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29.11.2015

11:56 Uhr

Flüchtlingsheim in Berlin

Auseinandersetzung mit Messern und Feuerlöschern

Erst Streit, dann Panik: In einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin kam es zu einer Massenschlägerei, bei der einige Beteiligte mit Feuerlöschern aufeinander losgingen. Auch in anderen Heimen gab es Krawalle.

Viele Unterkünfte sind eng belegt, immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen unter den Bewohnern. dpa

Flüchtlingsheim (Symbolbild)

Viele Unterkünfte sind eng belegt, immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen unter den Bewohnern.

BerlinIn mehreren Flüchtlingsunterkünften ist es am Wochenende zu Schlägereien gekommen. So sind in Berlin-Spandau am späten Samstagabend mehrere Flüchtlinge mit Feuerlöschern aufeinander losgegangen, wie ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen sagte. Auch im Berliner Stadtteil Tempelhof und Sachsen-Anhalt kam es in Flüchtlingsheimen zu Auseinandersetzungen.

Unter den insgesamt etwa 500 Flüchtlingen in der Spandauer Notunterkunft – darunter viele Kinder – habe teils „Angst und Panik“ geherrscht, erklärte die Polizei. Die Sicherheitskräfte war mit einem Großaufgebot von 80 Beamten vor Ort. Sieben Menschen sind in einem Krankenhaus behandelt worden, aber noch in der Nacht ins Heim zurückgekehrt.

Wie es zu dem Streit kam, sei noch unklar, sagte der Polizeisprecher. Gegen mehrere Flüchtlinge werde wegen Landfriedensbruch und Körperverletzung ermittelt. Die sieben Verletzten wurden im Krankenhaus behandelt, konnten aber noch in der Nacht in ihr Heim zurückkehren.

Durch die Gewalt und die „Wolke aus den Löschgeräten“ sei es zu einer Panik gekommen. Viele Menschen flüchteten ins Freie, um sich in Sicherheit zu bringen. Etwa die Hälfte der rund 1000 Bewohner wartete vor dem Gebäude in der Kälte, bis sich die Lage beruhigte. Erst spät in der Nacht kehrten die letzten Bewohner in ihre Betten zurück. Es gab Anzeigen wegen Körperverletzung.

In der Unterkunft in Berlin-Tempelhof waren sogar weit über 100 Polizisten im Einsatz, um die Massenschlägerei zu beenden. Auslöser sei offenbar ein Konflikt mit dem Sicherheitspersonal gewesen, teilte die Polizei. Die Lage habe sich beruhigt, es habe zahlreiche Festnahmen gegeben.

Zur Zahl der Personen, die an der Schlägerei beteiligt waren, machte der Sprecher keine Angaben. Der „Tagesspiegel“ berichtete, es hätten sich zeitweise rund 300 Menschen geprügelt. Die Gewerkschaft der Polizei sprach von einer Gewalteskalation. Es seien Messer und Stangen eingesetzt worden. Eine Bestätigung der Polizei dafür lag zunächst nicht vor. Der Zeitung zufolge wurden drei Personen schwer verletzt, der Polizei zufolge aber keine davon lebensgefährlich.

Probleme gab es auch in einem Flüchtlingsheim in Klietz nahe Stendal: Bei einer Schlägerei wurden fünf Menschen verletzt. Erst entbrannte am Samstagabend zwischen mehreren Bewohnern ein Streit, dann flogen die Fäuste. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

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