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24.02.2016

10:11 Uhr

Flüchtlingskrise

Großteil der Flüchtlinge kommt ohne Ausweispapiere

Mehr als drei Viertel aller Migranten reisen ohne gültige Ausweispapiere nach Deutschland ein. Das ergaben Kontrollen der Bundespolizei. Laut der Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“ hat das zwei einfache Gründe.

Flüchtlinge warten an einer Grenzbefestigung. Viele von ihnen kommen ohne gültige Ausweispapiere. AFP; Files; Francois Guillot

Reise ohne Pass

Flüchtlinge warten an einer Grenzbefestigung. Viele von ihnen kommen ohne gültige Ausweispapiere.

Berlin Ein Großteil der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, haben bei ihrer Einreise keine gültigen Ausweispapiere dabei. Im Januar hätten 77 Prozent der von der Bundespolizei kontrollierten Flüchtlinge keine Pässe bei sich gehabt, berichtete die "Berliner Morgenpost" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Zu den Gründen dafür äußerte sie sich demnach nicht.

Asyl

Asylantrag

Asylbewerber müssen einen Antrag stellen, der dann innerhalb kurzer Zeit geprüft wird. Wenn der Antrag abgelehnt wird und der Bewerber aus einem „sicheren Herkunftsland“ stammt, erhält er einen negativen Bescheid über den Genehmigungsantrag.

Aufforderung

Gleichzeitig erhält der Asylbewerber eine Ausreiseaufforderung, der er idealerweise nachkommt. Darin ist auch vermerkt, dass eine Ausreise auch gegen seinen Willen stattfinden wird.

Frist

Der Asylbewerber bekommt eine Frist gesetzt, die in der Regel 30 Tage beträgt. Bis dahin soll er Deutschland verlassen haben. Tut er das nicht, kommt es zu einer „zwangsweisen Rückführung“, quasi einer Polizeibegleitung in ein Flugzeug Richtung Heimat. Deutsche Behörden organisieren regelmäßig auch Charterflüge. Wer versucht, diesen Weg zu umgehen, kann in Abschiebehaft landen

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl wies darauf hin, dass Oppositionelle in vielen Staaten keine Papiere beantragen könnten, weil sie sonst erst recht verfolgt würden.

Andere Flüchtlinge würden ihre Pässe vor der Einreise nach Deutschland möglicherweise vernichten, weil das Dokument Aufschluss über die Reiseroute innerhalb Europas zulässt, sagte der stellvertretende Geschäftsführer von Pro Asyl, Bernd Mesovic, dem Blatt. Bei Anwendung des sogenannten Dublin-Verfahrens könnte Deutschland sie dann in das Erstaufnahmeland in der EU zurückschicken.

Von

afp

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