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08.06.2011

11:37 Uhr

FDP-Politiker Schäffler

Griechischer Währungsabschied rettet den Euro

ExklusivUnion und FDP beharren auf eine Privatgläubiger-Beteiligung bei neuen Griechen-Hilfen. FDP-Finanzexperte Schäffler jedoch sagt, was er von weiteren Unterstützung des Pleitestaats hält: gar nichts.

Euro auf der Kippe? Ein zweites Hilfspaket für Griechenland ist in Planung. Quelle: dpa

Euro auf der Kippe? Ein zweites Hilfspaket für Griechenland ist in Planung.

Der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler hat Griechenland einen Austritt aus der Euro-Zone nahe gelegt. Damit ließe sich das Kernproblem einer nicht wettbewerbsfähigen Wirtschaft kurzfristig am einfachsten beheben, sagte Schäffler, der auch Mitglied des Finanzausschusses ist, am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin".

Eine Schuldenreduzierung wirke dagegen in der momentanen Situation des Landes kaum. "Dann werden morgen wieder neue Schulden gemacht und die Probleme sind wieder gleich", sagte er. Ein Austritt sei zwar eine "persönliche Entscheidung" der Griechen, Deutschland solle das Land aber im Falle eines Austritts aktiv unterstützen. "Das ist nicht der Untergang des Euros, sondern es rettet den Euro", stellte Schäffler klar.

Heute Abend kommen FDP und Union zu Sondersitzungen zusammen, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) die die umstrittenen Finanzhilfen zu diskutieren. Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach, widerspricht Schäffler.

"Wir stellen die europäische Solidarität nicht in Frage. Das Gleiche erwarten wir auch von Griechenland. Wir entlassen Griechenland nicht aus seiner Verantwortung, seine Reformziele zu erreichen. Ein Austritt Griechenlands wäre nicht nur für Griechenland wirtschaftlich und politisch fatal. Diese Krise müssen wir zusammen meistern. Hier steht jeder in der Verantwortung für den anderen", sagte Flosbach Handelsblatt Online.

Kommentare (19)

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Steuerzahler

08.06.2011, 11:11 Uhr

Frank Schäffler ist offenbar der einzige deutsche Politiker, der noch nicht vom Euro-Wahn befallen ist. Der Mann muß Kanzler werden, sofort!!!! Schade, daß wir statt dessen weiter von den Politclowns Merkel und Schäuble regiert werden.

Querdenker

08.06.2011, 11:22 Uhr

Es gibt doch noch Politiker die sich getrauen, die Wahrheit zu sagen. Leider werden solche Pflänzchen sofort von oben runter zur EHEC-Fahndung freigegeben. Die Wahrheit über Griechenland passt eben nicht ins europäische Bild.

Paule

08.06.2011, 11:25 Uhr

In den Nachrichten gibt es jeden Tag neue Warnungen, die einen Bankrott Griechenlands als Europas Ende titulieren. Doch wer stellt diese Behauptungen auf? ... Richtig, jene großen Investoren in griechischen Anleihen, die unsere europäischen Regierungen fernsteuern. In Europa gilt nach wie vor das Leitmotto:
Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Je länger die Krise dauert, desto weniger Verluste (ev. Gewinn?) für die Großen und mehr Lasten für die Bürger.
Einzig Frank Schäffler sticht aus dieser Marionettentruppe heraus. Sein Vorschlag ist Pragmatismus und Konsequenz pur. Er ist der erste Volkstribun der Eurokrise ... Weiter so!

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