Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.03.2012

18:47 Uhr

Finanzregulierung

Schäuble will Hochfrequenzhandel an die Leine nehmen

Wolfgang Schäuble ist mit seinen Plänen einer umfassenden, internationalen Transaktionssteuer gescheitert. Nun will der Bundesfinanzminister zumindest erreichen, dass der Hochfrequenzhandel stärker reguliert wird.

Die weltweiten Finanzmarktplätze werden zu einem großen Teil von automatischen Kauf- und Verkauf-Programmen auf Trab gehalten. dpa

Die weltweiten Finanzmarktplätze werden zu einem großen Teil von automatischen Kauf- und Verkauf-Programmen auf Trab gehalten.

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist offenbar bereit zu einer abgespeckten Finanztransaktionssteuer, dringt aber auf eine Regulierung des Hochfrequenzhandels an den Finanzmärkten. Die Chancen auf die Umsetzung einer Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene sehe er nur noch als sehr gering an, sagte er nach Angaben von Teilnehmern in der Unions-Bundestagsfraktion am Dienstag.

Auch die Einführung nur in der Euro-Zone sei schwierig, weil dann wiederum einige Euro-Staaten eine „kleine Lösung“ mit dem Hinweis auf Wettbewerbsverzerrungen ablehnten. Sein Haus arbeite an Modellen für eine abgespeckte Steuer, sagte er ohne Details zu nennen. Die FDP hatte die Übernahme einer erweiterten britischen „Stamp Tax“ auf Börsengeschäfte vorgeschlagen. In der Union will man auf jeden Fall auch den Derivatehandel mit einer Abgabe belegen.

In der Fraktionssitzung wies Bundeskanzlerin Angela Merkel zudem die Position von SPD und Grünen zurück, die Koalition müsse der Opposition für die Zustimmung zum Fiskalpakt eine Gegenleistung erbringen. Der Fiskalpakt sei das europäische Pendant zur deutschen Schuldenbremse.

Im Übrigen habe sie sich schon 2009 gemeinsam mit dem damaligen SPD-Finanzminister Peer Steinbrück auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh für eine Finanztransaktionssteuer ausgesprochen. Nur zeige sich, dass die Umsetzung schwierig sei. „SPD und Grüne können uns da nicht zum Jagen tragen, weil wir schon längst in den entsprechenden Jagdgründen unterwegs sind“, sagte sie nach Angeben von Teilnehmern.

Von

rtr

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

fondsberater

20.03.2012, 20:18 Uhr

wäre eigentlich eine Sache für den Wirtschaftsminister, aber der ist mit allem beschäftigt nur nicht mit Wirtschaftspolitik - daß die Sache bis zum Himmel stinkt, ist eigentlich schon lange bekannt. Der eigentliche Skandal ist doch der: US Häusern - vorneweg GS - wird erlaubt von 8:00 bis 22:00 den DAX ohne jegliche Handelsbeschränkung so zu handeln, wie es denen ins Buch paßt. Ausschläge von über 3% am Tag nach oben oder unten (ohne jegliche ökonomische Begründung) sind fast Tagesordnung geworden.
Wieviel Hirn braucht eigentlich ein Politiker um zu erkennen, daß eine Handelbeschränkung für Futures (und bitte nur für die!) ab einer Abweichung von 1% zum Vortagesschluß eingeführt werden muß. Allen wäre gedient: vor allem dem Anleger!

touspourun

20.03.2012, 20:31 Uhr

Goldman Sachs und Co regieren die Welt und das ist Fakt. Nicht Mal eine Transaktionssteuer sind unsere Politier in der Lage durchzusetzen. Erbärmlich

Persaldo

20.03.2012, 20:58 Uhr

das sollte dann aber auch weltweit umgesetzt werden ,
aber soweit reicht der Einfluß Deutschlands doch schon lange nicht mehr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×