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11.05.2012

22:06 Uhr

Finale der CDU

Sag zum Abschluss lautstark Schulden

VonBernd Kupilas

Wahlkampf-Finale der CDU: Wie Spitzenkandidat Norbert Röttgen in hoffnungsloser Lage an der Seite der Kanzlerin bis zuletzt den Macher und Gestalter gibt.

CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen (l.) und Kanzlerin Angela Merkel beim Wahlkampffinale in Düsseldorf. AFP

CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen (l.) und Kanzlerin Angela Merkel beim Wahlkampffinale in Düsseldorf.

DüsseldorfAngela Merkel gerät ins Grundsätzliche, sie muss jetzt mal erklären, worum es geht in zwei Tagen. „Da geht es nicht darum, ob Frau X oder Herr Y gewählt wird“, ruft die Kanzlerin von der Bühne auf dem Düsseldorfer Marktplatz, „es geht nicht um deren Karrieren“, jetzt fällt die Kanzlerin in die direkte Ansprache an das versammelte Wahlvolk und deutet in die Menge, „sondern es geht um Ihre persönliche Zukunft.“

Herr Y steht zwei Meter neben ihr auf der Bühne, und wenn in 48 Stunden die Wahllokale schließen, werden die Wähler sehr wohl auch über seine Zukunft entschieden haben. Und so wie die Umfragen aussehen, werden sie seiner Karriere zumindest einen empfindlichen Dämpfer verpasst haben. Rund 30 Prozent – das wäre ein historisch schlechtes Ergebnis. Ein Debakel. Vor seinem Auftritt haben sie ihn schon als „künftigen Ministerpräsidenten“ vorstellt. Ein Wunder, wenn es so käme.

Schlussspurt der SPD: „Dieses Mal gewinnen wir“

Schlussspurt der SPD

„Dieses Mal gewinnen wir“

Vor der Wahl am Sonntag strotzt die SPD vor Selbstbewusstsein. In der Bochumer Jahrhunderthalle lässt sich Hannelore Kraft bereits wie eine Siegerin feiern. Die Alphatiere der SPD-Troika wirken neben ihr wie Statisten.

Aber Norbert Röttgen merkt man kein bisschen Missmut an, keine Verzweiflung, nicht mal müde wirkt er nach dieser mörderischen Tour im Turbo-Wahlkampf. Dunkler Anzug, die rundliche Brille, silbriges Haar – wie immer eine gepflegte Erscheinung. Den Kopf hält er wie so oft ein wenig in die Höhe, der Blick geht Richtung Horizont, die Lippen leicht geschürzt. Wenn Norbert Röttgen nicht selbst redet, ist das seine Zuhörer-Haltung, sie soll vollkommene Aufmerksamkeit suggerieren, wirkt aber immer ein wenig gekünstelt. Er musste viel zuhören in diesem Wahlkampf, das ist das Schicksal des Wahlkämpfers. All die Begrüßungsansprachen, die Begegnungen mit Lokalpolitiker zwischen Paderborn und Mönchengladbach, mit Bürgen auf Marktplätzen in Neheim-Hüsten oder Wuppertal.

Noch einmal tritt er jetzt bei einer Großveranstaltung mit Angela Merkel auf, es ist der neunte und letzte gemeinsame Auftritt der beiden in diesem Wahlkampf mit Kanzlerinnen-Unterstützung, zum Abschluss kommt Merkel in der Landeshauptstadt, dorthin, wo Röttgen hin will, als Regierungschef. Noch einmal wird er gleich reden. Nach der Kanzlerin, deren 40-Minuten-Rede eher so dahinplätschert zwischen „Zukunft“ und „Schuldenbremse“ und gespickt ist mit ihrer Lieblingsfloskel „Und deshalb sagen wir…“.

Es wird dann eine recht ordentliche Röttgen-Rede, kämpferisch, mit druckvoller Stimme. Jedenfalls hat der Kandidat sich bei öffentlichen Auftritten schon deutlich schwerer getan, sich sogar manchen Fehltritt geleistet. Im Fernsehduell mit Amtsinhaberin Hannelore Kraft verlor er sich im Klein-Klein und referierte Zahlen. Und als er vor wenigen Tagen die Wahl am Sonntag mit großen Worten öffentlich zur Abstimmung über Merkel Sparpolitik in Europa machen wollte, muss er von allen guten Geistern verlassen gewesen sein. Die CDU tobte, niemand wollte die Kanzlerin im Strudel einer absehbaren Röttgen-Niederlage mitgesogen sehen.

Diesmal ist er zurückhaltender, stellt sich rhetorisch geschickter an. Der 13. Mai diene auch dazu, dass Merkel „für ihre nationale Politik, für ihre europäische Politik volle Unterstützung aus Düsseldorf bekommt anstatt immer nur Gegenwind und Knüppel zwischen die Beine.“ Das klingt schon deutlich moderater.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.05.2012, 08:08 Uhr

"...sondern es geht um Ihre persönliche Zukunft."

Genau, liebe Wähler.
Der einzig wahre Satz dieser Hochverräterin!

Es geht um UNSERE Zukunft.

In Zukunft regiert uns die CDU nämlich zusammen mit anderen etablierten Parteien, wie z.B. die SPD in Grund und Boden.

Mit dieser Frau (oder Steinbrück) kommt der ESM und der Fiskalpakt. Beide sind Bilderberger!!!
Beide zusammen sorgen für die totale Zerstörung Deutschlands (und Europas)!

Wählt um Gottes Willen keine der etablierten Parteien von CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne, Linke oder Piraten!

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