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23.12.2011

12:26 Uhr

Finanzpolster

Historisch hohe Reserve in deutscher Rentenkasse

Der Konjunktur und dem Weihnachtsgeld sei Dank: Die Finanzreserve in der deutschen Rentenkasse ist so hoch wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Nur 1992 war das Polster noch höher.

Die Nachhaltigkeitsrücklage in der deutschen Rentenkasse ist auf einem Rekordhoch. dapd

Die Nachhaltigkeitsrücklage in der deutschen Rentenkasse ist auf einem Rekordhoch.

StuttgartDie Finanzreserve in der deutschen Rentenkasse ist auf einen der höchsten Beträge in der Geschichte der Bundesrepublik gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung erhöhte sich die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage im November auf 23,2 Milliarden Euro. Ein Sprecher bestätigte damit am Freitag einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“.

Nur im Jahr 1992 war das Finanzpolster der Rentenkasse demnach mit etwa 25 Milliarden Euro noch höher gewesen. Grund für die gute Lage seien eine robuste Konjunktur und die Zahlung des Weihnachtsgelds an Arbeitnehmer. Die Reserve vom November entspricht laut Deutscher Rentenversicherung 1,38 Monatsausgaben.

Auf eine Schätzung für den voraussichtlichen Wert zum Jahresende wollte sich der Sprecher noch nicht festlegen. Vor einigen Wochen hatten die Rentenversicherer bis Ende 2011 eine Nachhaltigkeitsrücklage von rund 23,5 Milliarden Euro vorhergesagt. Dieser Wert könnte laut „Stuttgarter Zeitung“ angesichts der guten November-Zahlen aber übertroffen werden, weil die Reserven im Dezember erfahrungsgemäß nochmals stark anstiegen - unter anderem weil in vielen Unternehmen dann das Weihnachtsgeld ausbezahlt wird.

Der Beitrag zur Rentenversicherung sinkt zum Jahreswechsel von bisher 19,9 Prozent auf 19,6 Prozent. Laut Gesetz muss der Beitrag gesenkt werden, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage den Umfang von 1,5 Monatsausgaben übersteigt. Das entspricht laut Deutscher Rentenversicherung derzeit rund 25,5 Milliarden Euro. Grundlage ist jeweils die Prognose vom Oktober für das Ende des folgenden Jahres. Bisherigen Vorhersagen zufolge könnte der Rentenbeitrag 2013 erneut sinken, möglicherweise auf 19,2 Prozent. Die Deutsche Rentenversicherung wollte sich dazu aber jetzt noch nicht äußern.

Der rentenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Weiß (CDU), sagte der „Stuttgarter Zeitung“, die Rentenversicherung sei „kerngesund“. „Trotz aller Unkenrufe bestätigt sich, dass die Unternehmen nach wie vor häufig Weihnachtsgeld bezahlen“, ergänzte er. Dies führe zu einem überraschend hohen Geldeingang bei der Rentenkasse.

Von

afp

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

23.12.2011, 10:31 Uhr

Wen wundert diese Meldung. Bei diesen Mini Renten die im Westen ausbezahlt werden, muss doch eine hohe Rücklage zu bilden sein.
Seht euch doch die Renten nach 40 oder 45 Jahren Arbeit an!!!
Renten die während des Arbeitslebens versteuert wurden, werden nach dem Arbeitsleben nochmals versteuert, Krankenversicherung abgezogen, Pflegeversicherung abgezogen, was für eine Face
Dann diese Meldung!!!
Danke

sterbende_demokratie

23.12.2011, 10:45 Uhr

Na dann aber ab nach Griechenland mit dem Geld!
So viel Solidarität muss schon drin sein.

Man wird doch nicht ernsthaft in Erwägung ziehen wollen es den Einzahlern auch wieder auszuzahlen.

Seit Kohl ist es schließlich gesellschaftsfähig sich an der Rentenversorgung früherer Leistungsträger zu bedienen.

Account gelöscht!

23.12.2011, 10:47 Uhr

Habe neulich mal die Rentenhöhe von einem ehemaligen Schlosser erfahren, der 45 Jahre gearbeitet hat: ich war erschrocken.
Hätte der Mann nicht noch von seinem nicht grade hohen Gehalt privat vorgesorgt, wäre er vermutlich nur knapp über der Grenze zum Sozialfall.

Nach 45 JHAHREN Arbeit (im Westen DE`s).

Das muss man sich mal vorstellen. Ein Skandal.

Viel Menschen habe eben reale Schwierigkeiten, nicht das Problem, einen günstigen Kredit über 500.000 Euro zu bekommen.

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