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06.04.2011

10:57 Uhr

Finanzregulierung

Regierung will Finanzvermittler kontrollieren

Für die rund 80.000 freien Finanzvermittler in Deutschland wird es ernst: Nach Plänen der Bundesregierung müssen sie künftig ihre Provisionen gegenüber dem Kunden offenlegen und ein genaues Beratungsprotokoll anlegen.

Die Bundesregierung plant strengere Regeln für die Finanzvermittlung. Quelle: dpa

Die Bundesregierung plant strengere Regeln für die Finanzvermittlung.

Berlin

Vielen dürfte es überhaupt nicht schmecken: Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen einen Gesetzentwurf, der die Anbieter von Fonds oder Steuersparmodellen verpflichtet, ihre Provisionen offenzulegen. Somit sollen Freiberufler demnächst ähnlich stark überwacht werden wie Bankberater.

Neue Registerpflicht

Um schwarze Schafe auszusieben, müssen sie beim Gewerbeamt eine Sachkundeprüfung ablegen oder auf andere Art ihre Qualifikation nachweisen. Das gilt auch für alle ihre Mitarbeiter, die bei der Beratung oder Vermittlung mitwirken. Zudem müssen die Berater eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen und sich in ein öffentliches Register eintragen lassen.

Bei der Finanzberatung müssen sich die Vermittler an den Bedürfnissen ihrer Kunden ausrichten. Über das Beratungsgespräch wird ein Protokoll verfasst, das dem Kunden ausgehändigt werden muss. Wie Banken und Sparkassen müssen die Anbieter von Vermögensanlagen außerdem einen Beipackzettel erstellen. Darin sollen die Kunden knapp und verständlich über Chancen und Risiken informiert werden.

Auch Verkaufsprospekte müssen Informationen enthalten, die eine Beurteilung der Seriosität der Projektinitiatoren ermöglicht. Die Prospekte werden von der Finanzaufsichtsbehörde BaFin geprüft, die Kriterien gleichen denen bei Wertpapieren. Zudem wird die Prospekthaftung verlängert und verschärft.

Kosten von 104 Millionen Euro

Bisher werden die Finanzvermittler kaum beaufsichtigt. Die Regierung rechnet durch die Gesetzesnovelle mit einmaligen Kosten für die Branche von 104 Millionen Euro. Auf einen durchschnittlichen Betrieb mit zwei Beschäftigten dürften damit etwa 1280 Euro zukommen. Für die Haftpflichtversicherung veranschlagt die Regierung weitere 800 bis 1200 Euro im Jahr.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Petra

06.04.2011, 12:17 Uhr

Wir verwalten und reglementieren uns noch zu Tode! Schlimmer als in der DDR!

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