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27.05.2011

21:08 Uhr

Fehlender Nachwuchs

SPD-Mitgliederzahl fällt auf historischen Tiefstand

Die Zahl der SPD-Mitglieder ist zum ersten Mal seit 1906 unter 500.000 gefallen. Die viel diskutierten Reformvorschläge seien für den Mitgliederschwund allerdings nicht verantwortlich, meint Parteichef Sigmar Gabriel.

Hat die Reformvorhaben seiner Partei verteidigt: SPD-Chef Sigmar Gabriel. Quelle: Reuters

Hat die Reformvorhaben seiner Partei verteidigt: SPD-Chef Sigmar Gabriel.

HamburgDie SPD hat erstmals seit mehr als 100 Jahren bundesweit weniger als eine halbe Million Mitglieder. „Seit 1906 sind wir das erste Mal weniger als 500.000 Mitglieder“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Freitagabend in Hamburg. Gleichzeitig verteidigte er seine innerparteilich umstrittenen SPD-Reformvorschläge. „Wenn eine Partei von 1,2 Millionen auf unter 500.000 runterkommt, muss etwas geschehen.“

Er betonte, Ursache für den Mitgliederschwund seien nicht etwa Austritte. Es gebe vielmehr weit mehr Todesfälle als Neueintritte. Und „damit keiner denkt, das hätte was mit der „Agenda 2010“ zu tun. (...) Der Mitgliederverlust hat begonnen im Jahr 1976“, sagte Gabriel. 2013 wird die SPD 150 Jahre alt.

Die SPD-Spitze hat zuletzt unter anderem vorgeschlagen, Nichtmitgliedern Stimmrecht bei internen Vorwahlen für öffentliche Ämter zu geben. Dazu sollen bei mehreren Bewerbern auch die Kanzlerkandidatur oder die Aufstellung für Bundestags- und Landtagsmandate gehören. Außerdem macht sich die SPD-Führung für eine Migrantenquote stark und bietet den reformorientierten Kräften in der Linkspartei die Aufnahme bei den Sozialdemokraten an.

Gabriel und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles waren dafür teils kritisiert worden - unter anderem vom Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs. Der war an diesem Abend in Hamburg als SPD-Kreisvorsitzender Gabriels Gastgeber.

Kommentare (12)

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Realist

27.05.2011, 21:25 Uhr

Wie traurig. Wenn das die Ideen der SPD sind, die Mitgliederzahlen wieder zu steigern, dann ist es mehr als hoffenungslos. Vielleicht sollte man bei der SPD ja mal nachdenken, eine Politik für junge Leute zu machen. Es reicht halt nicht, sich 100 Jahre nicht zu verändern. Man muss sich auch mal weiterentwickeln.

Nordwind

27.05.2011, 22:05 Uhr

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!!!

Moika

27.05.2011, 22:31 Uhr

Gabriel war schon als Popbeauftragter überfordert und ein lausiger Vertreter der SPD. Ihn zum Parteivorsitzenden zu wählen, hat so etwas wie den Bock zum Gärtner zu machen.

Was für eine Persönlichkeit, die ernsthaft glaubt, flotte, nichtssagende Sprüche könnten intelligente, zukunftsweisende Programme ersetzen.

Na ja, Frau Merkel ist ihm scheinbar dicht auf den Fersen. Macht sie so weiter, werden wir ein Kopf an Kopfrennen in Sachen Belanglosigkeiten erleben. Armes Deutschland.

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