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19.04.2015

20:33 Uhr

Finanzministerium zur Finanzierung von Rente und Co.

Demografischer Wandel bedroht Sozialversicherungen

Das Finanzministerium warnt vor einer „demografischen, ökonomischen und fiskalischen Bombe“ im Sozialsystem: Die Rente mit 67 sei dabei ein Angelpunkt, schreibt Schäubles wirtschaftspolitischer Berater im Handelsblatt.

Mit der Bevölkerungsalterung stehe ein wichtiger Kostentreiber gerade erst ins Haus, schreibt Ludger Schuknecht, Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesfinanzministerium. ap

Mit der Bevölkerungsalterung stehe ein wichtiger Kostentreiber gerade erst ins Haus, schreibt Ludger Schuknecht, Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesfinanzministerium.

BerlinDas Bundesfinanzministerium will die Renten- und Gesundheitspolitik stärker auf den demografischen Wandel ausrichten. „Die Mütterrente und die Rente mit 63 bauen unser Sozialsystem weiter aus“, schreibt Ludger Schuknecht, Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesfinanzministerium, in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt (Montagausgabe).

„Dabei verdecken die gute Konjunktur und der florierende Arbeitsmarkt, die all dies scheinbar spielend finanzieren, leicht den Blick auf die demografische, ökonomische und fiskalische Bombe, auf der wir gemeinsam sitzen.“

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Das reguläre gesetzliche Renteneintrittsalter liegt derzeit bei 65 Jahren und vier Monaten. Doch seit einiger Zeit können Arbeitnehmer auch mit 63 in Rente gehen. Immer mehr Beschäftigte machen davon Gebrauch.

Mit der Bevölkerungsalterung stehe ein wichtiger Kostentreiber gerade erst ins Haus. „Es ist zwingend, dass die Rente mit 67 wieder Referenzpunkt der Arbeitserwartung werden muss“, schreibt der wirtschaftspolitische Berater von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). „Und wer ehrlich ist, weiß, dass langfristig die Verrentung weiter an die steigende Lebenserwartung angepasst werden muss.“

Auch im Gesundheitsbereich gebe es in Deutschland viel Potenzial für Verbesserungen. Es brauche einen stärkeren Wettbewerb zwischen Kassen und Leistungserbringern, Strukturanpassungen im Krankenhausbereich sowie mehr Kostentransparenz und Eigenverantwortung für Versicherte, durch Wahlfreiheit bei den Leistungen und durch Eigenbeiträge.

Von

hmü

Kommentare (12)

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Herr Marcus T.

20.04.2015, 08:05 Uhr

Tztztz... keine Sorge liebe Leute, die Deckungslücke zwischen Einnahmen und Ausgaben finanzieren unsere gut qualifizierten zugewanderten Fachkräfte aus Somalia, Eritrea, Niger usw. Herzlich willkommen und vielen Dank im Voraus :-)

Herr Niccolo Machiavelli

20.04.2015, 08:09 Uhr

Ich möchte die Beiträge an die gesetzliche REntenverischerung, die ich 15 Jahre lang einbezahlt habe, bitte ausgezahlt bekommen. Dann fällt die Rentenlast mir gegenüber schon einmal weg.

Herr Peter Noack

20.04.2015, 08:22 Uhr

"Demographischer Wandel bedroht Sozialversicherungen"
Wann??? 2017, 2020? 2025? Wann denn nun? Bei der Rente mit 63 haben wir die maximale Anzahl im Juli erreicht. Die Mütterrente geht Monat für Monat um mindestens 40.000 Mütter zurück. Erst wenn die 40 jährigen Frauen mit Kindern, die ab dem ersten Januar 1992 geboren sind, in die Rente mit 66 und Monate gehen, steigt die Anzahl der Mütterrentnerinnen wieder. Das trifft erst ab 2025 wieder zu. Bis dahin werden rund 5 Millionen Mütterrentnerinnen verstorben sein? Das ist der aktuelle demographische Wandel.
Die Gemeinschaftsdiagnose hat festgestellt, dass 2015 noch einmal 350.000 Beschäftigte mehr sein werden als 2014. Das werden 2015 durchschnittlich 43 Millionen sein. Entscheidend für die Sozialkassen sind aber die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, denn diese zahlen in die Sozialversicherungen ein. Diese Anzahl steigt schneller als die Gesamtbeschäftigtenzahl. Sozialversicherungspflichtig werden 2016 über 31 Millionen in Deutschland sein und weiter auf 32 Millionen 2018 und möglicherweise 33 Millionen 2020 steigen. Bis dahin werden die Sozialkassen also entlastet und nicht belastet. Wann sollen denn nun die Sozialkassen bedroht werden? 2020 gibt es den Solidarpakt als Aufbau Ost nicht mehr. Sollten die Bundesländer dann 10 Mrd. erhalten, blieben dem Bund ebenfalls 10 Mrd. Der Bund will 2018 10 Mrd. in die GRV für versicherungsfremde Leistungen, Mütterrente, einstellen. Fall diese an die Beitragszahler durchgereicht würden, könnte der Beitragssatz auf 17,5 % sinken, denn die Reserven müssen nicht angefasst werden.? Ist das die Bedrohung der GRV? Die möglichen 22 % Beitragssatz werden bis 2030 niemals erreicht.
Was denkt man sich so im Finanzministerium? Jedem seine Panik? Und sonst? Muss man jede einzelne Nachricht schon vor dem Lesen überprüfen?

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