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20.08.2011

12:47 Uhr

Finanzmärkte

Banken halten Börsensteuer für wirkungslos

Mit einem Mausklick kann man den Ort seines Handelsplatzes bestimmen - und eine Steuer auf Finanztransaktionen schlicht umgehen, warnen die Banken. Auch die Politik diskutiert um das Potenzial einer Abgabe.

Börse in Frankfurt. dapd

Börse in Frankfurt.

BerlinDie deutschen Privatbanken wehren sich mit Händen und Füßen gegen eine Transaktionssteuer auf Börsengeschäfte. Weil ihr Börsenprofis mit einem Klick am Computer ausweichen könnten, seien am Ende nur Sparer und Kleinanleger gekniffen, sagte Bankenverbandspräsident Andreas Schmitz der „Bild am Sonntag“ laut Vorabmeldung. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier warnte vor einem Verlust von 70.000 Jobs am Finanzplatz Frankfurt. Auch in der FDP schlägt Kanzlerin Angela Merkel wenig Sympathie für ihren gemeinsamen Steuervorstoß mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy entgegen. Die SPD warf der Koalition vor, sie habe in Wahrheit kein Interesse an einer Kontrolle der Märkte.

Merkel und Sarkozy wollen noch im September einen Vorschlag machen, wie Börsengeschäfte in der Europäischen Union besteuert werden könnten. Am Dienstag will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble darüber mit seinem französischen Kollegen François Baroin beraten. Im Gespräch war zuletzt ein Steuersatz bis zu 0,05 Prozent pro Transaktion.

Laut dem Bundesverband deutscher Banken (BdB), dessen Mitglieder direkt betroffen wären, wäre die Steuer wäre wirkungslos. Sie schütze nicht vor Finanzkrisen, denn den Börsenprofis sei es egal, ob sie ihre Geschäfte über die Börsen in Europa, Asien oder den USA abwickelten, sagte BdB-Präsident Schmitz. Dazu genüge ein Mausklick, der den Handelsort festlege: „Die großen Steuereinnahmen bleiben also aus.“ Befürworter gehen dagegen von 30 bis 50 Milliarden Euro Einnahmen pro Jahr aus.

Bouffier warnte in der „Passauer Neuen Presse“, die Steuer ohne den größten europäischen Finanzplatz London einzuführen: „Alles andere wäre ein großer Fehler.“ Frankfurt müsse als Finanzplatz erhalten bleiben. Bisher sperren sich die Briten gegen die Steuer. Schäuble hatte deshalb nicht ausgeschlossen, sie notfalls nur im Gebiet der 17 Euro-Länder einzuführen. Auf globaler Ebene der G20-Länder ist die Steuer schon gescheitert.

Kommentare (11)

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Koboldo

20.08.2011, 14:40 Uhr

Von der Transaktionssteuer darf man ebenfalls keine Wunder erhoffen und ohne die Einbeziehung von Großbritannien wäre diese Steuer nicht einmal die Hälfte wert. Aber so schnell wechselt man auch die Finanzplätze nicht, da es viel zu viele Unwägbarkeiten an außereuropäischen Handelsplätzen gibt. Obwohl es mich als Trader treffen würde, diese Steuer, da bin ich mir sehr sicher, würde zu einer gewissen Beruhigung an den Märkten führen und hätte eben den zusätzlichen Vorteil, dass für viele Staaten eine Steuerquelle erschlossen werden würde, die bei den Betroffenen nicht wirklich Schmerz auslösen kann.

nachhaltig

21.08.2011, 00:25 Uhr

Warum gibt es immer weniger Aktionäre?
Wegen dem Hochfrequenzhandel, der dem Markt die Gewinne, die die Unternehmen erarbeiten und den Aktionären auch zustehen über millionenfache cent-Kursgewinne, entzieht. Dabei verstärkt er die Anfälligkeit der Märkte für Insider. Der Markt entzieht sich so auf Dauer seiner Grundlage und das ist der private Anleger. Die Banken und Hochfrequenzhändler sind als Abkassierer daran nicht interessiert, obwohl es ohne Anleger sie nicht mehr gibt. Es genügt sogar nur 0,01% um diesem schwarzen Loch der Finanzwelt den garaus zu machen. Wenn die Eurozone da voran geht, wird dann demnächst London nachziehen und dann auch New York.

Die anderen Euro-Länder sollten EURO-Bonds ohne Deutschland einführen. Mit der deutschen Demografie kommt dann D automatisch später dazu. Natürlich dann später zu schlechteren Konditionen.

Bei einer nachhaltigen Gesellschaft würden sogar die Schulden erheblich sinken bei sowenig Geburten und Aufzuchtausgaben. Hier steigen sie mit 4% im Jahr bei durchschnittlich 2% Wachstum. Was heißt dies: Gelddrucken jetzt und in Zukunft oder Hyperinflation 2023.

Diese Schein-Eliten sind so degeneriert, dass sie für ihr Geld sogar die Demokratie und ihre Freiheit riskieren.

In der Diktatur ist nicht nur das Volk eingesperrt auch die Herrschenden, die sich vor dem Volk flüchten.

Wie auch immer: Wenn die Prozesse und dabei besonders die Gier aus dem Ruder laufen und damit nicht nachhaltig sind, werden sie von übergeordneten Regelkreisen wie Hyperinflation, Bürgerkrieg usw. wieder eingefangen.

Die Welt der Nachkriegsgeneration geht gerade unter. Im Krieg gegen unsere Lebensgrundlagen ist diese für ein paar Kreuzfahrten sehr erfolgreich.
Es wird Zeit diesen Lebensstil grundlegend zu ändern. Eine FTS ist da ein Anfang. Der nächste Schritt ist es den Banken die Geldschöpfung zu entziehen und die Staaten mit Staatsentschuldungsanleihen bei den Zentralbanken langfristig zu entschulden mit Neuverschuldungsverbot.

lowabras

21.08.2011, 01:49 Uhr

Irgendwas stimmt an diesem bericht nicht! Wenn diese Transaktionssteuer doch, laut den Banken, doch völlig unwirksam sein wird, weshalb wehren sie sich dann so vehement?
Wenn diese Steuer nicht wirksam sein wird, wieso sollte dann Frankfurt 70.000 Jobs verlieren? Übrigens für Jobs sollte es nicht schade sein, solange es keine wirklichen Arbeitsplätze sind!
Hier wird wie Kraut und Rüben durcheinander argumentiert. Wem dieser idiotische Aufsatz wohl eingefallen ist?
Aber genauso geht es in der Politik zu, lauter hirnrissiges gewäsch, mehr nicht!

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