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15.05.2015

01:04 Uhr

Flüchtlinge im Mittelmeer

Fregatte „Hessen“ rettet knapp 300 Migranten aus Seenot

Die Füchtlingsströme im Mittelmeer reißen nicht ab. In elf Rettungsaktionen wurden am Donnerstag 2220 Menschen aus Seenot gerettet. Die deutsche Fregatte „Hessen“ war erneut im Einsatz.

Fregatte „Hessen“

Bundeswehr rettet fast 300 Flüchtlinge vor Libyen

Fregatte „Hessen“: Bundeswehr rettet fast 300 Flüchtlinge vor Libyen

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BerlinDie deutsche Fregatte „Hessen“, die italienische Küstenwache und andere Schiffe haben im Mittelmeer insgesamt 2220 Migranten aus Seenot gerettet. Die Menschen seien am Donnerstag in elf Rettungsaktionen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Küstenwache am Abend mit.

Die deutsche Marine hat fast 300 Flüchtlinge vor der libyschen Küste gerettet. Die Fregatte „Hessen“ nahm insgesamt 294 Menschen von drei Booten in Seenot an Bord, wie das Verteidigungsministerium in der Nacht zum Freitag mitteilte. Darunter seien 263 Männer, 28 Frauen und drei Kinder. Das Kriegsschiff sei nun auf dem Weg nach Pozzallo auf Sizilien, um die Menschen dort am Freitagvormittag in die Obhut der italienischen Behörden zu geben.

Auch Italiens Marine und die private maltesische Rettungsmission Migrant Offshore Aid Station (MOAS) waren an den Einsätzen beteiligt.

Was treibt Flüchtlinge nach Europa?

Syrien

Die Syrer stellen die größte Gruppe; 2014 kamen nach Angaben der Grenzschutzagentur Frontex 66 700. Millionen Syrer sind auf der Flucht vor einem extrem brutal ausgetragenen Religions- und Bürgerkrieg; viele sind Flüchtlinge im eigenen Land oder gingen in die Türkei und den Libanon.

Eritrea

Das Land am Horn von Afrika gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Präsident Isaias Afwerki regiert seit 1993 mit eiserner Faust. Oppositionelle werden ermordet oder inhaftiert. Viele junge Menschen fliehen vor dem Militärdienst. Laut Frontex nahmen 2014 rund 34 300 Menschen aus Eritrea das Risiko einer Überfahrt auf sich.

Afghanistan

Nach vielen Jahren Bürgerkriegs liegen Infrastruktur und Wirtschaft des Vielvölkerstaats am Boden. Industrie gibt es kaum. Dafür floriert der Drogenhandel und die Taliban sind unbesiegt. Viele Afghanen sehen daher keine Zukunft in ihrer Heimat.

Mali

Die 16 Millionen Einwohner des armen Wüstenstaates kämpfen um das tägliche Überleben. Nach einem Militärputsch hatten Islamisten 2012 den Norden erobert und waren erst von einer internationalen Truppe zurückgeworfen worden. Die Sicherheitslage bleibt prekär und die Korruption hemmt die Entwicklung.

Nigeria

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat in Teilen des Nordostens einen Gottesstaat ausgerufen. Ihre Angriffe kosteten Tausende das Leben. 1,5 Millionen Menschen flohen vor der Miliz in andere Landesteile oder ins Ausland. Mehr als die Hälfte der Einwohner des potenziell reichen Landes lebt in extremer Armut.

Erst am Freitag vergangener Woche hatte die „Hessen“ rund 250 Menschen gerettet. Sie waren mit einem Holzboot unterwegs gewesen, das 50 Kilometer von der libyschen Küste entfernt zu sinken drohte. Auch das zweite Schiff der Bundesmarine im Mittelmeer, der Versorger „Berlin“, nahm an dem Tag 180 Flüchtlinge aus zwei Schlauchbooten auf.

Die Bundesregierung hatte nach dem EU-Flüchtlingsgipfel im April angeboten, sich mit den zwei Schiffen an der Seenotrettung im Mittelmeer zu beteiligen. Seit dem 5. Mai sind die beiden Schiffe dort im Seenoteinsatz. Die meisten Schleuser bringen Flüchtlinge und illegale Einwanderer derzeit via Libyen nach Europa. In Libyen ist die staatliche Ordnung weitgehend zusammengebrochen.

Kommentare (5)

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Herr Teito Klein

15.05.2015, 07:27 Uhr

Fregatte "Hessen" rettete Flüchtlinge
Sie wurden diert in Libyen abgeholt und nach Italien gebracht. Dort erhalten sie ein Visum und 500 Euro Kopfgeld. Sie werden dann in den Zug nach München gesetzt. So kommen sie ins "gelobte Land".
Die Vorgehensweise von Indonesien, Thailand, Australien etc. finden sie "unmenschlich". Sie schicken die "Flüchtlinge" doch tatsächlich zurück!
In Deutschland sind sie "höchst willkommen". Sie sichern unsere Renten!

Herr Bernhard Ramseyer

15.05.2015, 09:42 Uhr


-Fregatte „Hessen“ rettet knapp 300 Migranten aus Seenot -

Aus Sicht ihres Herkunftslandes sind Migranten Auswanderer (Emigranten), aus Sicht des Aufnahmelandes Einwanderer (Immigranten).

Herr Wolfgang Trantow

15.05.2015, 10:09 Uhr

Offiziere der deutschen Marine retten meist "Mörder" (Islam = Tötet Andersgläubige). Damit holen wir nur Probleme und schaffen vorsätzlich uns neue und mehr. In Südostasien werden die "Mörder" abgelehnt, da man die eigene Bevölkerung schützen will und muss. Nur Deutsche wollen "Mörder". Bei der angeblichen Rettung fühlen sie sich stark. Warum weigern sich die selben Offiziere die Piraten vor Somalia zu bekämpfen? Warum weigern sich die selben Offiziere gegen den Antiseminismus vor zu gehen unterstützen Ihnen noch und wollen Israel nicht schützen. Beweis: Jeden Tag neue Raketen zur Vernichtung Israels über das Mittelmeer, wo doch unsere "menschenfreundliche" Offiziere hier doch zur Embargowache und Schutz Israels tätig sein sollen.

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