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11.10.2014

15:40 Uhr

Finanzielle Nothilfe

Krankenhäuser erhalten weiter Finanzspritze

Eigentlich sollte die finanzielle Nothilfe des Bundes für Krankenhäuser Ende des Jahres auslaufen. Aber Union und SPD wollen die Förderung, die einen Betrag von mehreren hundert Millionen Euro hat, verlängern.

Ein im Jahr 2013 als Nothilfe eingeführter Versorgungszuschlag würde eigentlich Ende diesen Jahres auslaufen. Er soll nun auf unbestimmte Zeit verlängert werden. dpa

Ein im Jahr 2013 als Nothilfe eingeführter Versorgungszuschlag würde eigentlich Ende diesen Jahres auslaufen. Er soll nun auf unbestimmte Zeit verlängert werden.

BerlinDie rund 2000 Krankenhäuser in Deutschland sollen auch künftig eine Finanzspritze des Bundes im Umfang von rund 500 Millionen Euro im Jahr erhalten. Dies sieht ein Antrag von Union und SPD vor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Der im Jahr 2013 als Nothilfe eingeführte Versorgungszuschlag würde eigentlich Ende diesen Jahres auslaufen. Er soll nun auf unbestimmte Zeit verlängert werden.

Vermeidbare Kosten im deutschen Gesundheitswesen

Mangelnde Therapietreue

Medikamente im Wert von 12,9 Milliarden Euro werden von Patienten nicht wie verordnet eingenommen.

Fehlmedikation

Ärzte verordnen falsche Medikamente im Wert von 1,8 Milliarden Euro.

Verzögerter Therapiebeginn

Bei Arzneimitteln im Wert von 1,6 Milliarden Euro beginnt die Einnahme zu spät.

Missbräuchlicher Antibiotikaeinsatz

Medikamente im Wert von 1,6 Milliarden Euro werden gegen Viruserkrankungen eingesetzt, obwohl sie hier nicht helfen.

Missmanagement von Polymedikation

Viele unterschiedliche Medikamente, die ein Patient einnehmen muss, beeinträchtigen sich gegenseitig. Einsparpotenzial: 1 Milliarde Euro

Suboptimaler Generikaeinsatz

Würden mehr kostengünstigere Nachahmermedikamente verschrieben werden, könnten 0,3 Milliarden Euro eingespart werden.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte am Samstag, das Vorhaben werde an das Gesetz zur ersten Stufe der Pflegereform angehängt, das kommende Woche im Bundestag verabschiedet werden soll. Von dem Geld profitieren gemeinnützige Krankenhäuser ebenso wie privatbetriebene Kliniken.

Die Krankenhäuser mahnen seit langem eine bessere Unterstützung an. Laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft schreiben 30 bis 50 Prozent der Einrichtungen rote Zahlen.

Die große Koalition bereitet eine grundlegende Reform des Krankenhauswesens vor. Eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern will bis Ende des Jahres Grundzüge erarbeiten, die im kommenden Jahr in einen Gesetzestext gegossen werden sollen. Eine Einigung ist allerdings schwierig.

Von

rtr

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