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25.09.2014

10:21 Uhr

Finanzminister Schäuble

Stresstest stresst deutsche Banken nicht

Wie ist es um Europas Banken bestellt? Der EZB-Stresstest soll Kapitallücken aufdecken. Finanzminister Schäuble erwartet bei den deutschen Banken keine Probleme. Sollte es jedoch anders sein, kennt er noch einen Ausweg.

Die EZB prüft die Bilanzen der Banken – auch in Frankfurt. dpa

Die EZB prüft die Bilanzen der Banken – auch in Frankfurt.

BerlinBei den Bilanzprüfungen und Stresstests durch die Europäische Zentralbank (EZB) sind nach Überzeugung von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bisher keine Probleme deutscher Geldhäuser zu erwarten. „Es zeichnet sich derzeit nicht etwas ab“, sagte Schäuble am Donnerstag im Bundestag. Sollten sich dennoch Kapitallücken ergeben, könnten Hilfen aus dem staatlichen Banken-Rettungsfonds Soffin noch bis Ende 2015 gestellt werden. Die EZB übernimmt am 4. November die europäische Bankenaufsicht über rund 120 Institute und durchleuchtet sie daher eingehend.

Schäuble erteilte erneut Forderungen eine Absage, den europäischen Bankenrettungsfonds ESM für Wachstumsprogramme anzuzapfen. Die 80 Milliarden Euro im ESM seien keine Verfügungsmasse für kreative Gestaltungen, sondern dienten der Stabilisierung der europäischen Gemeinschaftswährung und zur Schaffung von Vertrauen in die Euro-Zone.

Die drei Stufen der EZB-Bankenprüfung

1. Stufe

Risikobewertung
In einem ersten Schritt prüft die EZB die Risiken in den Bankbilanzen. Dabei schaut sie auf die kurzfristig zur Verfügung stehenden Mittel (Liquidität), die Verschuldung und die Refinanzierung der Bank.

2. Stufe

Asset Quality Review
Im zweiten Schritt schaut sich die EZB mit einem einheitlichen Bewertungsmaßstab etwa für faule Kredite die Bestandteile der Bilanzposten an. Auf dieser Basis wird beurteilt, ob etwa ausreichende Rückstellungen gebildet worden sind. Dabei sind acht Prozent hartes Kernkapital als Zielquote vorgegeben – Banken, die darunter liegen, sollen voraussichtlich auf staatliche Auffangmechanismen zurückgreifen müssen.

3. Stufe

Stresstest
Als letzter Schritt vollzieht die EZB einen Stresstest: Wie reagieren die Bankbilanzen auf gewisse Risikoszenarien? Die Details für den Stresstest sind noch nicht bekannt. Alle drei Schritte sollen bis November 2014 vollzogen sein, wenn die EZB offiziell die Aufsichtsfunktion übernimmt.

Skeptisch sieht der Bundesfinanzminister dagegen den Kauf von Verbriefungsprodukten durch die EZB. Es sei nicht ganz unproblematisch die geldpolitische Verantwortung und auch die Bankenaufsicht in einer Institution wie der EZB zu haben, sagte Schäuble. Deshalb sei es ganz wichtig, beim Aufbau der Bankenaufsicht innerhalb oder bei der EZB die beiden Verantwortungsbereiche so „strikt wie möglich“ zu trennen, um auch nur den Anschein möglicher Interessenkonflikte zu vermeiden.

„Auch vor diesem Hintergrund bin ich über die derzeitige von der EZB begonnenen Debatte über den etwaigen Ankauf von Verbriefungsprodukten nicht besonders glücklich, weil genau dieses die Diskussion bestärken könnte.“ Dies sollte man „vorsichtig bedenken“, sagte Schäuble.

Kommentare (3)

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Herr UWE Keil

25.09.2014, 10:29 Uhr

Volksverdummung .....

Herr Peter Spiegel

25.09.2014, 13:47 Uhr

Ich kenne keinen, der das dumme Zeug glaubt.

Herr reiner tiroch

25.09.2014, 16:30 Uhr

mit den Auswegen wie Schäuble sagt, gibt es wahrlich genug. die fehlenden 1,3 Billionen EK wurden weggezaubert, die Bilanzen manipuliert wie man sie braucht, die messlatte für den Stresstest ist unerirdisch verbaut, die krise auf die schwarze Null gelabert, usw. komisch ist nur, dass die ganze Welt unendliche MRD auf den Zusammenbruch der EU-Zone wettet.

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