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20.06.2014

14:37 Uhr

Flexi-Rente

DGB fordert Rente mit 60

Union und SPD wollen mit den Tarifpartnern Regelungen für eine Flexi-Rente erarbeiten - für Zeiten vor und nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters. Gewerkschaften und Arbeitgeber beziehen schon mal Position.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Einführung einer Flexi-Rente schon ab 60 Jahren. Reuters

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Einführung einer Flexi-Rente schon ab 60 Jahren.

BerlinDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert ein neues Frühverrentungsprogramm für Arbeitnehmer ab 60 Jahren. „Für die Gewerkschaften haben Verbesserungen beim Übergang von der Arbeit in die Rente absolute Priorität“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Zeitung „Die Welt“ (Freitag). Der dringendste Handlungsbedarf bestehe nicht nach dem Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze, sondern in der Zeit davor.

Dazu wollen die Gewerkschaften die von der Bundesregierung angekündigte Arbeitsgruppe aus Vertretern der Regierung, der Fraktionen und der Sozialpartner zur Flexi-Rente nutzen. Die soll sich Gedanken über einen flexibleren Ausstieg aus dem Beruf machen - nach den DGB-Vorstellungen schon ab 60 Jahren. Die Arbeitsgruppe trifft sich erstmals am Donnerstag kommender Woche und will ihre Vorschläge im Laufe des Jahres vorlegen.

Dazu sollten nach Buntenbachs Ansicht die Regelungen zur Teilrente ausgebaut werden. Konkret sollen Beschäftigte künftig bereits mit 60 Jahren statt wie bisher mit 63 Jahren eine Teilrente beziehen können. „Ein Recht auf Teilzeit für Ältere ist nötig, damit die Tarifparteien die Möglichkeit haben, Brücken vom Erwerbsleben in den Ruhestand zu bauen“, erklärte die Gewerkschafterin. Die Arbeitgeber lehnten den DGB-Vorstoß ab. In der Arbeitsgruppe zur Flexi-Rente dürfe es nicht um „neue Wege zur Frühverrentung gehen“, argumentieren sie.

Die Pläne zur abschlagfreien Rente mit 63

45 Jahre eingezahlt

Wer 45 Jahre lang Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat, kann mit 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Für jeden Monat, den die Rente vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter beginnt (2014: 65 Jahre und drei Monate), wird das Altersgeld eigentlich um 0,3 Prozent gekürzt. Dieser lebenslange Abschlag entfällt bei der Rente mit 63.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Aus der Rente mit 63 wird bis 2029 die Rente mit 65: Die Schwelle soll schrittweise steigen. Die neue „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ gilt ab 63 Jahren nur für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1953 geboren sind und deren Rente nach dem 1. Juli 2014 beginnt. Für ab 1953 Geborene steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um zwei Monate. Für ab 1964 Geborene liegt sie somit bei 65 Jahren.

Anspruchsvoraussetzungen sinken

Bisher gab es nur eine „Rente für besonders langjährig Versicherte“ ab 65 Jahren. Die neue Rente mit 63 weitet diese Regel aus und senkt zudem die Anspruchsvoraussetzungen. Zeiten der Arbeitslosigkeit werden als Beitragsjahre mitgezählt, wenn Anspruch auf das reguläre Arbeitslosengeld I bestand. Hartz-IV-Empfänger bleiben außen vor.

Was das kostet

Die Kosten wachsen langsam von 900 Millionen Euro 2014 auf 1,9 Milliarden Euro 2015 bis auf 3,1 Milliarden jährlich im Jahr 2030.

Ferner soll es künftig die Möglichkeit geben, nach Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze befristet weiterzuarbeiten. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat dazu weitergehende Vorstellungen: Eine solche Möglichkeit solle nicht nur bei einer direkten Anschlussbeschäftigung gegeben sein, sondern auch nach einer Unterbrechung, sagte ein BDA-Sprecher auf Anfrage.

Der Unions-Wirtschaftsflügel plädiert darüber hinaus dafür, die Firmen bei der Weiterbeschäftigung von Arbeitnehmern nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters von den Beiträgen zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung zu befreien. Dies lehnt der DGB ab.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

20.06.2014, 15:50 Uhr

Rente mit 60? Darüber kann man reden, aber nur, wenn die Wochenarbeitszeit der Gewerkschafter kräftig erhöht wird, auf mindestens 100 Stunden, und so richtig geschuftet wird bis zum täglichen Ins-Bett-Fallen, ohne Lohnausgleich, versteht sich. Und der Urlaub muss auch noch gestrichen werden. Dann dürfte die durchschnittliche Dauer der Rentenzahlung sehr überschaubar sein.

Account gelöscht!

20.06.2014, 16:06 Uhr

Nun flippen die Gewrkschaften offensichtlich aus.
Man merkt es ja schon Freitag ab 12 Uhr. Wo wird denn her noch gearbeitet?
Vielen Deutschen geht es offenbar zu gut

Account gelöscht!

20.06.2014, 16:09 Uhr

Bis 60 so lang, lieber gleich ALG2

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