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01.04.2012

20:03 Uhr

FDP-Parteitag

Drei Rezepte für einen klinisch Toten

VonGeorg Watzlawek

Die FDP nimmt den Kampf um ihre Existenz auf. Der Wiedereinzug in den Landtag von Nordrhein-Westfalen soll die Wende bringen – und Christian Lindner der Partei neuen Atem einhauchen.

Lindner mit Traumergebnis gewählt

Video: Lindner mit Traumergebnis gewählt

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DuisburgChristian Lindner ist mit seinen 33 Jahren der jüngste Comeback-Politiker aller Zeiten. Und er hat für die Wiederbelebung der klinisch toten FDP drei Rezepte. Ein pragmatisches, ein stilistisches und ein inhaltliches. Sein klarstes Rezept ist das pragmatische: Lasst uns bis zum Wahltag keine Umfragen mehr lesen. 

Dabei hat die FDP in Nordrhein-Westfalen Grund, mit einer gewissen Zuversicht in die Umfragen zu blicken. Nachdem sie im Saarland unter den Sonstigen gelandet war kann sie an Rhein und Ruhr derzeit mit vier Prozent rechnen – ein Einzug in den Landtag ist also nicht unmöglich. Die fehlenden Prozentpunkte, die soll ein kämpferischer Christian Lindner einfahren, der erst vor gut drei Monaten als Generalsekretär der Bundes-FDP zurückgetreten war und nun von Landeschef Daniel Bahr von der „Reservebank“ zurückgeholt worden war. 

Und Lindner stellt sich der Herausforderung mit großer Lust. „Ich habe zwei Jahre Berliner Luft geschnuppert, jetzt bin ich wieder hier, zuhause in NRW“, bewarb sich Lindner am Sonntag vor den Landesdelegierten für die Spitzenkandidatur. Und so ganz nebenbei, bucht er gleich eine Option auf ein Rückfahrticket.  Er sei sich als „junger Mann der Verantwortung für diese traditionsreiche Partei bewusst“, sagt Lindner. Sollte er es in NRW tatsächlich schaffen, so die Erwartung vieler Beobachter in Berlin, dann wird Lindner nicht nur den Landesvorsitz an Rhein und Ruhr beerben, sondern auch die Nachfolge von Philipp Rösler an der Spitze der Bundespartei antreten. 

Lindner geht seine Aufgabe gründlich an. Bei aller Häme und Kritik dürfe man nicht die historischen Leistungen der FDP vergessen, auf die er stolz sei. Aber, das räumt Linder gerne ein, die Partei „in Berlin“ sei in den vergangenen Jahren ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden und habe Vertrauen verspielt. Bescheidenheit stünde ihr nun gut an. „Selbstbewusstsein plus Bescheidenheit, das nennt man Souveränität – und so möchte ich diesen Wahlkampf führen“, bringt Lindner sein stilistisches Erfolgsrezept auf den Punkt.

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

01.04.2012, 14:42 Uhr

Die drei Rezepte: Begreifen, beerdigen und bitte nicht wieder ausgraben.

Nacael

01.04.2012, 15:02 Uhr

zu den FDP-Themen:
"Die langjährige Forderung nach Steuersenkungen spielt darin KEINE Rolle mehr. Sie wird für den Absturz der FDP mitverantwortlich gemacht."

Nein, der Absturz der FDP lag vor allem darin, dass es keine Steuersenkungen gab - bei mir ist nichts angekommen.

Dem Staat gehört das Geld entzogen, weil er damit nicht umgehen kann, weil ich keine Anträge stellen möchte, um wenigstens einen Teil MEINES Geldes zurückzubekommen.

Wir benötigen weniger Staat - und deshalb Steuersenkungen!

Account gelöscht!

01.04.2012, 15:23 Uhr

In den früheren Zeiten haben die Menschen die FDP gewählt, weil man eine dritte Kraft zwischen CDU und SPD brauchte, es gab eben keine andere Alternative. Egal welche große Partei an die Macht kam, war die FDP als kleine Koalitionspartnerin die Gewinnerin der Wahlen. Die Funktionären der FDP, egal wie oft sie die Menschen belogen oder betrogen haben, wurden immer wieder gewählt. Die falsche Schlussfolgerung der FDP-Politiker über Jahre hinweg war: Die Menschen seien vergesslich und dumm. So denken diese Leute immer noch. 2008 haben die Bürger dieser Partei mit 12% wieder vertraut, und die FDP hat es versaut. Seit sie in der Regierung ist macht sie nur Misst. Der letzte Clou die Schlecker-Frauen. Mit der Hilfe dieser Partei auch CDU, SPD, Grünen verbrennen wir Hunderte von Milliarden in den Peripherie-Staaten, aber für hart arbeitende Frauen, die jahrelang von ihr sauer verdientes Geld Steuern zahlten, gab es kein Geld. FDP wird für den nächsten 10-12 Jahren eine bedeutungslose Partei sein, denn durch den Piraten haben die Menschen endlich mehr Auswahl. Ich war bis jetzt SPD Wähler 2013 wird meine Stimme an den Piraten gehen. Ich glaube in der Zukunft werden mehr kleinere Parteien an Bedeutung gewinnen. Ich hoffe, dass die Anzahl der Wechselwähler und Protestwähler sich noch mehr erhöhen, denn so können die Bürger die Politik steuern und nicht umgekehrt. Bis vor einigen Jahren haben die Menschen aus Gewohnheit die SPD und die CDU gewählt, und genau diese Situation ändert sich zum Glück für diese Parteien schleichend.

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