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07.04.2011

08:15 Uhr

FDP verteidigt Rösler

„Ein starker Politiker muss kein Kotzbrocken sein“

FDP-Generalsekretär Lindner hat den künftigen Parteichef Rösler gegen Kritik verteidigt, er würde für den Posten zu wenig Härte zeigen. Auch für Wirtschaftsminister Brüderle legte er ein gutes Wort ein.

Philipp Rösler. Quelle: dpa

Philipp Rösler.

Berlin FDP-Generalsekretär Christian Lindner hielt in der WAZ den Kritikern designierten FDP-Chefs Rösler entgegen, "ein starker Politiker muss kein Kotzbrocken sein." Er sei sympathisch, aber gleichzeitig auch durchsetzungsstark. Der Gesundheitsminister habe der Pharmabranche Einsparungen abverlangt wie kaum ein anderer vor ihm. Zugleich rechtfertigte Lindner die Rücksichtnahme gegenüber Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Es wäre kein Wert an sich, "wie im Wolfsrudel andere wegzubeißen." Rösler werde bis zum FDP-Parteitag Mitte Mai ein Personaltableau vorlegen und nicht zulassen, "dass von außen Streit in die FDP hineingetragen wird."

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zeigte bereits Interesse, stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende zu werden. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will beim FDP-Bundesparteitag Mitte Mai in Rostock offenbar erneut für das Amt des stellvertretenden Parteivorsitzenden kandidieren.

"Ich schließe eine Kandidatur nicht aus", sagte Leutheusser-Schnarrenberger dem "Hamburger Abendblatt". Sie werde mit dem designierten Parteichef Philipp Rösler "darüber sprechen, wie er sich das künftige Team vorstellt." Gesundheitsminister Rösler sei ein "Hoffnungsträger der FDP". Er "steht für einen Liberalismus, der gerade auch Familie, Soziales, Solidarität und Gerechtigkeit in den Blick nimmt. Er kann der FDP ein gutes Profil geben."

Brüderle sagte der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" auf die Frage nach seiner Kandidatur: "Auch das neue Präsidium sollte eine gute Mischung aus jung und erfahren, aus männlich und weiblich sein." Zugleich mahnte Brüderle seine Partei zur Besonnenheit. "Wir brauchen uns nicht neu zu erfinden, wir müssen uns vielmehr auf unseren Markenkern konzentrieren." Der bestehe aus den Säulen soziale Marktwirtschaft, Wettbewerb und Bürgerrechten. Alle Parteien wollten letztlich weg von der Atomkraft. "Da sind wir uns einig."

Kommentare (7)

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07.04.2011, 11:38 Uhr

Mich wundert die demokratische Grundauffassung in den Parteien, hier am Beispiel der FDP. Da wird ein Vorsitzender ausgekungelt und man erwartet, dass dieser dann am Wahltag bestätigt wird. Gegenkandidaten werden mit Sprüchen wie, 'wir wollen keine Kampfabstimmung' aus dem Verfahren gedrängt. Undemokratische Erbhofverteilung ist das aber keine demokratische Charakterbildung, wie man sie in der Politik bräuchte.

Was aber kann man erwarten, wenn Politiker heute nach der 'Berufsschule' ins Parlament streben und sich dort ein Leben lang fest setzen wollen.

Ins Parlament sollte nur dürfen, wer mindestens 10 Jahre lang seinen Lebensunterhalt selbst verdient hat. Die Leute, die ihren Lebensunterhalt geerbt haben, dürften nur mit einem Anteil von vielleicht 20% vertreten sein.

Und mal ganz praktisch gedacht, sollten Politiker selbstverständlich an den Rentenregelungen, die sie für's Volk festlegen, auch selbst teilnehmen.

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07.04.2011, 12:49 Uhr

Herr Rößler hat sich als Vertreter der Pharmaindustrie die Menschen bei der gesundheitsreform über den Tisch gezogen, nun wirde er es eben für die alle Wirtschaftsverbände tun.

Er ist und bleibt ein Lobbyist der Wirtschaft. Für die Menschen im Lande bleiben nur die Belastungen.

Deshalb 3% -X für die gelben Chaoten.

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07.04.2011, 18:20 Uhr

Zustimmung. Ich sage schon lange, dass das nicht mehr gehen kann vom Hörsaal in den Plenarsaal und sofort mit ca. 14.000 € vergütet ohne je was geleistet zu haben im Leben. Und dann lassen diese Leute sich vom Steuerzahler, vom Bürger, finanzieren bis sich der Sargdeckel schließt, dass ist eigentlich an Frechheit und Verachtung gegenüber dem Bürger nicht mehr zu überbieten
Genau weil wir dies mehr und mehr haben, haben wir heute solche exorbitanten Probleme in der Politik.
Wo jeder Fach- und Sachverstand fehlt, kann nichts klappen

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