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01.03.2011

17:40 Uhr

Finanzaufsicht

BaFin will mehr Kontrolleure beschäftigen

Die Finanzaufsicht BaFin will  in diesem Jahr 244 neue Mitarbeiter einstellen. Vor allem mehr Kontrolleure sollen der Behörde zukünftig zur Verfügung stehen. Banken hatten die Stellenplanung zunächst vehement kritisiert.

Bafin-Gebäude in Bonn: Die Finanzaufseher bekommen Verstärkung. Quelle: dpa

Bafin-Gebäude in Bonn: Die Finanzaufseher bekommen Verstärkung.

FrankfurtDie Finanzaufsicht BaFin will  in diesem Jahr vor allem neue Aufseher einstellen. Die Behörde hatte sich im vergangenen Jahr 244 neue Stellen bewilligen lassen. „Mehr als vier Fünftel der Stellen sollen in der Banken-, Versicherungs- und Wertpapieraufsicht sowie in den Aufsichtsabteilungen meiner Säule entstehen“, sagte Michael Sell, der für Querschnittsaufgaben und Verwaltung zuständige Exekutivdirektor der Behörde. Sell ist unter anderem für die Geldwäscheprävention und den Kampf gegen den schwarzen Kapitalmarkt zuständig. Als Exekutivdirektor ist er direkt unter BaFin-Chef Jochen Sanio angesiedelt.

Die Finanzbranche hatte die Stellenplanung der BaFin zunächst vehement mit dem Argument kritisiert, es würden zu viele Stellen in der Verwaltung entstehen. Diesem Eindruck tritt Sell nun entgegen. „Es ist nicht unser Ziel, die Verwaltung groß auszubauen“, sagte er dem Handelsblatt. Tatsächlich plant die Behörde aber mit 66 neuen Kontrolleuren für Bank, 51 für die Wertpapier- und 39 für die Versicherungsaufsicht. Für die Geldwäscheprävention sind 20 Stellen eingeplant. Auch viele der IT-Mitarbeiter arbeiten den Aufsehern zu, zum Beispiel im Meldewesen für die Versicherungsaufsicht.

Die Finanzbranche beobachten nicht ohne Grund genau, wie die BaFin ihre finanziellen Mittel einsetzt: schließlich bezahlt sie selbst über Gebühren und Umlagen ihre staatlichen Kontrolleure. Allein der Stellenzuwachs um 244 Stellen bedeutet für die Behörde mit ihren derzeit 1830 Beschäftigten einen Zuwachs von etwa 13 Prozent. Dieser Sprung wird sich aber vermutlich nicht so schnell wiederholen. „Die Steigerungen, die wir in den vergangenen Jahren, also 2009 bis 2011 gesehen haben, werden sich so nicht fortsetzen lassen“, sagte Sell. Es gebe schließlich auch ungesundes Wachstum – und allmählich käme die BaFin an die Grenzen ihrer Rekrutierungsfähigkeit. „All diese neuen Mitarbeiter müssen auch geschult und eingebunden werden“, betont Sell.

Von

yo

Kommentare (2)

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Petra

01.03.2011, 18:31 Uhr

Noch mehr Verwaltung, noch mehr Bürokratie, noch mehr hochbezahlte Beamte, die im Krisenfall sehr gut erklären können, warum die Krise nicht vorhersehbar war. Bis dahin spielen sie bei den Betriebsprüfungen "Gott", lassen sich jeden Fur? erklären und halten die Leute von der Arbeit ab. Durch die zunehmende Reglementierung, Kontrolle und Bürokratie nähern wir uns der "DDR light". Einfache Lösung: Banken sollen sich auf Ihre Kernaufgabe konzentrieren (Geldleihe) und das Eigengeschäft in völlig selbständige Unternehmen auslagern! Somit ist die eigentliche Aufgabe der Banken auch in Krisen geschützt und die "Zocker" müssen nicht mit Staatsgeldern gerettet werden!

Gwildor

01.03.2011, 19:37 Uhr

In Sachen Bürokratie stimme ich Petra und unserem "EU-Beauftragten für Bürakratieabbau" Stoiber schon zu. Bei der Komplexität der Märkte, Produkte und Risiken ist es eben erforderlich, im Sinne der Kleinanleger und des gesamten Wirtschaftskreislaufs, Rahmenbedingungen zu schaffen, die ganz subtil und konsequent auf deren Einhaltung überwacht werden müssen. Die alten Regelungen der Bankenaufsicht konnten die Finanz- und Wirtschaftskrisen nicht verhindern; Konsequenz war u.a. Basel III. Vielleicht ist es sinnvoller mehr Bankenaufseher zu beschäftigen, um die mühevoll bis dato entwickelten Regelungen und Intrumentarien konsequenter einsetzen zu können. Und wie ist das mit der "Auslagerung des Eigengeschäfts" denn gemeint? So einfach scheint die Lösung dann wohl doch nicht...

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