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29.04.2011

18:48 Uhr

Festnahmen in NRW

Mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder planten Sprengstoffanschlag

Sicherheitsbehörden haben möglicherweise einen Terroranschlag in Deutschland verhindert. Das Ziel der drei Marokkaner mit Kontakten zu Al-Kaida soll der öffentliche Nachverkehr einer Großstadt gewesen sein.

Terroristen sollen einen Anschlag in Deutschland geplant haben. Quelle: dpa

Terroristen sollen einen Anschlag in Deutschland geplant haben.

Karlsruhe/BerlinSie hatten Sprengstoff und planten wohl einen Anschlag in Deutschland - Beamte des Bundeskriminalamts haben am Freitag in Nordrhein-Westfalen drei mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks Al Kaida festgenommen. Wie Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte, wurde damit „eine konkrete und bevorstehende Gefahr durch den internationalen Terrorismus“ abgewendet.

Nach dpa-Informationen standen die Festgenommenen schon länger im Fokus der Ermittler. Für die Nacht zum Freitag sollen sie eine Art Testlauf geplant haben, um die Wirkung des Sprengstoffs zu erproben. Dabei habe es sich aber noch nicht um einen Terrorschlag gehandelt.

Zwar wurde der Test verschoben, dennoch entschieden sich die Ermittler für den Zugriff. Die Männer sollen an diesem Samstag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Dass die Männer ohne vorherige Haftbefehle festgenommen wurden, könnte darauf hindeuten, dass die Entscheidung für die Festnahme kurzfristig erfolgte. Nach SWR-Informationen soll einer der Männer bei seiner Festnahme einen BKA-Beamten mit einem Messer angegriffen haben. Alle drei hätten mit der Führungsebene des Terrornetzwerks Al Kaida Kontakt gehabt.

Die „Welt“ (Samstag) berichtet unter Berufung auf einen Ermittler, dass die Verdächtigen einen Bombenanschlag auf den öffentlichen Nahverkehr einer deutschen Großstadt planten. Der genaue Ort habe aber noch nicht festgestanden. Bei den Verdächtigen handele es sich um Marokkaner mit deutschen Pässen.

Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, standen die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Terrorwarnung im Herbst vergangenen Jahres. Damals hatte ein anonymer Anrufer Hinweise auf geplante Anschläge gegeben und den Reichstag in Berlin als mögliches Ziel genannt. Im Rahmen der Ermittlungen sei das BKA auf die drei Männer aufmerksam geworden, berichtete der SWR. Innenminister Friedrich sagte, Deutschland stehe „nach wie vor im Fadenkreuz internationaler Terroristen“. Es gelte, auch weiterhin wachsam zu bleiben.

Islamistischer Terror in Deutschland - Eine Chronologie

April 2002: Terrorgruppe Al-Tawhid

Der Polizei gehen mutmaßliche Anhänger der Al-Kaida-nahen Terrorgruppe Al-Tawhid ins Netz. Die Männer planten Angriffe auf das jüdische Gemeindezentrum in Berlin und jüdische Gaststätten in Düsseldorf. Sie müssen bis zu acht Jahre hinter Gitter.

März 2003: Terrorpläne gegen amerikanische Einrichtungen

Ein Tunesier wird verhaftet, der angeblich Attentate gegen amerikanische und jüdische Einrichtungen plante. Vor Gericht kann ihm das nicht bewiesen werden. Die Bundesanwaltschaft bleibt jedoch der Ansicht, dass ein Horrorszenario verhindert wurde.

März 2004: Islamistengruppe Ansar al Islam

Mitglieder der kurdisch-irakischen Islamistengruppe Ansar al-Islam planten, den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi während eines Deutschland-Besuches zu ermorden. Die Polizei hört ihre Telefongespräche ab und nimmt drei Männer fest. 2008 wird der Haupttäter zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Juli 2006: Kofferbomber in Köln

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Regionalzügen Kofferbomben gefunden. Wegen Technikfehler explodierten sie nicht. Wenige Wochen später werden die Täter gefasst. Im Dezember 2008 wird der „Kofferbomber von Köln“ zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser für die Tat waren laut Urteil Mohammed-Karikaturen in Zeitungen.

September 2007: Sauerland-Gruppe

Die islamistische Sauerland-Gruppe wird festgenommen. Vor Gericht müssen sich die vier Mitglieder wegen der Planung von Terroranschlägen auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland verantworten. 2010 werden sie zu Strafen bis zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

März 2011: Angriff auf US-Soldaten

Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen in Frankfurt (Main) zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Er gilt als extremistischer Einzeltäter. Auslöser für seine Tat soll ein Internetvideo gewesen sein, in dem angeblich US-Soldaten ein Haus in Afghanistan plündern und ein Mädchen vergewaltigen.

Kommentare (17)

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Montaillou

29.04.2011, 16:31 Uhr

Wer glaubt noch diesen Schwachsinn von der angeblichen Terrorgefahr durch Al-Kaida und Co.?
Irgendwie muss man wohl die auferlegte EU-Überwachungsdoktin dem deutschen Bürger schmackhaft machen...

False-Flag-Al-Kaida

29.04.2011, 17:09 Uhr

Was soll diese bescheuerte Meldung über CIA / hausgemachte Al-Kaida ???
Wen soll das manipulieren ? Steht wieder mal ein Inside-Job an ?
Kommen zu False-Flag 9/11 ,den generierten Beben in Haiti, Japan und im Mai in Amerika noch "Terroranschläge" hinzu ?
Die tumbe Masse wird es wohl mal wieder glauben......

poolliter

29.04.2011, 17:29 Uhr

Ich hab bisher Azeton immer für eine falsche Schreibweise von Aceton (Lösungsmittel - Nagellackentferner) gehalten.
Was soll den das für ein Sprengstoff sein?

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