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20.03.2012

13:07 Uhr

Finanzmarktregulierung

Neue Lösungen für Target-Risiken

Rösler präsentiert Vorschläge zur Rückführung der Target-Risiken. Unter anderem will er die Zahlungsbilanzdefizite beseitigen. Wie Target-Salden einzuschätzen sind, darüber sind sich die meisten Experten uneins.

FDP-Vorsitzender und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. dpa

FDP-Vorsitzender und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler.

BerlinPhilipp Rösler macht sich offenbar Sorgen über hohe Ungleichgewichte zwischen den Notenbanken innerhalb der Euro-Zone, die sich in den sogenannten Target-Salden niederschlagen. Um diese Unausgewogenheiten von Forderungen und Verbindlichkeiten unter den Zentralbanken zu verringern, die letztlich die Ungleichgewichte im Kapital- und Leistungsverkehr zwischen den Ländern widerspiegeln, könnte man den Zinssatz als Stellschraube nutzen, erklärte Rösler am Dienstag ausdrücklich in seiner Funktion als FDP-Chef nach einer Arbeitskreissitzung der Liberalen im Bundestag.

„Der Zinssatz für Target-Kredite könnte künftig an bestimmte Schwellenwerte für die Target-Salden gekoppelt werden und mit wachsenden Salden ansteigen“, sagte Rösler der Nachrichtenagentur Reuters. Banken in Ländern, die im Target-Abrechnungssystem der Euro-Zentralbanken mit hohen Verbindlichkeiten belastet seien, „hätten damit einen Anreiz, die Inanspruchnahme von Notenbankliquidität zurückzuführen“, lautet seine Kalkulation. Das würde etwa für ein Land wie Griechenland gelten. „Im Ergebnis würde dies den Druck verstärken, die notwendige interne realwirtschaftliche Anpassung voranzutreiben, um die eigentlichen Ursachen der hohen Zahlungsbilanzdefizite zu beseitigen.“ Über die Bewertung der hohen Target-Salden streiten sich die Experten.

Während die einen wie etwa der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sie für relativ unbedenklich halten, sehen andere Fachleute darin ein Großrisiko für den Bestand des Geldwesens im Euroraum. Zu den großen Warnern gehört Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, der am Dienstag mit den liberalen Fachpolitikern über dieses Thema diskutierte.Im Target-System werden die Positionen im Zahlungsverkehr zwischen den einzelnen Notenbank im Euro-System taggenau zum jeweils geltenden - derzeit niedrigen -Hauptrefinanzierungssatz verzinst. Die Target-Salden der einzelnen Notenbanken spiegeln die Ungleichgewichte in den Zahlungsbilanzen der Euro-Ländern wider.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Doofinger

20.03.2012, 14:18 Uhr

Dass der Planwirtschaftsweise Bofinger die Target-Salden für unbedenklich hält, ist nicht verwunderlich. Der will ja auch die deutschen Steuerzahler für das Abzahlen der italienischen Schulden einspannen.
Widerlicher geht es nicht. Ein strammer Ideologe in Goebbelscher Manier, trommelnd für ein "politisches Projekt", "koste es, was es wolle."

Bofinger wird noch belangt werden!

t2-Falle

20.03.2012, 15:13 Uhr

Wie will Bofinger denn seine Unbedenklichkeitserklärung im Eurocrash begründen? Das Scheitern von Währungsunionenen ist geschichtlich doch belegt. Jede Währungsunion ist bis jetzt gescheitert, warum nicht auch die Eurozone? Bofinger verschliesst die Augen, steckt den Kopf in den Sand und betet: "was nicht sein darf, das nicht sein kann". Auch "weise" und greise Euromantiker können gegen ökonomische Gesetze nicht dauernd gegenhalten.
Höhere Zinsen sind ein erster Ansatz, gegen den sich die GIIPS vehement wehren und zwar mit Erfolg, da im EZB-Rat in der Mehrheit. Das T2-Problem ist eine Falle, in der D sitzt, und Experten wollen ihre Fehler nicht zugeben und verharmlosen deshalb.

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