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01.09.2015

08:45 Uhr

Flüchtlinge

Angekommen in München – erstmal

Die ersten Flüchtlinge sind über Budapest und Wien in München angekommen. Bayerns Innenminister Herrmann versichert, sie würden nicht nach Ungarn zurückgeschickt. Doch wer bleiben darf, ist unklar.

Unmenschliche Zustände in Ungarn

Flüchtling: „Wir durften nichts machen, wie im Gefängnis“

Unmenschliche Zustände in Ungarn: Flüchtling: „Wir durften nichts machen, wie im Gefängnis“

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Budapest/München/WienIn den Flüchtlingszügen aus Ungarn sind nach Polizeiangaben allein am Montagabend 3650 Asylsuchende in Wien angekommen. Ein Großteil davon habe sich auf die Weiterreise nach Deutschland begeben, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei am Dienstagmorgen. Lediglich sechs Afghanen hätten Asyl in Österreich beantragt.

In den vergangenen Monaten waren Migranten ohne die nötigen Reisedokumente immer wieder aus den Grenzzügen aus Ungarn geholt worden. Doch diesmal griff die Polizei nicht ein. Am Nachmittag bildeten sich vor den Ticketschaltern am Budapester Ostbahnhof lange Schlangen. Die meisten der Wartenden gaben an, aus dem Bürgerkriegsland Syrien zu stammen.

Nach der Einreise rund 400 Flüchtlinge aus Ungarn in Deutschland hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zugesichert, diese nicht dorthin zurückzuschicken. Die Neuankömmlinge würden in Bayern registriert und in die Aufnahmeeinrichtungen gebracht, sagte Herrmann am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Das sei „selbstverständlich“.

Er wisse bisher nicht, warum Ungarn plötzlich den in Budapest wartenden Migranten die freie Weiterfahrt nach Deutschland erlaubt habe. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und er seien bemüht, rasch von Ungarn zu erfahren, wie es in den nächsten Tagen weitergehen solle.

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Laut dem Dublin-System ist eigentlich dasjenige EU-Land für die Aufnahme von Flüchtlingen und die Bearbeitung ihrer Asylanträge zuständig, in dem sie erstmals die Europäische Union betraten. Angesichts des starken Anstiegs der Flüchtlingszahlen lassen Italien, Griechenland und Ungarn, wo die meisten Flüchtlinge in die EU gelangen, die Migranten aber inzwischen weitgehend unkontrolliert weiterreisen. Am Montag erlaubten die ungarischen Behörden tausenden Migranten, die seit Tagen am Hauptbahnhof in Budapest auf die Weiterfahrt warteten, unkontrolliert in Züge nach Deutschland zu steigen.

Unterdessen wurde am Dienstag im bayerischen Manching ein sogenanntes Balkan-Zentrum eröffnet, in dem die Asylanträge von Migranten aus den Balkanländern behandelt werden. Herrmann sagte, es handele sich dabei um „eine spezialisierte Erstaufnahmeeinrichtung“ für Migranten vom Balkan, die nur in "Einzelfällen" Asyl in Deutschland erhielten. Das Ziel sei es, damit die „Effizienz“ des Asylverfahrens zu erhöhen und den ganzen Prozess in einer Einrichtung abzuwickeln, ohne die Migranten im Land herumschicken zu müssen. Das Verfahren solle so in sechs Wochen abgeschlossen werden.

Kommentare (76)

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Reinhold Frantzen

01.09.2015, 09:08 Uhr

Das war es mit der Münchner Schickeria und mir san mir. In Kürze wird der Englische Garten aussehen wie die Bahnhöfe und öffentliche Parks in Belgrad oder Budapest.

Herr Viktor Jarosh

01.09.2015, 09:13 Uhr

Am meisten fasziniert die 180-Grad-Kehrtwende der "Bild". Wie immer "man" das geschafft hat. Der alte Springer rotiert sicher im Grab.

Man glaubt wirklich, das Volk so billig manipulieren zu können - vielleicht klappt es ja. Hoffentlich nicht!

Da es bei dem Artikel keine Kommentare gibt:
Der arme bayr. Minister Herrmann - in jeder Sendung der verlorene Vertreter des Rechts und der Logik. Jetzt noch die bewusst falsch verstandene Einlassung mit dem "Neger". Jeder der es gesehen hat weiß, das er ironisch einen Einspieler kolportiert hat. Aber was solls - die Wahrheit ist auch beim HB keine Kategorie mehr.

Herr Giannis Peissinger

01.09.2015, 09:16 Uhr

Natuerlich sollten wir echtne Fluechtlingen und Menschen, die dem Krieg, der von unseren ach so treuen Freunden angezettelt wurde, die Hand reichen.
Eines sollte allerdings m.E. auch klar sein. Festgelegte Quoten im Verhaeltnis zur Bevoelkerung und konkrete Integrationsmassnahmen. Dieser sechs- vielleicht siebenstellige zahlenmaessige Zuzug zu uns kann so nicht ewig weitergehen.
Wir sollten auch bedenken, was fuer ein Deutschland wir in 10 oder 20 Jahren wollen.
Helmut Kohl hat gesagt, Europa basiere auf dem griechischen Gedankengut und dem christlichen Glauben. Moege vielleicht altmodisch klingen, aber eine gedanklich lineare Extrapolation der Zahlen und der damit einhergehenden Folgen waere fuer jeden hilfreich.
Sollte dieser Zustrom weiter anhalten, finde ich, sollte die Bevoerkerung per Referendum gefragt werden, ob sie dies wolle.
Mein Credo lautet: echte Fluechtlinge gerne, bis zu einer gewissen bevoelkerungsabhaengigen Zahl und fuer das, was darueber hinaus geht, sollte die Bevoelkerung mitentscheiden duerfen.

Vielen Dank fuer eure Aufmarksamkeit!

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