-Vize Gauland da mit Pegida macht", sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament, Michael Theurer, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Professor Lucke darf sich nicht länger wegducken. Er muss sich klar distanzieren“, fügte das FDP-Präsidiumsmitglied hinzu.

Hintergrund ist die scharfe Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an Pegida in ihrer Neujahrsansprache, der Gauland deutlich widersprochen hatte. „Sie verurteilt Menschen von oben herab, die sie gar nicht kennt“, sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende im Brandenburger Landtag. Die Kritik der Kanzlerin an den Kundgebungen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, kurz Pegida, werde der Protestbewegung noch mehr Zulauf als bisher schon bescheren, prognostizierte Gauland. Der AfD-Politiker hatte selbst Mitte Dezember als „Beobachter“ an einer Dresdner Pegida-Demonstration teilgenommen.

Anstatt Gauland einzufangen – wie von der FDP gefordert – bekommt der Parteivize die Rückendeckung von AfD-Chef Lucke. Dieser sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, eine Neujahrsansprache solle versöhnen und nicht spalten. „Frau Merkel stempelt die Menschen als fremdenfeindlich ab, ohne ihnen Gehör schenken zu wollen.“  Lucke fügte an: „Zuzuhören ist die Pflicht der Bundeskanzlerin.“ Lucke sagte zudem, für Fremdenfeindlichkeit sei kein Platz in Deutschland.

Nach Neujahrsansprache: AfD verteidigt Pegida gegen Kritik von Merkel

Nach Neujahrsansprache

AfD verteidigt Pegida gegen Kritik von Merkel

Mit ihrer Neujahrsansprache hat Bundeskanzlerin Merkel die Debatte über die Protestbewegung Pegida neu angefacht. Zuspruch erhält sie von Grünen und Linken. Die AfD stellt sich indes schützend vor die Anti-Islam-Bewegung.

Merkel hatte die Deutschen in ihrer diesjährigen Neujahrsansprache davor gewarnt, den Slogans der Organisatoren der Pegida-Proteste Gehör zu schenken. Sie sagte in ihrer Rede: „Heute rufen manche montags wieder 'Wir sind das Volk'. Aber tatsächlich meinen sie: Ihr gehört nicht dazu – wegen Eurer Hautfarbe oder Eurer Religion.“ Und weiter: „Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen.“

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, verteidigte die Kanzlerin gegen die Kritik des AfD-Politikers. Er erklärte, mit seinem Angriff auf Merkel habe Gauland „seine Maske fallen lassen und das wahre Gesicht der AfD offenbart“. Unter den Pegida-Demonstranten seien Holocaust-Verharmloser, obskure Persönlichkeiten und Kader rechtsextremer Gruppen.

Kommentare (18)

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Herr Woifi Fischer

02.01.2015, 07:52 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache vor der Protestbewegung Pegida gewarnt.
Ihre Aussage zu Pegida zeigt wie wenig sie sich Gedanken macht, was die Bevölkerung über den ungezügelten Zuzug von Asylanten und sogenannten Flüchtlingen wirklich macht!

Sie ist schon lange keine deutsche Bundeskanzlerin mehr, nur beim zahlen kennt sie noch den Michel, dies ist falsch und wird unserem Land nicht mehr gerecht.

Merkel denken sie an ihren Amtseid einmal, was da steht wird von ihnen seit ihrem Amtsantritt ignoriert, dass muß ein Ende haben.
Ich erwarte ihren Rücktritt jetzt, sie und ihre klicke haben unser Land an die Wandgefahren, und unsere Gesellschaft bewusst gespalten, ihre Ansprache war nicht hilfreich.
Alternativlos.

Herr Niccolo Machiavelli

02.01.2015, 08:03 Uhr

Die Kräuterhexe sagte schon: Zwei Finger zeigen auf den anderen, drei Finger auf mich zurück.

Will sagen: Leute, die andere veruteilen, meinen in Wahrheit sich selbst und projezieren tatsächlich das, was sie an sich nicht wahr haben wollen, auf andere.

Oder wie war das mit dem Splitter im Auge des anderen und dem Balken vor dem eigenen Kopf?

Herr Günther Schemutat

02.01.2015, 08:16 Uhr

Das eine 2% Partei FDP sich aus Futterneid an der AFD vergreift, ist nur noch komisch. Die FDP sollte geschlossen in die linke CDU eintreten und Merkel in ihrem Kampf gegen Meinungsfreiheit unterstützen.

Das die Pegida aus Hetzern besteht wie Merkel meint, zeigt das sie einen Teil ihrer Ostdeutschen Zeit als Agitatorin gegen den Westen als FDJler vermutlich nie abgelegt hat.

Die Nachfolger der Mauerschützen im Bundestag, werden mehr geachtet von CDU,SPD,Grüne als eine Bewegung die friedlich demonstriert gegen einen Islam, der als einzige Religion
mit allen Mitteln darum kämpft eine führende Religion bei uns zu werden.

Minderheiten wie Deutsche Kinder an Großstadtschulen, müssen sich schon zum Teil den Muslimischen Schülern unterwerfen. Es gibt sogar No Go Areas für Nichtmuslime an Großstadtschulen.

Brandbriefe von Lehrern an Politiker landen im Schreeder.

Diese Politik wird angeprangert und neben Pegida sind es Millionen Bürger die noch nicht auf den Strassen und vor dem Bundestag auftauchen. Aber dieses Jahr wird es große Umbrüche inder Politik geben.

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