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22.01.2010

11:22 Uhr

FDP

Partei-Mitglieder mit Sonderkonditionen gelockt

Eingefädelt hatte FDP-Chef Westerwelle das Geschäft schon 2003: In seinem „Dreikönigsbrief“ an die Mitglieder legte er eine Broschüre bei, in der FDP und Deutschen Krankenversicherung AG (DKV) gemeinsam für das Angebot der DKV warben. Für FDP-Mitglieder ist der Deal ein Kracher, bietet er doch tatsächlich günstige Konditionen. Und wem das nicht reicht, der kann noch von anderen Rabatt-Möglichkeiten profitieren.

Auf der Webseite der DKV rühmt die Versicherung als "starken Partner". Pressebild

Auf der Webseite der DKV rühmt die Versicherung als "starken Partner".

dne/HB BERLIN. FDP-Mitglieder profitieren von einem Gruppenvertrag ihrer Partei mit der privaten Deutschen Krankenversicherung AG (DKV). Ihr Beitrag liege fünf bis acht Prozent unter den üblichen Konditionen, sagte ein Parteisprecher am Donnerstag. „Stuttgarter Nachrichten“ und „Kölnische Rundschau“ berichteten zudem, die FDP sei die einzige der im Bundestag vertretenen Parteien, die einen Gruppenvertrag mit der DKV abgeschlossen habe.

Auf der FDP-Internetseite netzwerk-mit-nutzwert.de“ sind zudem zahlreiche weitere Rabatte speziell für Parteimitglieder aufgeführt. Für Kunden mit liberalem Parteibuch halten beispielsweise die Autovermietung Sixt, die Hotelkette Maritim, der Mobilfunker Vodafone und der Reiseveranstalter Berge & Meer besondere Konditionen bereit – und auch ein Golfplatz bietet den FDPlern Sonderpreise.

Der Sprecher der DKV sagte, dieses Angebot sei eine Maßnahme zur Mitgliederbindung. Der Vertrag sei bereits 2003 von der FDP-Bundesgeschäftsstelle mit der DKV ausgehandelt worden. Die Zeitungen zitierten eine DKV-Sprecherin: „Wir bieten vergünstigte Gruppentarife ohne Ansehen von Personen an.“ Wenn sich andere Parteien meldeten, „bieten wir auch ihnen gute Konditionen.“

Doch hat sich dem Bericht zufolge keine andere Partei mit einer Privatversicherung ähnliche Verträge und Konditionen ausgehandelt. Das hätten die im Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) organisierten Kassen und die Parteizentralen von CDU/CSU, SPD, Grüne und Linkspartei bestätigt.

Kommentare (9)

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Denkerist

22.01.2010, 13:02 Uhr

Wenn man dann noch sieht, daß H.brüderle die Macht der Krankenkassen einschränken will um höhere Erlöse für die Pharmakonzerne durchzusetzen, weiß jeder wo die Reise hingeht.
Wer reich ist kann leben, der Rest: Pech gehabt!

Hannes

22.01.2010, 13:06 Uhr

Die CDU hat einen ähnlichen Gruppenvertrag mit der AXA für private Kranken- und Pflegeversicherung. Der lässt sich leicht im Mitgliederbereich der CDU (CDUNet) finden.

Carsten Gerriets

22.01.2010, 13:14 Uhr

Ach, was bin ich überrascht,

wieso tut man so erstaunt, das haben wir doch vor der Wahl gewusst und unser bildungsbürgertum hat diese Partei gewählt.
Also nicht meckern, sondern halt nicht mehr wählen, wenn einem diese Art nicht passt.
Ansonsten selbst schuld !!!

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