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24.05.2015

14:23 Uhr

Flüchtlinge in Deutschland

Nahles will mehr Geld für Asylbewerber auf Jobmarkt

Vondpa

Die Asylbewerberzahlen steigen – und die Arbeitgeber fordern leichteren Zugang von Flüchtlingen auf den deutschen Jobmarkt. Doch die Mittel reichen aus Sicht der Bundesarbeitsministerin nicht aus.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles macht sich für ein Arbeitsprogramm für Flüchtlinge stark. dpa

Bundesprogramm für Asylbewerber

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles macht sich für ein Arbeitsprogramm für Flüchtlinge stark.

BerlinAngesichts steigender Flüchtlingszahlen und großen Arbeitskräftebedarfs macht sich Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) für ein Bundesprogramm zur Jobmarkt-Integration stark. „Es geht um die finanziellen und personellen Voraussetzungen in den Jobcentern, die Flüchtlinge in Arbeit bringen zu können“, sagte Nahles am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Diese Investition in die Zukunft ist bislang unterfinanziert, hier brauchen wir zusätzliches Geld.“

Allein bei technischen, IT-, naturwissenschaftlichen oder mathematischen Berufen fehlen den Unternehmen derzeit laut einer vor wenigen Tagen vorgestellten Studie der Wirtschaft mehr als 137 000 Arbeitskräfte. Die Arbeitgeber forderten deshalb bessere Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Flüchtlinge in Deutschland.

Infolge des jüngsten Flüchtlingsgipfels von Bund und Ländern tagt an diesem Dienstag eine Arbeitsgruppe von Bundesministerien und den Ländern. Sie verhandelt über mehr Sprachkurse, Bildung und Berufsvorbereitung. Dies dient der Vorbereitung des nächsten Bund-Länder-Flüchtlingstreffens am 11. Juni.

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Nahles sagte, über die laufenden Mittel des Europäischen Sozialfonds hinaus „brauchen wir ein eigenständiges Bundesprogramm“. Mehr Geld sei nötig für berufsbezogene Sprachkurse und Eingliederung in Arbeit.

„Die Zahl der Flüchtlinge steigt und viele Menschen werden aufgrund der Situation in ihren Herkunftsländern dauerhaft in Deutschland bleiben“, so Nahles. „Wenn wir am Anfang in die Menschen investieren, vermeiden wir dauerhafte Sozialausgaben und ermöglichen ihnen ein eigenständiges Leben.“

Die Anerkennungsverfahren für Flüchtlinge sollen bereits beschleunigt werden, so Nahles. Anerkannte müssten dann aber auch auf den Arbeitsmarkt integriert werden. „Deshalb halte ich erhebliche Anstrengungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik, bei allgemeinen und berufsbezogenen Sprachkursen und der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen für nötig.“

Die Ministerin erinnerte unter anderen daran, dass die Wartefrist für den Arbeitsmarktzugang von Flüchtlingen bereits auf drei Monate verkürzt wurde. In diesem Ausbildungsjahr werde zudem mit der „assistierten Ausbildung“ begonnen – auch Geduldeten und anerkannten Flüchtlingen stehe dies offen.

Kommentare (5)

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Herr Niccolo Machiavelli

26.05.2015, 08:00 Uhr

Warum hält Merkel weiter an Nahles fest? Wegen der Fachkompetenz?

Herr Klaus Hofer

26.05.2015, 08:44 Uhr

Angesichts der Tatsache, daß es - wie in dem Artikel dargelegt - einen Fachkräftemangel vor allem in technisch sowie mathematisch naturwissenschaftlich orientierten Berufen gibt, mutet die Forderung von Frau Nahles nach einem leichteren Zugang für Asylbewerber in den Arbeitsmarkt geradezu grotesk an. Wer dem Bürger glaubhaft darlegen will, daß die Qualifikationsbasis der zu uns strömenden Asylbewerber etwa aus Afrika auch nur annähernd dazu ausreicht, den vorhandenen Fachkräftemangel zu kompensieren, muß den Intellekt der Bevölkerung massiv unterschätzen. Das Erlernen der deutschen Sprache dürfte sich dabei noch als das geringste Problem erweisen.

Frau Margrit Steer

26.05.2015, 13:00 Uhr

Wenn die Wirtschaft diese Leute will, hat auch die Wirtschaft die Kosten zu übernehmen und nicht der Steuerzahler

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