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04.10.2015

22:32 Uhr

Flüchtlingsdebatte

Schäuble fordert Begrenzung von Flüchtlingsstrom nach Europa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble fordert eine Begrenzung des Flüchtlingszustroms nach Europa. Dies sei die entscheidende Aufgabe, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend. Sie müsse aber europäisch gelöst werden.

Schäuble: „Grenzen um Deutschland herum helfen nun wirklich nichts, Zäune nicht und alles nicht“ . AFP

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist gegen Grenzen um Deutschland

Schäuble: „Grenzen um Deutschland herum helfen nun wirklich nichts, Zäune nicht und alles nicht“ .

Berlin/ BrüsselBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble fordert eine Begrenzung des Flüchtlingszustroms nach Europa. Dies sei die entscheidende Aufgabe, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF. Sie müsse aber europäisch gelöst werden. National ließe sich dies gar nicht mehr bewältigen. Europa müsse zwar aufnahmebereit sein, aber es gelte auch, dass Unmögliches nicht geleistet werden könne. Man könne den Menschen nur dann helfen, wenn die Möglichkeiten, die man habe, nicht erschöpft seien.

An einer Begrenzung des Zustroms arbeite man mit Hochdruck, auch die Europäische Kommission, sagte Schäuble. “Die EU wird ganz schnell jetzt das machen, auch vor allen Dingen mit der Türkei.“ Dies sei entscheidend. “Grenzen um Deutschland herum helfen nun wirklich nichts, Zäune nicht und alles nicht.“

Rekordzahlen zur Flüchtlingskrise

500.000

Mehr als 500.000 Menschen haben nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex zwischen Januar und August dieses Jahres bereits die Europäische Union erreicht. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr waren es 280.000 Menschen.


Von den in der EU angekommenen Flüchtlingen haben dem UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) zufolge mehr als 411.000 das Mittelmeer überquert. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) nannte sogar die Zahl von mehr als 600.000 Bootsflüchtlingen. Mehr als 3100 kamen demnach bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben.

466.000

So viele Flüchtlinge kamen der IOM zufolge in diesem Jahr bereits in Griechenland an.

137.000

Rund 137.000 Menschen landeten nach einer Überfahrt über das Mittelmeer in Italien.

200.000

Die ungarischen Behörden gaben die Zahl der seit Jahresbeginn in Ungarn angekommenen Flüchtlinge zuletzt mit 200.000 an. Die Schutzsuchenden kamen vor allem über die sogenannte Balkanroute ins Land.

160.000

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat vorgeschlagen, 160.000 Asylsuchende aus den Haupt-Ankunftsländern Griechenland, Ungarn und Italien auf die 28 EU-Mitgliedstaaten umzuverteilen. Juncker fordert eine verbindliche Quotenregelung für die künftige Flüchtlingsverteilung.

63.000

Rund 63.000 Flüchtlinge trafen seit Ende August am Münchner Hauptbahnhof ein - davon jeweils 20.000 an den beiden vergangenen Wochenenden.

1.000.000

Eine Million Flüchtlinge könnte Deutschland nach Aussage von Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) in diesem Jahr aufnehmen. Das Bundesinnenministerium geht offiziell weiterhin von 800.000 Asylbewerbern aus.

12.000.000

Offiziellen Schätzungen zufolge sind zwölf Millionen Syrer auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat. Davon gelten acht Millionen als im eigenen Land vertrieben, weitere vier Millionen flüchteten ins Ausland. Mehr als 250.000 Menschen wurden seit Ausbruch des Konflikts 2011 getötet.

Dem UNHCR zufolge sind die Hälfte der über das Mittelmeer kommenden Flüchtlinge Syrer. Die zweitgrößte Gruppe sind demnach Afghanen mit 13 Prozent, gefolgt von Eritreern mit acht Prozent. In Griechenland sind 70 Prozent der ankommenden Flüchtlinge Syrer und 19 Prozent Afghanen.

Nach einem Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ will die EU in der Türkei Aufnahmelager für bis zu zwei Millionen Menschen mitfinanzieren. Die Türkei und Griechenland sollten im Gegenzug die Grenzen besser sichern. Ein hochrangiger EU-Vertreter bezeichnete den Bericht als „ein bisschen übertrieben“. EU-Vertreter hätten Diskussionsvorschläge zum Umgang mit dem Flüchtlingsstrom vorbereitet anlässlich des Brüssel-Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Montag und einem Treffen der EU, der Westbalkan- und der östlichen Mittelmeerstaaten in Luxemburg am Donnerstag. Die EU wolle unter anderem die Türkei dabei unterstützen, mehr Flüchtlinge unterzubringen.

Von

rtr

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