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13.09.2015

23:10 Uhr

Flüchtlingskrise

Zugsperre und Sprengstoff-Alarm sorgen für Chaos

Der Bahnverkehr von Österreich nach Deutschland ist wegen des Flüchtlingszustroms eingestellt. Das sorgt für viel Chaos und trifft auch Urlauber. Ausgerechnet am Münchner Hauptbahnhof gab es einen Sprengstoff-Alarm.

O-Ton des Innenministers

Wie De Maiziere die Einführung der Grenzkontrollen begründet

O-Ton des Innenministers: Wie De Maiziere die Einführung der Grenzkontrollen begründet

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Berlin/München/Salzburg/BudapestDie Bundesbehörden haben die Deutsche Bahn wegen des Flüchtlingsandrangs angewiesen, für zwölf Stunden keine Züge mehr von Österreich nach Deutschland fahren zu lassen. Der Bahnverkehr aus dem Nachbarland ist bis Montagmorgen um 6.00 Uhr eingestellt. In der Gegenrichtung fahren jedoch weiterhin Züge, wie eine Bahnsprecherin sagte. Sie korrigierte damit vorherige Angaben, wonach der Zugverkehr in beide Richtungen unterbrochen sei.

Nach der Einstellung des Bahnverkehrs von Österreich nach Deutschland haben Hunderte Flüchtlinge am Sonntagabend in Salzburg die Züge verlassen müssen. Sie wurden zunächst in eine geräumte Tiefgarage am Hauptbahnhof gebracht. Die Bahnsteige waren fast menschenleer. Auf Anzeigetafeln war zu lesen: „Der Zugverkehr wird auf Anweisung der deutschen Behörden bis auf weiteres eingestellt. (...) Grund dafür ist die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland.“

Bundesinnenminister de Maiziere kündigte an, es könne in den kommenden Tagen zu weiteren Einschränkungen im Zugverkehr kommen. „Aber wir brauchen einfach mehr Zeit und ein gewisses Maß an Ordnung an unseren Grenzen“, sagte er. Er bat um Verständnis dafür, dass es zu Problemen im Reiseverkehr kommen könne.

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Mit Grenzkontrollen will die Bundesregierung den Flüchtlingszustrom über die Grenze zu Österreich eindämmen. Auch der Zugverkehr aus dem Nachbarland wurde gestoppt. Aufregung gab es am Abend am Hauptbahnhof in München.

In den vergangenen Tagen waren tausende Flüchtlinge mit Zügen von Österreich nach Deutschland gelangt und hatten vor allem München an den Rand der Aufnahmekapazitäten gebracht. Auch am Wochenende kamen wieder tausende Flüchtlinge mit Zügen aus Österreich in München an. Zuvor war erstmals ein regulärer ICE der Deutschen Bahn für Flüchtlinge geräumt worden. Die Passagiere dieses Zuges von München nach Berlin mussten auf andere Züge umbuchen.

Der vorübergehende Stopp des Zugverkehrs von Österreich nach Deutschland trifft am Abend auch viele Urlauber. Sie stehen in Trauben an den Anzeigetafeln und schütteln verständnislos den Kopf. So wie Peter Schönamsgrube: Der Programmierer aus Stuttgart war übers Wochenende in Wien. Sein Auto steht zur Weiterfahrt gleich hinter der Grenze im bayerischen Freilassing.

„Ich werde wohl etliche Kilometer zu Fuß gehen müssen“, sagt er. Denn Taxis sind Mangelware. „Ich schäme mich, Deutscher zu sein“, schimpft er über die Zugblockade, die vor allem die Flüchtlinge trifft. „Was für ein asoziales Land.“

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