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09.08.2011

15:16 Uhr

Fischerei

Greenpeace will Meeresschutzgebiete bewahren

Eine Arbeitsgruppe des Bundesumwelt- und des Landwirtschaftsministeriums hat sich für Fischerei in den Schutzgebieten der Nord- und Ostsee ausgesprochen. Greenpeace hält den Vorschlag für illegal.

Greenpeace-Aktivisten versenken vor Sylt Natursteine am Außenriff. Die störenden Steine sollten die Schleppnetzfischerei und den Sand- und Kiesabbau in dem Meeresschutzgebiet behindern. Quelle: dpa

Greenpeace-Aktivisten versenken vor Sylt Natursteine am Außenriff. Die störenden Steine sollten die Schleppnetzfischerei und den Sand- und Kiesabbau in dem Meeresschutzgebiet behindern.

HamburgDie Umweltorganisation Greenpeace hält die Vorschläge zweier Bundesministerien zur Fischerei in den Schutzgebieten der Nord- und Ostsee für illegal. Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Rechtsexpertise kommt zu dem Schluss, dass die geplanten Fischereimaßnahmen gegen europäisches und deutsches Naturschutzrecht verstoßen. Die Vorschläge kommen von einer Arbeitsgruppe des Bundesumwelt- und des Landwirtschaftsministeriums. 

So würden weiterhin Stellnetze in den Schutzgebieten „Natura 2000“ erlaubt, obwohl sich Schweinswale - der einzige heimische Wal an Deutschlands Küsten - darin verhedderten und qualvoll ertränken, kritisierte der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack am Dienstag. Ein akustisches Scheuchsignal soll die Tiere von den Netzen fernhalten; damit werden sie laut Maack aber aus den extra für sie eingerichteten Schutzgebieten verjagt. „Der Vorschlag ist absurd. Erst richtet man Schweinswalschutzgebiete ein, um die Tiere zu schützen, und dann will man sie von dort vertreiben.“ 

Auch die Fischerei mit Grundschleppnetzen soll nach dem Vorschlag in den Schutzgebieten weiter möglich sein, obwohl sie seltene Steinriffe und Sandbänke zerstöre. Greenpeace forderte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) daher auf, die Fischerei in den Schutzgebieten auszuschließen. 

Nach der Rechtsexpertise verstoßen die Stellnetzfischerei und der Einsatz der akustischen Signale in den Schutzgebieten gegen die europäischen und nationalen Regelungen zum Gebiets- und Artenschutzrecht, wie die Anwältin für Umwelt- und Planungsrecht Michéle John erklärte. Sie widersprächen den Erhaltungszielen, die sich Deutschland selbst gesetzt habe.

Von

dpa

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