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15.01.2010

16:16 Uhr

Firmenspionage

Verfassungsschutz sieht hohes Risiko

VonRüdiger Scheidges , Hans Schürmann

Nach dem Angriff chinesischer Hacker auf den US-Internetriesen Google wird klar, dass auch deutsche Unternehmen vor Online-Industriespionage aus China nicht sicher sind. Der Verfassungsschutz warnt: Besonders mittelständische Unternehmen geraten ins Visier der Datenspione.

Google ist überall: Deutsche Firmen sind ebenfalls Opfer chinesischer Industriespionage. Reuters

Google ist überall: Deutsche Firmen sind ebenfalls Opfer chinesischer Industriespionage.

BERLIN. Deutsche Sicherheitsbehörden schätzen das Risiko für deutsche Firmen als "hoch" ein, in Deutschland von chinesischen Bürgern ausspioniert zu werden. Wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Verfassungsschutzes (BfV) dem Handelsblatt bestätigte, sind insbesondere die heimlichen Internetaktivitäten der Chinesen seit 2005 gleichbleibend stark. Experten schätzen den Anteil chinesischer Industriespionage auf 60 Prozent. Hintergrund ist das von der chinesischen Regierung verordnete Ziel, bis 2020 mit westlicher Spitzentechnologie gleichzuziehen.

Deshalb sieht der Verfassungsschutz insbesondere mittelständische Unternehmen mit innovativer Spitzentechnik als primäre Zielobjekte chinesischer Ausforschungen an. Wie umfangreich die in Deutschland lebenden rund 30 000 Chinesen - Staatsangestellte, Diplomaten, Techniker, Professoren, Studenten - in das staatliche Ausforschungsprogramm und die Aktivitäten diverser Geheimdienste eingebunden sind, kann das Amt nicht einschätzen. Belastbare Zahlen über die Zahl der Fälle und der Schadenshöhe gibt es nicht. Die Geheimdienste tappen weitgehend im Dunkeln.

Die Dunkelziffer ist hoch. Zwar wird deutschen Unternehmern vom Amt strikte Vertraulichkeit zugesichert, wenn sie Hacker oder andere Ausspionierungsfälle melden. "Allerdings sind die Firmen bei der Meldung von Vorfällen aus Angst vor Imageschäden sehr zögerlich", bedauert das Kölner Amt.

Vor allem aber merken die meisten Unternehmen gar nicht, wenn ihre Computer angezapft werden und Informationen abfließen. Meldungen wonach die 30 000 Chinesen in Deutschland als Informationsbeschaffer oder gar Wirtschaftsspione unterwegs seien, verweist das Amt ins Reich der Legende: "Das ist definitiv falsch", so das Amt zum Handelsblatt.

Elektronische Spionage erweist sich immer öfter als Vorstufe zur "klassischen" Spionage, indem derart Forschungsstand, Wissenschaftlernamen und Patentvorbereitungen erkundet werden, bevor die betreffenden Wissensträger kontaktiert werden. Tatsächlich finden schwerwiegende Fälle elektronischer Spionage immer wieder statt, wie das Bundesamt aus den Meldungen der Firmen schließt. Ein solch spektakulärer Fall aber wie im Jahr 2007, als sich chinesische Hacker Zugang zu Computern im Kanzleramt und im Wirtschafts- wie Forschungsministerium verschaffen konnten, wurde nicht wieder registriert.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das den regierungseigenen Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB) mit 400 Bundesbehörden und 40 000 PCs betreibt, registriert "unverändert hohe" Angriffszahlen. Deshalb lässt sich der Bund die IT-Sicherheits-Vorsorge rund 70 Mio. Euro pro Jahr kosten. Der Bundesnachrichtendienst (BND) führt eine Liste chinesischer Stellen in Deutschland, die als Forschungsbüros getarnt angeblich Wirtschaftsspionage betreiben.

Nicht nur Staaten wie China, Russland und Iran sind wegen ihrer Spionage aktenkundig. Auch befreundete Staaten sind im Visier der Ermittler: Frankreich und die USA gelten als die Hauptnationen dieser "Spionage unter Freunden", die sich vornehmlich auf dem Wirtschaftssektor abspielt. Am aktivsten ist dabei der US-Geheimdienst NSA (National Security Agency).

Kritik der Politik an dem fehlenden Unrechtsbewusstsein der Chinesen wird dennoch selten laut. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach den mit Milliarden bezifferten Schaden bei seinem China-Besuch im vergangenen Dezember keineswegs an.

Kommentare (3)

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jiansi chi

18.01.2010, 21:01 Uhr

ihr deutsche seid bestimmt total durchgedreht!!! das lache ich nur kaputt !! solche Schrott steht sogar auf eine seriöse Zeitung!!! unglaublich!!!

Blaue Socke

19.01.2010, 22:38 Uhr

Dieser bericht ist für das Handelsblatt unwürdig!!!
bitte recherchieren!
Es ist nicht nötig Daten von VW Siemens und Co auszuspionieren. Diese Daten werden auf ein Silbertablett durch deren Einkäufer nach China geliefert, um pflichtgemäß den billigsten Zulieferer zu "sourcen". Deutsche Unternehmen produzieren in China; dass "gewußt wie" know how samt Qualitätssicherung wird dadurch auch gleich mitgeliefert.
Dieser bericht hat nazistische Züge, denn er soll ausschließlich Angst vor Menschen mit immigrationshintergrund machen!

Denkerist

20.01.2010, 13:32 Uhr

Meinen Vorrednern ist nicht viel zu ergänzen, in die wirkliche Gefahr laufen wir in China, sehenden Auges. Und das aus Gründen der Gier.
Die Spionage durch die USA in Europa wurde doch schon vor vielen Jahren bekannt, aber getan hat sich nichts. Der Autor googele mal nach "Echelon". Dieses System richtet sich seit Ende des kalten Krieges vorwiegend gegen die Wirtschaft in Deutschland.

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