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17.02.2014

14:19 Uhr

Flucht beendet

Mutmaßlicher Terrorhelfer in Bulgarien gefasst

Wegen Mitgliedschaft beim Terrornetzwerk Al-Kaida muss sich ein 27-Jähriger aus Hamburg vor Gericht verantworten. Während des Prozesses setzte der mutmaßliche Terrorhelfer sich ab. Nun wurde er in Bulgarien gefasst.

Der 27-jährige Angeklagte soll 2009 für Al-Kaida im pakistanischen Grenzgebiet gearbeitet haben. dpa

Der 27-jährige Angeklagte soll 2009 für Al-Kaida im pakistanischen Grenzgebiet gearbeitet haben.

HamburgEin mutmaßlicher Terrorhelfer aus Hamburg, der sich während seines Prozesses ins Ausland abgesetzt hatte, ist gefasst. Der 27-Jährige wurde am Samstag in Bulgarien festgenommen, wie der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft am Montag sagte. Gegen den Deutsch-Afghanen lag ein europäischer Haftbefehl vor. Wann er nach Deutschland ausgeliefert wird, konnte der Oberstaatsanwalt nicht sagen: „Zwei, drei Wochen ist das absolute Minimum.“

Laut Anklage wollte sich der 27-Jährige spätestens seit Anfang 2009 am „Heiligen Krieg“ beteiligen und war Mitglied beim Terrornetzwerk Al-Kaida in Pakistan. In dem Verfahren gegen ihn vor dem Oberlandesgericht Hamburg forderte die Generalstaatsanwaltschaft am Montag deshalb dreieinhalb Jahre Haft. Unter dem Einfluss seines Bruders habe er sich radikalisiert und schließlich in Pakistan zunächst bei der militanten Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) und dann bei Al-Kaida an Waffen ausbilden lassen.

Islamistischer Terror in Deutschland - Eine Chronologie

April 2002: Terrorgruppe Al-Tawhid

Der Polizei gehen mutmaßliche Anhänger der Al-Kaida-nahen Terrorgruppe Al-Tawhid ins Netz. Die Männer planten Angriffe auf das jüdische Gemeindezentrum in Berlin und jüdische Gaststätten in Düsseldorf. Sie müssen bis zu acht Jahre hinter Gitter.

März 2003: Terrorpläne gegen amerikanische Einrichtungen

Ein Tunesier wird verhaftet, der angeblich Attentate gegen amerikanische und jüdische Einrichtungen plante. Vor Gericht kann ihm das nicht bewiesen werden. Die Bundesanwaltschaft bleibt jedoch der Ansicht, dass ein Horrorszenario verhindert wurde.

März 2004: Islamistengruppe Ansar al Islam

Mitglieder der kurdisch-irakischen Islamistengruppe Ansar al-Islam planten, den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi während eines Deutschland-Besuches zu ermorden. Die Polizei hört ihre Telefongespräche ab und nimmt drei Männer fest. 2008 wird der Haupttäter zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Juli 2006: Kofferbomber in Köln

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Regionalzügen Kofferbomben gefunden. Wegen Technikfehler explodierten sie nicht. Wenige Wochen später werden die Täter gefasst. Im Dezember 2008 wird der „Kofferbomber von Köln“ zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser für die Tat waren laut Urteil Mohammed-Karikaturen in Zeitungen.

September 2007: Sauerland-Gruppe

Die islamistische Sauerland-Gruppe wird festgenommen. Vor Gericht müssen sich die vier Mitglieder wegen der Planung von Terroranschlägen auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland verantworten. 2010 werden sie zu Strafen bis zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

März 2011: Angriff auf US-Soldaten

Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen in Frankfurt (Main) zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Er gilt als extremistischer Einzeltäter. Auslöser für seine Tat soll ein Internetvideo gewesen sein, in dem angeblich US-Soldaten ein Haus in Afghanistan plündern und ein Mädchen vergewaltigen.

Beim Prozessauftakt hatte der Deutsch-Afghane bestritten, je in einem Terrorcamp gewesen zu sein. Der Staatsschutzsenat führt die Verhandlung in Abwesenheit des Angeklagten weiter.

Von

dpa

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