Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.08.2011

17:52 Uhr

Feldversuch

Gigaliner sollen noch in diesem Jahr rollen

Die geplante Ausnahmeverordnung für überlange 44-Tonnen-Lkw soll ohne die Zustimmung des Bundesrats erlassen werden. Die Allianz pro Schiene hält das Vorgehen rechtlich für fragwürdig und verweist auf ein entsprechendes Rechtsgutachten

Ein sogenannter "Gigaliner" fährt in einen Kreisverkehr in Georgsmarienhütte. Quelle: dpa

Ein sogenannter "Gigaliner" fährt in einen Kreisverkehr in Georgsmarienhütte.

BerlinDer Feldversuch mit bis zu 44 Tonnen schweren Riesen-LKW soll trotz anhaltender Kritik noch in diesem Jahr starten. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums am Montag in Berlin. Die Bundesregierung hält auch daran fest, dass der umstrittene Feldversuch an den Bundesländern vorbei beschlossen werden soll. Im Verordnungsentwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es ausdrücklich, die geplante Ausnahmeverordnung bedürfe nicht der Zustimmung des Bundesrats.

Die Allianz pro Schiene äußerte hingegen rechtliche Bedenken. „Wir sind skeptisch, ob die rechtlichen Grundlagen für einen Test mit überlangen LKW am Bundesrat vorbei geschaffen werden können“, sagte Geschäftsführer Dirk Flege. Er verwies auf ein Rechtsgutachten, wonach für die Testfahrten der sogenannten Gigaliner ein von Bundestag und Bundesrat verabschiedetes Gesetz notwendig sei.

Während die Länge von Lastwagen in Deutschland bislang auf 18,75 Meter begrenzt ist, soll die Obergrenze für einen Zeitraum von fünf Jahren auf 25,25 Meter steigen. Weil die Gigaliner mehr Waren transportieren können, rechnen die Befürworter mit weniger Lastwagen auf der Straße und dadurch mit weniger Abgasen und einem geringeren Benzinverbrauch. Kritiker haben hingegen erhebliche Sicherheitsbedenken.

Allerdings dürfen die Gigaliner nur in sieben Bundesländern rollen. Zuletzt hatte sich Baden-Württemberg nach dem Regierungswechsel in Stuttgart aus dem Projekt verabschiedet. Der Verordnungsentwurf des Verkehrsministeriums sieht zudem weitere Einschränkungen vor. So gilt für die Riesen-LKW ein generelles Überholverbot. Zudem dürfen sie kein Gefahrengut transportieren, und am Steuer dürfen nur erfahrene Trucker sitzen

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.08.2011, 19:10 Uhr

Und wieder einmal macht diese Merkel-Regierung am Bundestag und Bundesrat vorbei etwas.
Es wird immer deutlichr, dass Merkel alles andere als eine Demokratin ist.
Für sie gibt es offenbar gar kein Parlament mehr.
Das Politbüro bestimmt und die anderen haben die Klappe zu halten. War ja in der DDR auch so
Dann warten wir mal auf die ersten Unfälle.
Wir sind nicht Amerika wo die Straßen auch breiter sind und solche Dinger fahren können. Aber für Merkel gibt es ja offenbar schon nichts Deutsches mehr
Und wo sind die Grünen? Die haben doch schon in den 80iger Jahren geschriem "LKW von der Straße, Güter auf Schiffe und Schienen". Und warum machen wir es nicht endlich?
Jetzt, wo es mal um was Gutes für unser Land geht, da schweigen die Grünen - seltsam

Account gelöscht!

15.08.2011, 22:50 Uhr

Beim ersten Unfall mit Todesfolge ist die Regierung angeführt von Merkel und Ramsauer wegen Beihilfe zur fahrlässigen Tötung anzuklagen! So einfach ist, wer beschließt muss verantworten. Wer das am Volke vorbei tut muss abgesetzt werden. Ist in genau 2 Jahren soweit. Also Leute merkt es euch, schreibt euch Zettel mit allen Verfehlungen dieser Regierung damit ihr's nicht vergesst.

Euyonimus

16.08.2011, 03:03 Uhr

Die Schweiz hat es geschafft, das Frachtgut überwiegend auf die Schiene zu verlegen, hier aber scheint die LKW Lobby zu groß zu sein, dies durchzuführen, die Regierung knickt immer wieder ein, es ist zum Davonlaufen. Zumal die Öffnung gen Osten den Transit in Deutschland massiv verstärkt hat, zudem noch mit Vehikeln, die verkehrsgefährdend sind. Der Straßenverkehr ist ja eh schon so dicht, dichter geht es kaum.

Aber unsere Demokratie ist nicht eine, in der das Volk mitreden darf, Lobbyisten anhören, Befehl von oben und basta. Die Entscheidungsträger werden ja auch gefahren und müssen es nicht selbst tun.

Die Schweizer konnten auch darüber abstimmen, ob man die Bahnhöfe modernisierung solle. Sie haben sich aber dafür entschieden, das Schienennetz auszubauen und das läuft prächtig... Schwerlaster sieht man in der Schweiz nicht.
Die Schweizer sind sich auch nicht zu vornehm, die Schiene zum Arbeitsplatz zu benutzen, nur so entspannt sich Verkehr heute.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×