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08.07.2012

16:06 Uhr

Fehlbehandlungen

Volkskrankheiten kosten Wirtschaft bis zu 75 Milliarden

VonPeter Thelen

ExklusivDurch falsche Behandlungen weit verbreiteter Krankheiten entgehen den Firmen gewaltige Summen. Laut einer Studie würden frühe und effiziente Maßnahmen die Verluste deutlich senken. Doch die Arbeitgeber müssen mitspielen

Schneller Heilungserfolg hängt nicht nur von den Ärzten ab, auch von Belastungen am Arbeitsplatz. ap

Schneller Heilungserfolg hängt nicht nur von den Ärzten ab, auch von Belastungen am Arbeitsplatz.

DüsseldorfDurch eine konsequentere Behandlung von Volkskrankheiten könnte die deutsche Wirtschaft ihre Produktivität um 20 Milliarden Euro im Jahr stärken. Dies ist das zentrale Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Bertelsmann Stiftung und der internationalen Strategieberatung Booz & Company, über die das  Handelsblatt (Montagausgabe) berichtet. Danach verursachen allein Depression, Rückenschmerzen, Asthma, Bluthochdruck und Rheuma Produktivitätsverluste in Form von Arbeitsunfähigkeit, Fehlleistungen kranker Arbeitnehmer und Erwerbsunfähigkeit von 38 bis 75 Milliarden Euro.

Ein großer Teil dieser Verluste könne vermieden werden, wenn chronisch kranke Arbeitnehmer bei ihrer Therapie unterstützt würden. Dabei gehe es nicht allein um das pünktliche und konsequente Einnehmen von Pillen. Es gehe zudem um Veränderungen in der Lebensführung, aber auch um die Gestaltung der Belastungen am Arbeitsplatz, von den Arbeitsabläufen bis zur Pausengestaltung.  Insofern sei auch die Wirtschaft gefordert.

Die größten Verluste entstehen der Untersuchung zufolge mit bis zu 21 Milliarden beziehungsweise bis zu 26 Milliarden Euro für Arbeitgeber durch Depressionen und Rückenleiden. Rückenleiden führen besonders oft zu einer dauerhaften Erwerbsunfähigkeit – ein Hinweis darauf, dass die Unternehmen hier immer noch zu wenig tun, um die Betroffenen im Job zu entlasten. Bei den untersuchten fünf Erkrankungen ließen sich bis zu 27 Prozent der Produktivitätsverluste durch „überschaubare, aber gut strukturierte Programme“ senken, so Behner. „Dabei geht es nicht um eine ideale Welt, bei der sich alle zu 100 Prozent an die verordnete Therapie halten.“

Kommentare (7)

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Ben

08.07.2012, 17:06 Uhr

In der Krankheitsbranche wird das meiste Geld gescheffelt.
Wer hat da interesse an gesunden Menschen ???
Noch nicht mal die Menschen selber haben interesse an ihrer eigenen Gesundheit.
Wenn ich mir ansehe, was ca. 95% der Menschen in ihren Einkaufswagen haben oder in ihrem Kühlschrank !
Der blanke Horror an verarbeiteten und absolut unnatürlich "Lebensmitteln".
Von dem Fraß kann man nur krank werden.
Und bitte immer schön das "Trinkwasser" aus der Plastikflasche !

Tomate

08.07.2012, 18:36 Uhr

Würde mich auch gerne wegen Burnout 4 Monate krankschreiben lassen aber dann bin ich meinen Job los.
Solange die 300.000 € nicht angespart sind darf man auch im Beruf keine Schwäche zeigen und bis zum umfallen weitermalochen.

xyz

08.07.2012, 18:41 Uhr

als ob das der Wirtschaft nicht scheißegal ist, ob die mitarbeiter krank oder gesund sind. Wer krank ist wird entlassen - das wars dann. Diese Frage beschäftigt heute keine Sau mehr. Die meisten Firmen und Behörden gehen mit ihren Mitarbeitern saumäßig um - kräht kein Hahn mehr nach, ob da nachher jemand berufsunfähig wird.

die werden eh nicht mal mehr vorzeitig in Rente gelassen. die will man künftig auch bis 68 dann irgendwo in einem Sterbezimmer sitzen lassen, sofern sie nicht vorher rausgeschmissen werden.

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