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03.01.2011

18:56 Uhr

FDP-Vize

Brüderle kündigt härtere Gangart an

ExklusivKurz vor dem Dreikönigstreffen hat FDP-Vize Rainer Brüderle eine härtere Gangart seiner Partei in Koalition und Kabinett angekündigt: „Die FDP muss jetzt aufstehen und kämpfen“, sagte der Wirtschaftsminister dem Handelsblatt. Auch zur Diskussion um Parteichef Westerwelle äußerte sich Brüderle, der selbst als möglicher Nachfolger gehandelt wird.

Wirtschaftsminister Brüderle: "Wenn du am Boden liegst, musst du wieder aufstehen". Reuters

Wirtschaftsminister Brüderle: "Wenn du am Boden liegst, musst du wieder aufstehen".

BERLIN. FDP-Vize Rainer Brüderle hat vor dem Dreikönigstreffen der Liberalen für das neue Jahr eine härtere Gangart seiner Partei in der Koalition und im Bundeskabinett angekündigt: „Die FDP muss jetzt aufstehen und kämpfen“, sagte der Bundeswirtschaftsminister dem Handelsblatt.

Alle FDP-Minister im Bundeskabinett seien gemeinsam mit der Fraktionsführung aufgefordert, sich einzubringen, so dass die Ausrichtung klar erkennbar werde. Die schwachen Umfragewerte für die Liberalen verglich Brüderle mit einem Niederschlag im Boxkampf. „Wenn du am Boden liegst, musst du wieder aufstehen. Sonst zählt der Ringrichter bis zehn und der Kampf ist verloren“, sagte der FDP-Politiker.

Als erstes wichtiges Thema Anfang des Jahres nannte Brüderle das Management der Euro-Krise durch die Regierung. „Die FDP hat in dieser Frage im Verhältnis zum Koalitionspartner ein wichtiges Wächteramt“, sagte Brüderle. Deutschlands Aufgabe sei es nicht, jedermanns Liebling in Europa zu sein, sondern Europa zukunftsfest zu machen. „Eine solide Grundausrichtung geht vor Popularität“, sagte der FDP-Politiker. Konkret forderte Brüderle auch von der Union, in Europa für einen klaren, sauberen Mechanismus bei einem Verstoß gegen Regeln der Währungsunion zu kämpfen.

Für die zukünftige strategische Ausrichtung liberaler Politik verwies Brüderle auf die Verhandlungen mit der Union über das Energiekonzept und Opel. „Wir haben mit der Union nach langem Ringen ein Energiekonzept verabschiedet, das unsere Handschrift trägt“, sagte Brüderle. Auch bei Opel sei es vor allem die FDP gewesen, die hier ihr Veto zu Staatssubventionen eingelegt hätte.

Zur Diskussion um Parteichef Guido Westerwelle sagte Brüderle, dieser habe „alle Chancen, die FDP erfolgreich zu führen". Der Wirtschaftsminister forderte seine Partei auf, als Team aufzutreten. In Oppositionszeiten sei es richtig gewesen, die Kräfte auf Westerwelle zu bündeln. „In Regierungszeiten ist jedoch das Mannschaftsspiel besonders wichtig“. Spekulationen, er könne Westerwelle als Parteichef nachfolgen, wies Brüderle zurück: „Die Frage stellt sich nicht. Wir haben einen Vorsitzenden, der das Vetrauen des gesamten Präsidiums genießt“.

Kommentare (15)

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Spiel 0:0 oder 0 gegen 0, oder 00=Abort

03.01.2011, 20:12 Uhr

Noch Fragen?

Nichtwähler

03.01.2011, 20:48 Uhr

".... „Eine solide Grundausrichtung geht vor Popularität“, sagte der FDP-Politiker. ..."

Komisch, vor der letzten Wahl war es noch umgekehrt. Lauthals um Popularität und Wählerstimmen geschrien. Grundausrichtung war zu der Zeit nur eine Wahlkampflüge: "Mehr Netto vom brutto".

FDP, ihr habt eure eigenen Wähler so brutal verraten. Das könnt ihr nie wieder gutmachen. Jetzt mit Lappalien prahlen und den großen Kampfgeist zeigen. Das wird aber kein, von euch betrogener, Wähler honorieren. Die FDP ist Geschichte.

Mein Weg

03.01.2011, 21:08 Uhr

ich versteh die Aufregung nicht?! Diese Politiker sehen den bürgern doch total ähnlich! iGNORANT,REALiTÄTSFREMD,ÜbERTRiEbEN TOLERANT und KRiEGEN NiE VOM ALLEN GENUG!

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