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03.04.2011

20:18 Uhr

FDP-Parteivorsitz

Westerwelle tritt ab für die junge Garde

Nun geht es plötzlich ganz schnell: FDP-Chef Guido Westerwelle wird im Mai nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren. Bis Dienstag soll feststehen, wer sein Nachfolger wird und ob er Vizekanzler bleiben kann.

Guido Westerwelle.

Guido Westerwelle.

BerlinZwei Minuten und zwei Sekunden brauchte Guido Westerwelle nur, um nach zehn Jahren eine Ära zu beenden: seine eigene an der Spitze der FDP. Aufgeregt, mit angespannten Gesichtszügen verkündete der 49-Jährige am Sonntagabend in der Berliner Parteizentrale seinen Rückzug. Auf dem nächsten Bundesparteitag Mitte Mai in Rostock tritt er nicht wieder an.

Westerwelle begann mit den Worten: „Ich habe heute eine Entscheidung getroffen, die ich mir gründlich überlegt habe.“ Er endete mit: „Ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung ist, jetzt auch für einen Generationswechsel in der FDP mit einem Neuanfang zu sorgen.“ Dazwischen setzte er noch zwei Botschaften. 

Eine war deutlich: Außenminister will er unbedingt bleiben. Die andere muss man zwischen den Zeilen lesen: Auch vom Amt des Vizekanzler wird er sich wohl trennen müssen. In seiner aufs Genaueste vorformulierten Erklärung war davon keine Rede mehr.  

Erst morgens um 05.50 Uhr war Westerwelle nach einem 17-Stunden-Flug von einer Reise nach China und nach Japan zurückgekommen. Zuhause fand er ein politisches Trümmerfeld vor. Bis zum Nachmittag gingen immer neue Katastrophennachrichten aus den Landesverbänden im Thomas-Dehler-Haus ein. Der Tenor war allen gleich: „Ein Neuanfang ist mit Westerwelle nicht mehr vorstellbar.“ 

Spätestens jetzt merkte der FDP-Chef, dass die Lage für ihn ausweglos war - ein Gefühl, mit dem Westerwelle nur schwer umgehen kann. „Diese Entscheidung ist in ihm gereift“, hieß es am Abend lapidar. Trotz Schlafdefizit telefonierte er fast pausenlos den ganzen Tag über mit Vertrauten. Am Nachmittag dann teilte er seinen Entschluss in einer Schaltkonferenz allen Präsidiumsmitgliedern und den Landesvorsitzenden mit. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den FDP-Ehrenvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher hatte er zuvor schon informiert. Die Kanzlerin muss sich jetzt auf Gewichtsverlagerungen bei ihrem Koalitionspartner einstellen. Westerwelle ist seit Oppositionszeiten ein Duz-Freund.

Kommentare (9)

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Hirsepp

03.04.2011, 18:32 Uhr

FEIGLING, der grossmaeulige Kapitaen auf der Kommandobruecke!
Erst einen auf dicke Hose machen, Koelschen KLuengel in mit der Klientel-Partei durchziehen - 7 % MWST im Hotelgewerbe , damit hat er ja fakisch eine Steuersenkung eingefuehrt, wie im Wahlkampf versprochen- und nun wo die leicht verseuchten Wasserwogen ueber Bord schlagen, einfach "in den Sack und abhauen. Quasi auf Steuerzahler Kosten als Fruehstuecks-Aussenminister zwischengelagert zu werden, bis die 4 Jahre der Wahlperiode abgerissen sind. Diese zusaetzlichen 4 Jahren zaehlen richtig dicke bei den Pensionsanspruechen fuer die ENDLAGERUNGSPERIODE im Ruhestand, fuer die dann die Steuerzahler genauso aufkommen muessen wie fuer die ASSE - Probleme und die ENdlagerung der verbrauchten Kernbrennstoff-Staebe....

mono

03.04.2011, 20:10 Uhr

Das Schlimme ist, das er immer mehr ´rüberkommt wie ein Hampelmann.
Und das färbt auf alle ab die versuchen in Westerwelle´s Nähe als ernstzunehmende Politiker zu agieren, auch auf Merkel und Anhang.
Das jemand vom Unformat Westerwelle es jemals bis zum Aussenminister dieser Republik schaffen konnte, spricht Bände über die heutige politische Klasse.
Irgendwie ein Endpunkt!

dekadent

03.04.2011, 20:54 Uhr

Dass ein Typ wie Westerwelle Aussenminister werden konnte, ist ein starkes Indiz für eine dekadent verrottete Gesellschaft.

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